Die Arbeitslosigkeit droht, was nun? Keine Panik! Die Zeit bietet auch Chancen. Foto: Dominik Ziegler
Die Arbeitslosigkeit droht, was nun? Keine Panik! Die Zeit bietet auch Chancen. Foto: Dominik Ziegler

Arbeitslosigkeit steht bevor – was nun?

Plötzlich arbeitslos zu werden, das ist für fast jeden Menschen ein riesiger Schock und kann drei verschiedene Gründe haben:

  1. Arbeitsvertrag läuft aus
  2. Kündigung seitens des Arbeitgebers
  3. Kündigung seitens des Arbeitnehmers

In Deutschland hat sich die Zahl der Arbeitslosen halbiert – waren es 2005 noch 4,86 Millionen Arbeitslose, liegt diese Zahl laut statista mit jetzigem Stand bei 2,4 Millionen. Angesichts der Corona-Krise könnte es in naher Zukunft zu einer Trendwende in Bezug auf die Arbeitslosigkeit kommen. Am 31. März hat der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil mitgeteilt, dass 470.000 Betriebe in Deutschland Kurzarbeit angemeldet haben. Besonders betroffen sind folgende Branchen:

  • Luftfahrt
  • Tourismus
  • Autobauer
  • Banken und Sparkassen
  • Kunst und Kultur

In diesem Beitrag sollen Informationen darüber gegeben werden, wie man sich verhalten sollten, wenn die Arbeitslosigkeit droht, und was man tun kann, um die tägliche Motivation nicht zu verlieren.

Arbeitslos melden

Ist das Datum bekannt, wann das Arbeitsverhältnis endet? Dann sollte man sich spätestens drei Monate davor beim Arbeitsamt als arbeitslos melden. Wenn das Datum nicht vorhersehbar war (es kommt zu einer plötzlichen Kündigung durch den Arbeitgeber oder Arbeitnehmer), dann muss man sich innerhalb von drei Tagen arbeitslos melden. Anspruch auf Arbeitslosengeld hat in der Regel jeder, der im Zeitraum von zwei Jahren mindestens 12 Monate lang beschäftigt war. Das Arbeitslosengeld entspricht 60 Prozent des Nettoeinkommens in diesem Zeitraum. Wenn man aufgrund schlechten Verhaltens gekündigt wurde oder sich selbst dazu entschieden hat, die Kündigung einzureichen, dann unterliegt man einer Sperrfrist von 12 Wochen und erhält erst nach Ablauf dieser Frist das Arbeitslosengeld. Wenn man in der Zeit auf Geld angewiesen ist, um finanzielle Engpässe zu überbrücken, lohnt sich ein Kredit für Arbeitslose.

Arbeitslosigkeit nutzen: Vier Tipps

Nachdem man ein Jahr lang ALG-I erhalten hat, folgt der Anspruch auf ALG-II, welches 389 Euro im Monat beträgt. Aber nicht so schnell – wir zeigen jetzt erstmal, wie man die Zeit während der Arbeitslosigkeit nutzen kann, um die beruflichen Chancen zu erhöhen.

1. Profile & Unterlagen auf den neuesten Stand bringen

Ohne das Internet geht heutzutage wenig – das gilt auch für die Jobsuche. Wir empfehlen, das Profil in den sozialen Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn zu aktualisieren. Man sollte darauf achten, dass man ein möglichst vollständiges Profil hat. Bedeutet: alle beruflichen Stationen anzugeben, die Tätigkeitsfelder zu beschreiben, sich kurz und prägnant zu präsentieren. Jeden Tag sind Personalvermittler unterwegs und suchen für Unternehmen nach potenzieller Verstärkung – ein gutes Profil ist dabei die halbe Miete. Dasselbe gilt übrigens auch für das Bewerbungsschreiben, welches womöglich veraltet ist sowie der Lebenslauf. Man sollte für Vollständigkeit in den Unterlagen sorgen!

2. Sein Netzwerk nutzen

Das Netzwerk spielt eine immens wichtige Rolle in der Berufswelt. Hat man während der Arbeitszeit eines aufgebaut, hilft einem dies nämlich nicht nur, Menschen aus der Branche kennenzulernen und sich Fachwissen durch den Austausch mit Kollegen anzueignen. Besonders in Zeiten der Arbeitslosigkeit könnte das Netzwerk ein Ass im Ärmel sein. Im Idealfall hat man bereits ein Profil in Business-Netzwerken und stellt eine Liste mit Personen zusammen, welche man darüber informieren möchten, dass man momentan auf Stellensuche ist. Vielleicht weiß jemand aus dem Netzwerk etwas von einer offenen Stelle in seinem Unternehmen oder kennt jemanden, der jemanden kennt usw.

