Heavy-Metal-Band Heavysaurus vor großem Publikum. Foto: Susanne Müller
Heavy-Metal-Band Heavysaurus vor großem Publikum. Foto: Susanne Müller

Dinoband „Heavysaurus“ – Heavy-Metal für Kids

Heavy Metal mit Kinderpublikum scheint zuerst merkwürdig zu klingen. Doch genau das hat die Würzburger Heavy-Metal-Dinoband „Heavysaurus“ geschafft – in Dinosaurier- und Drachenkostümen rocken sie die Bühnen! Mit dabei ist Philipp aus Volkach – studiert hat er an der Hochschule für Musik und der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. Nun ist Philipp Schlagzeuger bei Heavysaurus und bezaubert Kinderaugen- und Herzen.

Die Band setzt es sich zum Ziel, Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren für ihre Musik zu begeistern – doch auch Erwachsene mögen ihre Lieder! Schon 2009 gab es in Finnland die erste Metal-Dino Band, die es sich zur Aufgabe machte, Metal-Musik mit kinderfreundlichen Texten zu vereinen – und schon knackten die Dino-Eier und aus ihnen schlüpften die Heavy-Metal-Dinos. Was die Band außerdem so besonders macht und wie sie es schaffen in Dino-Kostümen Musik zu machen, haben sie uns in einem Interview verraten.

Würzburg erleben (WE): Erzählt doch mal etwas über Euch: Wer seid Ihr? Was macht Ihr? Was verbindet Euch mit Würzburg?

Heavysaurus: Ich bin Philipp, Schlagzeuger und Tourmanager der Dino-Metal Band Heavysaurus; wir machen Heavy-Metal für Kids und Erwachsene! Ich selbst komme aus Volkach und habe an der Hochschule für Musik und der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg Musik auf Lehramt mit Schwerpunkt Instrumental- und Vokalpädagogik studiert und arbeite als Schlagzeuglehrer an der Musikschule in Volkach. Außerdem bin ich freiberuflich als Musiker, Social Media Manager und Content Creator tätig.

Heavysaurus Schlagzeuger Philipp Klinger aus Volkach. Foto: Sebastian Schmidt

Heavysaurus Schlagzeuger Philipp Klinger aus Volkach. Foto: Sebastian Schmidt

WE: Wie seid Ihr auf die Idee zu „Heavysaurus“ gekommen?

Heavysaurus: Das waren ehrlich gesagt nicht wir, sondern die Kollegen aus Finnland. Mirka Rantanen, Schlagzeuger der Band Thunderstone, wollte 2009 für seinen Sohn coole Metal-Songs schreiben und gleichzeitig aber kinderfreundliche Themen in den Texten verarbeiten; so entstand die Idee für das finnische Original „Hevisaurus“, das auch bis heute noch besteht.

WE: Wann hat das Ganze angefangen?

Heavysaurus: In Finnland war das 2009, in Argentinien („Heavysaurios“) ging es, wenn ich mich recht entsinne, 2012 los. Wir haben unsere erste Show im Juli 2017 auf dem Mounds Festival in Österreich gespielt.

Musik für Groß und Klein

WE: Was ist Eure Zielgruppe?

Heavysaurus: Natürlich erst einmal Kinder, etwa im Alter von drei bis zehn Jahren. Die dürfen blöderweise aber noch nicht alleine auf Konzerte gehen, deswegen ist uns auch wichtig, dass die Eltern Spaß an unserer Musik haben. Wir haben auch schon auf großen Festivals wie der Kieler Woche, dem Summer Breeze in Dinkelsbühl oder dem Werner Rennen in Hartenholm gespielt – dass wir hier und da mit etwas Ironie aufgenommen werden, ist uns durchaus bewusst, aber solange die Leute Spaß haben ist alles in Butter!

WE: Welche Dino-Arten kann man bei Euch vorfinden?

Heavysaurus: Unser Sänger ist ein Tyrannosaurus Rex, der Bassist ein Stegosaurus, unsere Keyboarderin ein Sinoceratops, der Gitarrero ist ein Drache und fällt damit auf den ersten Blick erst einmal aus dem Rahmen. Ich verkörpere einen Apatosaurus, also ein großes und friedliebendes Lebewesen: wie im echten Leben.

