Herr Maria aus Würzburg mit seinem neuen Song "In Liebe". Foto: Anton Maria Moser
Herr Maria aus Würzburg mit seinem neuen Song "In Liebe". Foto: Anton Maria Moser

Musik gegen Corona: Herr Maria im Interview

Die aktuelle Zeit bringt nicht nur negative Seiten mit sich, sondern kann dem Einen oder dem Anderen auch helfen, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. „Entschleunigung“ ist jetzt in aller Munde. Einfach mal runterkommen kann man auch perfekt zum neuen Song vom Würzburger Musiker „Herr Maria“. Das Lied „In Liebe“ beschreibt zwar eine äußerst aufregende Phase, nämlich das „Frisch-Verliebt-Sein“, aber der Song schafft es, das Gefühl auf eine ganz seichte und sanfte Art und Weise zu verpacken. Wir durften dem Musiker selbst ein paar Fragen stellen und haben spannende Antworten erhalten:

Noch mehr Musik gegen Corona

Würzburg erleben (WE): Wie lange machst du schon Musik? Wie bist du zur Musik gekommen?
Herr Maria: Ich habe als ‚Spencer‘ 2014 mit Battle-Rap begonnen und dann Songs geschrieben, die hauptsächlich von Masturbation, Eistee und Selbstwahrnehmung in der Pubertät handelten. 2015 habe ich dann ein erstes eigenes Album namens „Pubertäres Gefasel“ veröffentlicht. Nach dem Abitur habe ich neue Musiker-Freunde kennengelernt und 2017 mit Moses (damals ‚Motherfunka‘) das Album „14“ produziert, welches ein wichtiger Entwicklungsschritt für mich war.

Wehmut, Veränderung, Witz - mit diesen drei Worten beschreibt Herr Maria seine Musik. Foto: Anton Maria Moser.

Wehmut, Veränderung, Witz – mit diesen drei Worten beschreibt Herr Maria seine Musik. Foto: Anton Maria Moser.

Darauf wurde ich experimenteller und habe mich in Zusammenarbeit mit verschiedensten befreundeten Musikern an akustische Songs und bewussten Kitsch herangetraut. In derselben Kombination ist 2018 die Konzept-EP „Minne“ entstanden, auf der Rap und Minnesang zusammentreffen. 2019 schließlich habe ich meinen Künstlernamen zu ‚herr maria‘ geändert und mit meinen Freunden Maurice, Vince und Lius das Album „Die wilden Jahre“ aufgenommen. Auf diesem Album singe ich hauptsächlich und die gesamte Produktion ist in allen Einzelheiten mit der Hilfe vieler Freunde eigens in unserem Dachboden-Studio entstanden. Hier reichen die Songs von Ska, Reggae, Boogie bis zu gitarrenlastigen Songs und sogar einer Ballade. Das Spektrum ist im Laufe der Jahre deutlich bunter geworden.

WE: Beschreibe deine Musik doch mal in drei Worten.
Herr Maria: Wehmut, Veränderung, Witz.

 

 

WE: Erzähle uns noch ein wenig über den Prozess, wie es zu deinem Song „In Liebe“ gekommen ist.
Herr Maria: „In Liebe“ ist eine Neuauflage eines Songs von der EP „Minne“. Er beschreibt das Hochgefühl des Frisch-Verliebt-Seins und die Kehrseite dieses Gefühls. In unserem Dachboden hat Vince mit einer Gitarre und einigen Effekten den ursprünglichen Song nachinstrumentalisert und ich habe meinen damals etwas zu rauen Rap neuer, seichter aufgenommen. Die Idee der Neuauflage kam von Vince und war ein Ersatz für einen ausgefallenen Auftritt.

WE: Wie kann Musik deiner Meinung nach in der aktuellen Zeit helfen?
Herr Maria: Die Kombination Zeit und Musik ist wunderbar. Sie ermöglicht Musik in Werkform wahrzunehmen und Musikerkarrieren von Album zu Album zu durchdringen. Also weg vom Best-of und hin zur intensiven Beschäftigung mit der Diskografie. Oder man packt sich zur Abwechslung Sellerie in die Soße und hört „The Girl from Ipanema“ in der Version von 1963 in Dauerschleife – das hilft auch.

WE: Was sind deine Tipps, wie man am besten durch die Krisen-Phase kommt?
Herr Maria: Listen schreiben, Listen lesen, lesen, gut essen, Ballerspiele, Projekte beginnen.

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