Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig
Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig

Das finden die Würzburger positiv an der Corona-Zeit

Negative Nachrichten gibt es zurzeit viele: Seit der Ausbreitung des Corona-Virus Anfang 2020 hält die Welt den Atem an. Der Alltag jedes Menschen verändert sich – Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverbote, Veranstaltungen werden abgesagt, Einkaufen und Busfahren nur noch mit Maske und und und. Doch darf man im Leben nicht immer nur die negativen Seiten sehen. Warum sich nur darauf konzentrieren, wenn man auch die ganzen positiven Dinge wertschätzen kann?

Seniorenheim St. Nikolaus gilt als „coronafrei“

Die Zahl der Genesenen steigt nämlich ebenfalls an, und auch gab es zuletzt viele Lockerungen und eine Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen. Dennoch haben wir Euch, die Würzburg erleben-Community, letzte Woche gefragt „Welche positiven Erfahrungen zieht Ihr aus der Corona-Zeit?“

Zu sich selbst finden

Dadurch, dass man nun nicht mehr so viel unternehmen darf bzw. kann, hat man auch viel mehr Zeit – also auch Zeit für sich selbst. Wenn man diese Zeit sinnvoll nutzt, kann dies viel bewirken – auch für die mentale Gesundheit. So meint Matthias: „Ich konnte wieder mehr zu mir selbst finden und freue mich, aber ich freue mich auch, wenn es wieder vorbei ist.“ Doch er ist nicht der einzige – viele von Euch haben gemeint, dass sie zu sich selbst gefunden haben – unter anderem auch durch die Entschleunigung.

Termine werden abgesagt – die Welt steht still. Kerstin antwortete: „Entschleunigung, Zeit für mich selbst, die Wunder der Natur sehen, blauer Himmel, Achtsamkeit, Stille!!! Herrlich.“ Allgemein hat man in dieser Zeit viel mehr Möglichkeiten, Sachen zu erlernen, für die man davor keine Zeit hatte. Die Ausrede „Ich hab keine Zeit“ gilt jetzt nicht mehr. Egal, ob ein neues Hobby, ein neues Buch anfangen, wieder mal mehr Sport machen oder abends ein Bad nehmen – Zeit für sich bewirkt Wunder.

Symbolfoto Wald. Foto: Pascal Höfig

Symbolfoto Wald. Foto: Pascal Höfig

Das hat auch Mathew ausgenutzt: „Endlich wieder mal 3 Romane am Stück hintereinander im Garten gelesen. Das hab ich schon 25 Jahre nicht mehr geschafft.“ Genauso hat Rosemarie diese Chance ergriffen: „Ich habe seit langem mal wieder meine Leidenschaft am Selbermachen entdeckt, stricken, nähen, malen usw. Ich bin sogar früher auf, denn die Vögel zwitschern einfach so schön und so manchen schönen Sonnenaufgang zu sehen ist wunderbar.“ Die Menschen werden außerdem achtsamer – besonders der Natur gegenüber.

Bäume pflanzen im Homeoffice

So betrachtet man den Weinberg beim Spaziergang ganz anders, als zuvor. Man schätzt jeden Sonnenuntergang wert und genießt diesen. Außerdem nimmt man nicht mehr alles als selbstverständlich, so die Meinung der Würzburger.

Weinbau. Symbolbild: Dominik Ziegler

Weinbau. Symbolbild: Dominik Ziegler

Fürsorgliche Mitmenschen

Manche, die den Glauben an die Menschheit schon verloren haben, werden nun überrascht sein: In der derzeitigen Situation bedarf es eines großen Zusammenhalts von allen Menschen. Sobald einer aus der Reihe tanzt, kommt es schon zu Komplikationen. Doch tatsächlich halten sich die meisten an die geltenden Vorschriften: Sie tragen Masken, halten Abstand, helfen einander.

Malteser appellieren: Einkaufsdienst nutzen

Auch Nachbarschaftvereine wurden gegründet, um Menschen in Quarantäne und älteren Personen zu helfen, in dem sie ihre Einkäufe erledigen. Das „Wir-Gefühl“ wird spürbar. Alle halten zusammen – egal, ob groß, klein, jung, alt, arm oder reich. Das Virus betrifft jeden und so halten auch alle zusammen.

#CoronaCare Würzburg hilft sich

Auch Gerda ist dieser Ansicht und antwortet auf die Frage, was sie denn Positives aus der Situation herausnimmt mit: „That most people are caring and helpful“ – auf deutsch: Dass die meisten Menschen fürsorglich und hilfsbereit sind.

Verbesserte Luft, weniger Verkehr

Aufgrund der derzeitigen Lage wurde auch fast der gesamte Flugverkehr flach gelegt, da Urlaube und weitere Reisen ins Ausland verboten sind. Durch die Ausgangsbeschränkung darf man zudem nur noch wegen eines triftigen Grundes nach draußen in die Stadt. Viele Angestellte arbeiten außerdem im Home-Office.

5 Tipps für’s Homeoffice

Das heißt, es herrscht viel weniger Verkehr auf den Straßen. Dadurch gelangen auch viel weniger Abgase in die Umwelt. Der CO2 Ausstoß sinkt und die Natur muss viel weniger leiden. Das findet auch Helmut: „Was einem besonders auffällt, ist die bessere Luft durch weniger Verkehr, es ist im Allgemeinen viel weniger Lärm.“ Auch im ÖPNV hat man gleichzeitig mehr Platz und muss sich nicht mehr neben den Nebenmann in der Straßenbahn quetschen. Das finden auch Holger und Fuku. Ein weiterer positiver Aspekt für Miriam ist: „Ich kriege JEDEN Tag sofort den Parkplatz direkt vor meiner Haustür in der Innenstadt.“ Auch der Weg zur Arbeit wird angenehmer. Da weniger Autos unterwegs sind, kommt es zu weniger Verkehrsbehinderungen. Wie man sieht, gibt es auch Vorteile in dieser harten Zeit.

Mehr Zeit für die Familie

Kindergärten und Schulen sind zu. Außerdem müssen viele Menschen von daheim aus arbeiten. Das bedeutet, dass sowohl Kinder, als auch Eltern mehr Zeit daheim verbringen. Man kann zusammen kochen, Brettspiele spielen, spazieren gehen, sich unterhalten und viele weitere Sachen zusammen unternehmen. Auf die Frage, was denn für Su positiv an der derzeitigen Situation ist, antwortete sie mit „Familie genießen.“ Auch Melly war der gleichen Meinung: „Die Zeit zu Hause mit meiner Familie, so viel hat man vermutlich nicht mehr… Und die Kids genießen es!“

Was kann es für die Kinder denn Schöneres geben, wenn die Eltern zu Hause sind und sich Zeit für die Familie nehmen? Die Familie ist und bleibt das wichtigste und besonders in Situationen wie diesen muss man zusammenhalten, wie die Würzburger finden. Sandra schrieb „Man schätzt Freunde, Familie, Verwandte und Nachbarn wieder ganz anders. Es gibt ein größeres WIR. Wir achten gemeinsam auf die Oma, überlegen uns tolle Überraschungen für Ostern und Geburtstage, telefonieren häufiger und fragen öfter mal nach, wie es den anderen so geht. Das, was selbstverständlich war, ist jetzt wieder etwas Besonderes. Und das sollte uns eine Lehre sein!“

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