Coronavirus. Symbolfoto: Katharina Kraus
Coronavirus. Symbolfoto: Katharina Kraus

Coronavirus: Das sollten Menschen mit Lungenerkrankungen wissen

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 hält derzeit die ganze Welt in Atem. Stark verunsichert angesichts der Corona-Pandemie fühlen sich vor allem Patienten mit Lungenerkrankungen, beispielsweise mit Mukoviszidose oder COPD. Haben sie ein erhöhtes Risiko, schwer an der Atemwegskrankheit Covid-19 zu erkranken? Und gibt es spezielle Maßnahmen, die sie jetzt ergreifen sollten? Hier finden Betroffene Antworten auf die häufigsten Fragen!

Wer ist besonders gefährdet?

Zu den Corona-Risikopatienten zählen Menschen mit folgenden Lungenerkrankungen:

  • Chronisch-obstruktive Bronchitis mit Überblähung der Lungenbläschen (COPD): Hierbei handelt es sich um eine fortschreitende Verengung der Atemwege (Bronchien).
  • Bronchiektasie: Betroffene haben unumkehrbare Ausbuchtungen der Bronchien, welche meist aufgrund entzündlicher Prozesse in der Lunge entstehen.
  • Mukoviszidose: Menschen mit dieser seltenen Stoffwechselerkrankung leiden unter einem zähen Schleim in der Lunge und anderen Organen. Dies führt häufig auch zu Atemschwierigkeiten.
  • Bösartige Tumore: Besonderen „Corona-Schutz“ benötigen auch Lungenkrebspatienten – insbesondere, wenn diese aktuell eine Chemotherapie machen, welche das Immunsystem zusätzlich schwächt.

Aber auch bei anderen gesundheitlichen Einschränkungen der Lunge, beispielsweise nach einer Lungentransplantation oder bei Tuberkulose, ist besondere Vorsicht geboten. Leichte Entwarnung geben Mediziner in Bezug auf Corona hingegen Menschen mit Asthma. Sofern sie gut therapiert und eingestellt sind, ist die Gefahr einer schweren Infektion – laut des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) – nicht größer als bei Gesunden.

Warum ist das Coronavirus für sie besonders riskant?

Zunächst einmal ist wichtig: Patienten mit Lungenerkrankungen haben kein größeres Risiko, sich mit dem neuartigen Coronavirus anzustecken, als gesunde Menschen. Es ist jedoch wahrscheinlicher, dass sie Symptome zeigen und die Infektion schwer verläuft. Denn die Coronaviren befallen vor allem die oberen und unteren Atemwege. Ist die Lungenschleimhaut bereits durch bestehende Erkrankungen geschwächt, können die Viren schlechter vom Immunsystem bekämpft werden. Es kann zu einer schweren oder sogar tödlichen Lungenentzündung kommen. Das muss aber nicht unbedingt sein. Es gibt bisher auch Fälle von Infizierten mit Lungenerkrankungen, welche überhaupt keine Corona-Symptome gezeigt haben oder wieder komplett gesund geworden sind.

Sollten Medikamente abgesetzt oder die Dosierung geändert werden?

Nein. Patienten mit Lungenerkrankungen wie Asthma, COPD und Co. sollten auf keinen Fall eigenmächtig ihre Therapie umstellen. Die Medikamente helfen dabei, die Lunge gesund zu halten. Werden sie einfach abgesetzt oder die Dosierung verändert, könnte das Risiko schwerwiegender Infektionen steigen. Das Gesundheitssystem ist aufgrund der vielen Corona-Patienten ohnehin überbelastet, weshalb es umso wichtiger ist, dass jeder möglichst gesund bleibt. Deshalb müssen die Medikamente auch weiterhin – wie vom Arzt verschrieben – eingenommen werden.

Was können Lungenerkrankte tun, um sich zu schützen?

Die Corona-Situation ist im ständigen Wandel. Deshalb ist es wichtig, sich an die aktuellen Anweisungen und Verordnungen der Gesundheitsbehörden zu halten. Diese haben die Entwicklungen stets im Blick und überarbeiten – in enger Zusammenarbeit mit Medizinexperten – auch stetig ihre Empfehlungen für Risikopatienten. Zudem gibt es einige Schutzmaßnahmen, welche grundsätzlich jeder befolgen sollte, um einer Infektion mit Corona vorzubeugen – für Menschen mit Lungenerkrankungen sind diese besonders wichtig. Es gelten folgende Empfehlungen:

  • Der Kontakt zu (möglicherweise) Erkrankten ist zu vermeiden.
  • Mund, Nase oder Augen sollten nicht mit ungewaschenen Händen berührt werden.
  • Es wird empfohlen, die Hände nach dem Berühren möglicherweise kontaminierter Oberflächen stets gründlich und mindestens 20 Sekunden lang mit Seife und warmen Wasser zu waschen.

Lungenerkrankte sollten während der Corona-Krise zudem weitmöglichst zuhause bleiben. Es gibt zwar kein Recht auf Homeoffice, viele Arbeitgeber ermöglichen diese Option aber dennoch. Auch das Einkaufen kann eventuell ein Nachbar oder Freund übernehmen. Kurze Spaziergänge oder Sport an der frischen Luft tun aber dennoch gut.

Ist es ratsam, Masken zu tragen?

Die Schutzwirkung von Masken ist umstritten. Die WHO empfiehlt das Tragen von Masken bisher nur gesunden Menschen, welche Kontakt zu möglicherweise infizierten Covid-19-Patienten haben – also vor allem medizinischem Fachpersonal. Ohnehin gelten nur sogenannte FFP3-Masken mit Filterfunktion als sicher. Sie sind jedoch momentan nur schwer zu bekommen und Mitarbeitern im Krankenhaus vorbehalten. Bei chirurgischen Masken ist die Schutzwirkung wesentlich geringer. Sie schützen weniger den Maskenträger selbst, sondern eher Kontaktpersonen.

Kontaktinfektion vermeiden: So überträgt Coronavirus sich über Oberflächen

Patienten, welche dennoch Masken tragen wollen, um eine Corona-Ansteckung zu vermeiden, sollten außerdem beachten, dass der Mund- und Nasenschutz das Atmen zusätzlich erschweren kann – das gilt vor allem für Menschen mit Asthma oder COPD, die an Atemnot leiden. Wer dennoch Schutzmasken gegen Viren verwenden möchte, sollte vor dem Aufsetzen gründlich die Hände reinigen und darauf achten, dass diese eng anliegt. Es dürfen keine Lücken zwischen Gesicht und Maske bleiben.

Ist eine Pneumokokken-Impfung sinnvoll?

Die Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor Covid-19, aber wenn eine Viruserkrankung vorliegt, kann es jederzeit zusätzlich zu einer bakteriellen Lungenersetzung kommen. Die Impfungen sind derzeit in Deutschland nur eingeschränkt verfügbar. Personen mit einer chronischen Atemwegsinfektion (wie Asthma oder COPD) haben aber eine höhere Priorität geimpft zu werden. Wichtig: Risikopatienten sollten vor der Impfung telefonisch Kontakt zu ihrem Hausarzt aufnehmen. Zum einen, um sicher zu stellen, dass der Impfstoff beim Arzt auch verfügbar ist. Und zum anderen, damit die Aufnahme in der Praxis besprochen werden kann. So lässt sich vor Ort eine Übertragung von SARS-CoV-2 möglichst vermeiden.

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