Die Neubaustraße. Foto: Würzburg erleben
Die Neubaustraße. Foto: Würzburg erleben

Neubaustraße als Einbahnstraße: Polizei warnt vor Umsetzung

Erneut reagiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) entschieden auf einen weiteren Vorstoß, eine Einbahnstraßenregelung für die Neubaustraße in Würzburg zu installieren, so heißt es in einer Pressemitteilung. Christian Schulz, Vorsitzender der GdP Unterfranken, spricht von einem „Unding“.

Konzeptstudie „Neubaustraße“

Bereits im Jahr 2017, damals wurde gerade das neue Dienstgebäude der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt frisch bezogen, führte die Stadt Würzburg Bestrebungen, eine Konzeptstudie „Neubaustraße“ umzusetzen. Vor der Umsetzung der Studie, die vorsieht aus der Neubaustraße eine Einbahnstraße zu machen, hatte bereits vor drei Jahren die GdP gewarnt, heißt es. Der Vorstoß der Stadt Würzburg stieß damals auf starke Gegenwehr, wurde aber nun wieder vom ökologischen Verkehrsclub VCD aufgegriffen.

Gefahr für Polizei und Bürger

Christian Schulz positioniert sich ganz deutlich gegen diese Pläne und stellt deutlich die Gefahren für Polizei und Bürger bei der Verwirklichung solcher Pläne heraus. Die Neubaustraße wird von den Beamten der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt zu allen Einsätzen in den nord-östlichen Stadtteilen befahren. Zukünftig müssten die Polizisten dann einen enormen Umweg fahren, der zu deutlich längeren Wartezeiten bei Menschen führen wird, die sich von der Polizei schnelle Hilfe erwarten.

Keine Einfahrt entgegen der Einbahnstraße

Der Vorschlag, die Beamten könnten ja im Einsatzfall mit Blaulicht und Einsatzhorn die Einbahnstraße entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung befahren, sei nicht durchdacht, so Schulz. Zur Nutzung von Blaulicht und Martinshorn gibt es klare gesetzliche Regelungen. Hier muss ganz deutlich zwischen Sonder- und Wegerechten unterschieden werden. Und die Verhältnismäßigkeit muss beachtet werden. Zudem spricht Christian Schulz von einem hohen Gefährdungsrisiko für andere Verkehrsteilnehmer sowie Streifenwagenbesatzungen bei derartigem Befahren einer Einbahnstraße, was in der Realität tunlichst von den Beamten vermieden wird– es sei denn, die Einsatzstelle befindet sich in der Einbahnstraße.

Neben massiven Gefahren für alle Beteiligten des Straßenverkehrs sollten die Nachteile für Anwohner, Schulen, Gastronomie und Hotelgäste nicht übersehen werden, wenn sich zukünftig Einsatzfahrzeuge mit Einsatzhorn im Viertelstundentakt langsam und vorsichtig durch den Gegenverkehr in der Neubaustraße kämpfen. Am Tag wie in der Nacht.

Einbahnstraße sei Unding

Der unterfränkische GdP-Chef Schulz wiederholt seine Aussage von damals: „Bayerns größte Polizeidienststelle würde somit vom Würzburger Stadtgebiet nahezu abgenabelt werden“ und fügt hinzu, dass das Allgemeinwohl hier deutlich über den Interessen einzelner stehen muss. Es sei ein Unding, aus der Neubaustraße eine Einbahnstraße zu machen.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

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