3. Traum von der Selbstständigkeit verwirklichen

Das große Maß an Selbstbestimmung und die damit verbundene Freiheit sind bei der Selbstständigkeit sehr verlockend. Hat man noch während der alten Beschäftigung mit dem Gedanken gespielt, sich selbstständig zu machen? Vielleicht eignet sich die Kündigung ja als eine ideale Gelegenheit, den Traum von der Selbstständigkeit zu realisieren. Besonders heute, im digitalen Zeitalter, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, sich mit einem geringen Startkapital selbstständig zu machen. Man muss nicht zwingend einen Kredit für Selbstständige aufnehmen – Hilfe gibt es auch vom deutschen Staat. Empfänger von Arbeitslosengeld I erhalten den sogenannten Gründungszuschuss. Dieser beträgt die Höhe des Arbeitslosengeldes inklusive 300 Euro über einen Zeitraum von sechs Monaten. Es besteht die Möglichkeit, nach Ablauf dieser sechs Monate noch neun weitere Monate eine Stütze in Höhe von 300 Euro zum Arbeitslosengeld zu erhalten.

Zuschuss auch bei ALG-II

Auch für Empfänger von Arbeitslosengeld II gibt es für den Schritt in die Selbstständigkeit Hilfe – nämlich das Einstiegsgeld. Anders als beim Gründungszuschuss liegt die Dauer sowie Höhe der Unterstützung im Ermessen des Sachbearbeiters. Daher ist es umso wichtiger, dass man einen realistischen Business-Plan erstellt und die zuständigen Sachbearbeiter im Jobcenter davon überzeugt, dass die eigene Idee umsetzbar ist. Zudem muss man nachweisen, dass man die Selbstständigkeit hauptberuflich ausübt.

4. Bildungsgutschein bei Weiterbildungen erhalten

Auf ähnliche Weise kann die Arbeitslosigkeit sehr gut genutzt werden, um berufliche Chancen weiter zu erhöhen – nämlich mit einem Branchenwechsel oder mit einer Weiterbildung. Das Arbeitsamt fördert eine Weiterbildung in Form der Ausstellung eines Bildungsgutscheins. Dieser wird unter folgenden Umständen vergeben:

  • um die Chancen auf einen Job zu erhöhen
  • um einen fehlenden Schulabschluss nachzuholen
  • um eine drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden

Weitere Möglichkeit: Branchenwechsel

Ansonsten könnte auch ein Branchenwechsel in Frage kommen. Das hängt natürlich von der Ausgangslage, Chancen und Risiken ab, welche man mit Sorgfalt auswerten sollte. Man sollte sich nicht entmutigen lassen – in vielen Branchen gibt es Quereinsteiger. Am besten stellt man Kontakt zu Menschen in der Branche der Wahl her und erkundigt sich im Internet nach Möglichkeiten, sich das entsprechende Fachwissen anzueignen.

Fazit

Der Schritt in die Arbeitslosigkeit fällt keinem Menschen einfach – besonders angesichts der Ungewissheit, wie lange dieser Zustand dauern wird. Besonders jetzt, in Zeiten der Corona-Krise, müssen sich neben vielen Menschen, welche in Kurzarbeit geschickt werden, auch einige auf eine Arbeitslosigkeit vorbereiten. Um diese Periode so gut wie möglich zu verkürzen, gibt es einige Dinge, welche man unternehmen kann. Priorität ist, dass man sich arbeitslos meldet und die finanzielle Hilfe erhält, welche einem staatlich zusteht. Anschließend sollte man seine Unterlagen aktualisieren sowie Menschen kontaktieren, welche sich für einen intern in deren Unternehmen umhören könnten. Eine weitere Möglichkeit wäre, sich selbstständig zu machen oder einen Branchenwechsel in Erwägung zu ziehen, um die Chancen auf eine Beschäftigung zu erhöhen. Auf Online-Vergleichsportalen wie Financer.com findet man zudem Sparratgeber, mit denen man in Zeiten der Arbeitslosigkeit Geld sparen kann.

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