Bis zu 80 Grad im Kostüm

WE: Schränken die Kostüme nicht Eure Bewegungsfreiheit ein?

Heavysaurus: Absolut. Anfangs war es natürlich ziemlich ungewöhnlich. Die Kostüme sind ja doch sehr ausladend und, weil aus Leder, auch recht schwer. Alleine die Helme wiegen zwischen fünf und acht Kilogramm; stell dir vor du trägst einen Sack Kartoffeln für 75 Minuten Show und eine weitere Stunde für ein Meet&Greet auf dem Kopf: das ist super anstrengend, vor allem für den Rücken. Hinzu kommt, dass wir leider auch relativ wenig sehen, deswegen gehe ich Wege vorher meistens ab und sorge dafür, dass es nirgends Stolperfallen gibt.

Ansonsten achten wir darauf vor und nach der Show viel zu trinken und Obst zu essen; in dem Dress werden es gut und gerne bis zu 80 Grad, da grenzt jede Show an Hochleistungssport – vor allem im Sommer, wenn die Sonne auf die Bühne scheint.

In Dinokostümen Musik machen. Foto: Susanne Müller

In Dinokostümen Musik machen. Foto: Susanne Müller

WE: Wo nehmt Ihr Eure Ideen für die Songs her?

Heavysaurus: Die Musik kommt aus Finnland, die deutschen Texte schreibt Frank Ramond, der auch unter anderem schon für Roger Cicero gearbeitet hat. Es gibt tatsächlich auch schon einen Song, für den Christof (Gitarre), Jürgen (Bass) und ich einen Text geschrieben haben, allerdings ist das im wahrsten Sinne des Wortes noch Zukunftsmusik, haha.

WE: Was macht Eure Band so besonders?

Heavysaurus: Auf der Bühne stehen vier Dinos und ein Drache, also wenn das nichts Besonderes ist, dann weiß ich ja auch nicht, haha. Aber Spaß bei Seite: für mich als Musiker und Pädagogen ist der Spagat zwischen amtlich geschriebener und produzierter Musik und den Texten für Kinder super interessant. Die Gitarrensoli beispielsweise werden von namhaften Musikern wie Alexi Laiho (Children Of Bodom) gespielt; sowas klingt für die Kids super und die Erwachsenen Rocker-Eltern stehen natürlich voll drauf. Dazu handeln die Songs textlich von Freundschaft, Umweltschutz oder darum, dass Mama halt doch einfach die Beste ist.

Letztlich geht es uns auch darum Kindern Musik und damit Kultur nahezubringen. Ich erinnere mich gerne an eine Festivalshow in Dortmund zurück, als beim Meet&Greet ein kleiner Junge vor mir stand. Und mal ehrlich: wenn dir ein schätzungsweise Dreijähriger, der gerade so laufen kann, seine neuen Drumsticks unter die Nase reibt und sagt, dass er jetzt Schlagzeug spielen lernt, weil er dich toll findet, dann weißt du, dass du einen wirklichen coolen Weg eingeschlagen hast.

Corona-Einschränkungen

WE: Wie sieht es zurzeit aus? Gibt es Einschränkungen aufgrund von Corona?

Heavysaurus: Absolut. Ende März erschien unser neues Album „Retter der Welt“, das wir eigentlich mit einer ausgiebigen Tour promoten wollten. Viele Termine wurden zwar verschoben, die meisten fallen jedoch leider ersatzlos aus. Ein Onlinekonzert beispielsweise ist nur sehr schwer realisierbar, da die Musiker aus ganz Deutschland kommen und ja auch nicht jeder sein Kostüm zu Hause hat. Für uns alle bedeutet das momentan dementsprechend natürlich neben ungewollt viel Freizeit, auch einen Verdienstausfall. Die Zeit nutze ich jedoch andererseits auch wieder für die Band und überlege mir, wie man Show und Logistik verbessern kann oder arbeite mit unseren Technikern online am Licht- und Tonsetup.

WE: Was sind Eure Pläne und Ziele für die Zukunft?

Heavysaurus: Unser aller Alltag ist von Hektik und Stress geprägt; wir wollen Kindern und Eltern eine gute Zeit bereiten, in der sie einfach einmal abschalten und Spaß haben können.

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