FHWS Würzburg-Schweinfurt. Symbolfoto: Pascal Höfig
FHWS Würzburg-Schweinfurt. Symbolfoto: Pascal Höfig

Keine Präsenzlehre: FHWS wird zu interaktivem Online-Campus

Moderne e-Learning-Werkzeuge ermöglichen zahlreiche zeitgleiche und zeitversetzte Lehr- und Lernmöglichkeiten
COVID-19-Pandemie und Studienbeginn: Das bedeutet vorerst keine Präsenzlehre, geschlossene Türen. Was nun? Wie sieht das Studium im aktuellen Sommersemester an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) aus? Bedeutet das, dass das Lehren und Lernen nur noch in Form eines stillen Selbststudiums verläuft, oder gibt es darüber hinaus moderne, virtuelle, lebendige Formen der Wissensvermittlung und –aneignung?

Portfolio an e-Learning-Werkzeugen

Die FHWS bietet ein breites Portfolio an kreativen, flexiblen und interaktiven e-Learning-Werkzeugen an. Es gibt hierbei zeitgleiche (synchrone) sowie zeitversetzte (asynchrone) Studienangebote mit jeweiligen Vorzügen. Während synchrone Module geeignet sind in Situationen, in denen Kommunikationspartner aufeinander reagieren, werden asynchrone Formen vor allem in Veranstaltungen eingesetzt, in denen in der Lehre ausführlichere Inhalte entwickelt, vermittelt, ausgetauscht und diskutiert werden.

Digitale face-to-face-Meetings

So kann man beispielsweise zwar keine face-to-face-Meetings durchführen, alternativ bieten sich jedoch Videokonferenzen an über ZOOM-Rooms, Stack oder Adobe Connect. Und statt sich im Lieblings-Café zu treffen, können Studierende in interaktiven Lerngruppen und Chat-Rooms zusammenkommen. In Webinaren können sich alle Beteiligten über Blickkontakte sehen, sich austauschen, Folien einblenden oder über Chat-Funktion z. B. nützliche Links weiterreichen ins Team. Auch sogenannte Online- Meetings ermöglichen im Studium z. B. mit internationalem Background die Kommunikation, das Arbeiten und Interagieren mit Gruppenmitgliedern.

Zeitversetzte Lehrformen

Neben diesen zeitgleichen Optionen werden Inhalte auch vielfach in zahlreichen zeitversetzten Lehrformen durchgeführt. Diese können Studierende räumlich wie zeitlich flexibel nutzen – und sollte ein Sachverhalt nicht gleich beim ersten Mal verstanden werden, hat man über diese Angebote auch die Möglichkeit, einen Abschnitt zu wiederholen. So bieten Professorinnen und Professoren beispielsweise das Blended Learning an: Bei diesem Wechsel aus Online- und virtueller Präsenzlehre werden Inhalte digital vermittelt und können in der Präsenz noch einmal in Übungen oder Projektarbeiten vertieft werden. Andreas Stößel vom Zentrum Digitale Lehre an der FHWS befürwortet den Einsatz sogenannter e-Scouts beim Blended Learning: Es funktioniere immer dann besonders erfolgreich, wenn sich Lernende online gut begleitet fühlten.

SMART vhb

Eine weitere Möglichkeit stellt das sogenannte SMART vhb dar. Bei dieser Art des „YouTubes“ für Lehrende, so Stößel weiter, umfasse jede digitale Lerneinheit eine definierte Bearbeitungszeit und ist thematisch in sich abgeschlossen. Viele Hochschulen beteiligen sich an diesem Programm der Virtuellen Hochschule Bayern.

Umgedrehter Klassenraum – Flipped Classroom

Das Konzept des umgedrehten Klassenraums, des „Flipped Classrooms“, kann man sich folgendermaßen vorstellen: Die herkömmlichen Phasen aus Präsenz im Unterricht sowie Hausaufgaben zuhause werden getauscht: Während der Lehrveranstaltung findet nicht mehr die reine Wissensvermittlung in Frontbeschallung statt. Das Wissen wird vielmehr bereits angewandt und gemeinsam diskutiert. Die eigentliche Wissensvermittlung findet somit vorgelagert in einer Online- oder Selbsterarbeitungsphase „zuhause“ statt. Der große Vorteil dieser didaktischen Methode: In der virtuellen Präsenszeit können sich Studierende deutlich stärker auf Detailfragen konzentrieren und das verinnerlichte Wissen bereits anwenden.

Anwendung spieltypischer Elemente – Gamification

Fast alle Menschen spielen gern. Diese Neigung macht sich die sogenannte „Gamification“, die Anwendung spieltypischer Elemente, im Rahmen der Lehre zu Nutze. An der FHWS arbeitet beispielsweise Professorin Dr. Isabel John an der Fakultät Informatik und Wirtschaftsinformatik mit Gamification-Aspekten im Kurs „IT-Projektmanagement Gamified“. Kursteilnehmende können verborgene Inhalte freischalten und Erfahrungspunkte sammeln, um in einen höheren Level aufzusteigen.

Vielen Studierenden werden sicher liebgewonnene Gewohnheiten und Arbeitsmöglichkeiten fehlen. Jedoch kann dieses digitale Semester auch ganz neue Chancen bereithalten mit sehr viel Flexibilität, Spontaneität und Kreativität auf Seiten der Lernenden wie Lehrenden.

Artikel beruht auf eine Pressemitteilung der FHWS. 

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