Enrico Kufuor spricht im Interview mit der Main-Post über seine Erfahrungen mit Alltagsrassismus. Foto: Thomas Obermeier
Enrico Kufuor spricht im Interview mit der Main-Post über seine Erfahrungen mit Alltagsrassismus. Foto: Thomas Obermeier

Welche Erfahrungen macht der Trainer von s.Oliver Würzburg mit Rassismus?

Der Tod von George Floyd hat einen großen Stein ins Rollen gebracht: Aktuell demonstrieren weltweit Millionen von Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt. Daraus entstanden ist die sogenannte #blacklivesmatter-Bewegung, welche mittlerweile in aller Munde ist. Doch welche Rolle spielt das Thema Rassismus eigentlich in Würzburg? Enrico Kufuor aus Hettstadt, Basketballtrainer der Regionalligamannschaft und U-19 Bundesligamannschaft von s.Oliver Würzburg, hat in einem Interview mit der Main-Post über seine Erfahrungen mit Rassismus im Alltag gesprochen.

Hier geht’s zum Interview mit der Main-Post!

Es sind vor allem Kleinigkeiten, welche Enrico Kufuor nahezu täglich erlebt: Personen, welche die Straßenseite wechseln, wenn man ihnen abends entgegenkommt. Sicherheitspersonal, welches einen im Laden verfolgt oder die Begrüßung mit „Gangster“, wenn er eine Kapuze trägt. Aber im Großen und Ganzen habe er wenig Erfahrung mit Rassismus in der Region gemacht. Er werde auch häufig auf Englisch angesprochen, obwohl er Deutscher ist. Generell achtet er trotzdem darauf, nicht aufzufallen, um in keine Schublade gesteckt zu werden.

Meinung zur #blacklivesmatter Debatte

Auf die Frage hin, was Enrico von den derzeitigen Demonstrationen und Protesten hält, antwortet er: „Das ist mir gerade sehr wichtig und dass es so viele Demonstranten waren, hat mich definitiv überrascht. Bisher hatte ich das Gefühl, dass das ein Thema für schwarze Menschen ist. Aber Rassismus ist eben nicht das Problem von Minderheiten, wie Schwarzen, Arabern oder Asiaten. Es gibt in der Gesellschaft ein Problem der Mehrheit gegenüber der Minderheit. Es ist gut, dass so viele ihre Teilnahme zeigen.“ Aber außerdem sei es wichtig, dass sich die Menschen auch nach den derzeitigen Demonstrationen noch immer mit dem Thema befassen.

Laut dem Trainer Enrico Kufuor von s.Oliver Würzburg kann Sport im Kampf gegen Rassismus helfen. Foto: Pascal Höfig

Laut dem Trainer Enrico Kufuor von s.Oliver Würzburg kann Sport im Kampf gegen Rassismus helfen. Foto: Pascal Höfig

Amerika vs. Deutschland

Der s.Oliver Würzburg Trainer hat selbst mal in den USA gelebt und dort studiert, weshalb er die Unterschiede bezüglich Rassismus zwischen den Ländern kennt: In Deutschland gibt es eher Alltagsrassismus, wohingegen er in den USA nur hofft, nicht von der Polizei angehalten zu werden. Rassismus in den Amerika ist laut Enrico Kufuor viel gewalttätiger!

Konfrontation mit Rassismus

Natürlich wird Enrico oft mit Rassismus konfrontiert. Aber auch er konfrontiert andere Menschen mit dem Thema. Doch wie reagieren die? Laut Enrico lenken die anderen häufig vom Thema ab oder verdrehen die Augen. Sie wollen es nicht sehen, wenn sie einen Fehler gemacht haben oder sich gar nicht erst damit befassen: „Wichtig ist, dass die Menschen es annehmen, wenn jemand sagt, dass etwas rassistisch war. Dass sie einfach versuchen zu verstehen und es nicht als Übertreibung abtun. Genauso gilt das für schwulen- oder frauenfeindliche Dinge“, so der Trainer.

Sport gegen Rassismus

Einen großen Teil beim Kamp gegen Rassismus kann laut Enrico der Sport beitragen! Vor allem beim Mannschaftssport ginge das sehr gut. Denn: Auf dem Feld wird man nicht nach Herkunft oder Religion, sondern nach Leistung beurteilt. Jeder Mensch ist mit Sport in einer gewissen Weise konfrontiert. Und je mehr Diversität die Menschen sehen, umso mehr gewöhnen sie sich daran, meint Enrico: „Es hilft sich damit zu befassen, damit sich die Gesellschaft ändert“.

Das komplette Interview von Enrico Kufuor

Wer mehr über Enrico Kufuor und seine Erfahrungen mit Alltagsrassismus erfahren möchte: Das komplette Interview „George Floyd: Wie ein Würzburger Trainer Rassismus erlebt“ kann hier im Artikel der Main-Post nachgelesen werden.

Dieser Beitrag beruht auf einem Artikel der Main-Post Redakteurin Julia Back.

- ANZEIGE -