Salat und Gemüse. Foto: Pascal Höfig
Salat und Gemüse vom eigenen Balkon. Foto: Pascal Höfig

Corona-Trend: Selbst gezogenes Gemüse vom Balkon

Während der Coronakrise haben sich zahlreiche Würzburger neuen Hobbys zugewendet. Neben Kochen zählte hierzu beispielsweise Gärtnern. Schon seit Jahren steigt das Interesse an selbst gezogenem Obst und Gemüse. In Zeiten von Corona umso mehr. Die Angst vor Nahrungsmittelverknappung hatte einen regelrechten Hype um Gemüsebeete im eigenen Garten zur Folge. Sogar auf dem Balkon lassen sich Gemüsegärten anlegen – nämlich in sogenannten Beetkästen.

Beetkasten bauen: Was braucht man?

Von Salat bis hin zu Roter Bete, Erbsen oder Lauchzwiebeln lassen sich hierzulande die verschiedensten Gemüsepflanzen anbauen. In Gartenbeeten ist das mit relativ viel Aufwand verbunden. So nicht zuletzt, weil Unkraut regelmäßig entfernt werden muss. Wer stattdessen Indoor-Gärten nutzen oder Beetkästen bepflanzen will, hat weniger Mühe. Zum Selberbauen eines Drei-Quadratmeter-Beets für den Balkon braucht man lediglich:

  • zwei 1,50 Meter lange Bretter (150  x 20  x 4 Zentimeter)
  • zwei 60 Zentimeter lange Bretter (60 x x 20  x 4 Zentimeter)
  • einen zum Außenbereich und Material passenden Klebstoff
  • acht verzinkte Lochwinkel (50 x 50 x 40 Millimeter)
  • 32 rostfreie Holzschrauben (4 x 30 Millimeter)
  • eine drei Quadratmeter große Bodenplatte
  • sechs torffreie Säcke Kompost (je 40 Liter)
  • vier torffreie Säcke Gemüseerde (je 40 Liter)
  • Akkuschrauber
  • mindestens vier Dübel
  • Folie
  • Tacker
  • Gemüsepflanzen

Anleitung: Wie baut man einen Beetkasten?

Der Bau eines Beetkastens ist sogar für Ungeübte in relativ kurzer Zeit zu schaffen. Zur Orientierung dienen die folgenden Schritte:

  1. Zwei Bretter im rechten Winkel zueinander platzieren.
  2. Auf jeder Seite mit einer Schraube verbinden und je einen Lochwinkel in der Mitte des unteren Drittels anbringen.
  3. Die anderen beiden Bretter nacheinander an den vorherigen anbringen.
  4. Zweiten Lockwinkel anschrauben.
  5. Alle Verbindungen mit Klebstoff und Schrauben verstärken.
  6. Die restlichen sechs Lochverbinder mit je zwei Schrauben und etwas Klebstoff befestigen.
  7. Das Konstrukt mit Dübeln und Klebstoff auf der Bodenplatte befestigen.
  8. Mit Überstand nach oben die Folie in den Kasten tackern.
  9. Kompost nach und nach in die Kastenmitte füllen.
  10. Zuletzt die Gemüseerde aufschütten.

Gemüsesorten für den Balkon – welche eignen sich?

In einem 120 x 60 Zentimeter messenden Beetkasten stehen acht Felder zum Gemüseanbau zur Verfügung. Damit der Kasten die ganze Saison lang gut gefüllt bleibt, gibt es beim Bepflanzen ein paar Dinge zu beachten. Die meisten Gemüsepflanzen brauchen sechs bis acht Stunden Sonnenlicht. Deshalb sollten Nachbarn einander genügend Licht lassen. Werden hochwachsende und kleinere Pflanzen angebaut, beschatten erstere schlimmstenfalls die kleinen Gewächse.

Pflanztipp: In einem südlich ausgerichteten Beetkasten beziehen niedrige Gemüsepflanzen die vorderen Reihen. Höher wachsendes Gemüse bezieht dagegen die hinteren Plätze.

Richtige Nachbarn wählen

Jede Pflanze gehört zu einer bestimmten Familie. Wer in nebeneinander liegende Felder des Beetkastens Gemüse derselben Familie pflanzt, riskiert Ermüdungen der Erde. Dadurch ist das Gemüse anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Möhren sollten beispielsweise nicht neben anderem Wurzelgemüse stehen. Besser geeignete Nachbarn wären Gemüsesorten aus der Familie der Blattsalate. Der Fachmann spricht hierbei auch vom Fruchtwechsel.

Fazit: Wissen ist Macht

Der Beetkasten schafft beste Voraussetzungen, um auf dem eigenen Balkon Gemüse zu ziehen. Damit die Pflanzen auch gut gedeihen, ist trotzdem einiges Fachwissen erforderlich. Wer selbst aussäen und nicht auf Jungpflanzen zurückgreifen möchte, wählt am besten selbsterklärende Samen. Auf vielen Samentüten sind die Gemüsefamilien beispielsweise farbig gekennzeichnet.

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