Am 3. November wird entschieden, ob Donald Trump Präsident von Amerika bleibt. Dies kann sich ebenfalls auf den Tourismus und die Visabestimmungen auswirken. Foto: Bettina Bocskai
Am 3. November wird entschieden, ob Donald Trump Präsident von Amerika bleibt. Dies kann sich ebenfalls auf den Tourismus und die Visabestimmungen auswirken. Foto: Bettina Bocskai

Visa Amerika: Was wird sich im Jahr 2020 ändern?

2020 ist das Jahr der US-amerikanischen Wahlen. Am 3. November wird das Land entscheiden, ob der derzeitige Präsident Donald Trump bleibt oder, ob jemand anderes die einflussreichste Position in der Welt einnehmen wird. Ein Sektor, welcher dadurch beeinflusst wird, ist der Tourismus. Und deshalb auch die Visa.

US-Amerikanische Visa

Die Vereinigten Staaten haben wahrscheinlich das ausführlichste Visasystem der Welt. Das nordamerikanische Land hat 185 verschiedene Arten von Visa. Diese lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: Einwanderungsvisa und Nicht-Einwanderungsvisa. Die erste Art betrifft Visa für Personen, welche für einen längeren Zeitraum oder sogar dauerhaft in die USA auswandern wollen. Nicht-Einwanderungsvisa sind, wie der Name schon sagt, Visa für Reisende, welche vorübergehend in die USA reisen möchten. Das kann für Urlaubs- oder Geschäftsreisen und alles dazwischen sein. Es überrascht daher nicht, dass jedes Jahr die ganze Welt den Ankündigungen von Änderungen im US-amerikanischen Visasystem große Aufmerksamkeit schenkt. Millionen von Reisenden aus der ganzen Welt reisen jedes Jahr in das Land.

Das Regime von Donald Trump

Präsident Trump hatte bereits während seines Präsidentschaftswahlkampfes im Jahr 2016 angekündigt, dass er harte Maßnahmen gegen die Einwanderung ergreifen werde. Mit dem Slogan „America First“ versprach Trump, alle Probleme im Inland anzugehen, bevor er das Ausland berücksichtigt. Viele Politologen glauben, dass dies ein entscheidender Punkt für den Medienmagnaten war, um die Wahlen schließlich zu gewinnen. Trump hat sein umstrittenes Versprechen auf vielen Gebieten gehalten. Es gab zunächst seine Entscheidung, eine allgemeine Einreisesperre für Reisende aus verschiedenen islamischen Ländern einzuführen. Auch andere Länder haben stark unter der strengen Politik von Trump gelitten. In Nigeria beispielsweise ging die Zahl der Reisenden in die USA unter den neuen Trump-Regeln um bis zu 21 Prozent zurück.

Demokraten oder Republikaner

Die ganze Welt blickt gespannt auf den bevorstehenden Wahlkampf in diesem Jahr. Vier Jahre mit der republikanischen Partei unter Trump haben bereits gezeigt, was andere Länder in Bezug auf Visa und Einwanderung erwarten können. Die Hoffnung vieler dieser Länder, welche unter Trumps Führung eine schwere Zeit erlebt haben, ist, dass die Demokraten gewinnen werden, denn die meisten dieser Kandidaten sind der Einwanderung gegenüber sehr viel offener als Trump und seine republikanische Partei und haben wiederholt die ihrer Meinung nach „unmenschliche“ Behandlung gefährdeter Migranten durch Trump kritisiert.

Was sich für deutsche Reisende ändert

Die USA sind ein sehr beliebtes Urlaubsziel für deutsche Reisende. Auch werden viele Geschäftsreisen in die USA unternommen. Reisende aus Deutschland müssen sich keine zusätzlichen Sorgen über das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 machen. Sie benötigen überhaupt kein Visum, um in die USA zu reisen. Das liegt daran, dass Deutschland unter das sogenannte „Visa Waiver Program“ fällt – ein Sonderprogramm für Länder, mit welchen die Vereinigten Staaten enge Beziehungen unterhalten.

ESTA statt Visa

Reisende aus diesen Ländern benötigen kein Visum, um in die USA zu reisen. Sie können stattdessen einen ESTA beantragen. ESTA ist eine Abkürzung und steht für „Electronic Travel Authorization“. Es ist eine digitale Reisegenehmigung, um in die USA einzureisen. Im Gegensatz zum Visum ist die Beantragung eines ESTA sehr einfach und auch viel günstiger. Man muss lediglich das ESTA-Formular ausfüllen, was innerhalb von fünf Minuten erledigt wird. Danach wird das ESTA dem Reisenden per E-Mail zugeschickt, oft noch am selben Tag. Es muss nicht ausgedruckt werden. Sobald das ESTA erteilt wurde, wird der Reisende in der digitalen Datenbank der US-Einwanderungsbehörde registriert.

 

 

Das ESTA kann jedoch nicht von allen deutschen Reisenden verwendet werden, welche in die USA reisen. Diese Reisegenehmigung hat, genau wie das Visum, ihre eigenen Voraussetzungen. Der Vorteil ist, dass diese oft weniger streng sind als beim Visum. Nichtsdestotrotz geraten viele Reisende in Problemen, weil sie die ESTA-Voraussetzungen nicht gründlich genug gelesen haben. Seit 2011 ist es beispielsweise nicht mehr erlaubt, ein ESTA zu beantragen, wenn man in bestimmten Ländern, wie dem Iran oder Irak, gewesen ist.

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