Das Coronavirus hat aktuell starke Auswirkungen auf den Finanzmarkt. Foto: Pascal Höfig
Das Coronavirus hat aktuell starke Auswirkungen auf den Finanzmarkt. Foto: Pascal Höfig

Coronavirus: Auswirkungen auf den Finanzmarkt

Aktionäre wissen, dass man an der Börse gerne mit Tierbildern arbeitet. So stößt der Stier mit den Hörnern immer von unten nach oben. Aus diesem Grund werden anhaltende steigende Kurse auch als Bullenmarkt bezeichnet. Es geht bergauf. Der Bär schlägt mit seinen Pratzen hingegen von oben nach unten. Das Ergebnis? Fallende Kurse. Hier spricht man vom Bärenmarkt. Ein Tier gibt es noch, welches jedoch selten zum Vorschein kommt – der schwarze Schwan. Hier handelt es sich um ein bislang nicht vorstellbares Ereignis, welches dafür sorgt, dass alle Planungen wie Prognosen auf den Kopf gestellt werden. Diesmal ist der schwarze Schwan keine Bankenkrise, sondern ein Virus, welches die Welt in einen noch nie dagewesenen Stillstand versetzt hat. Die Auswirkungen des Virus auf den Finanzmarkt sind stark zu spüren.

Gibt es Parallelen zu 2008?

Sorgt der Coronavirus für die Wiederholung der Finanzkrise 2008? Noch ist unklar, wie es weitergeht. Zum aktuellen Zeitpunkt mag es unseriös sein, die weitere Entwicklung einzuschätzen – vor allem auch mit Blick auf die Langzeitfolgen dieses weltweiten Stillstands, welcher durch den Virus verursacht worden ist. Natürlich gibt es Ähnlichkeiten mit 2008. Die Märkte sind in Panik verfallen – auf einmal hatte fast jeder seinen Finger am Verkaufsknopf. Das war auch der Grund, warum die Aktienmärkte eingebrochen sind.

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Aber nicht nur der DAX, Dow Jones sowie NASDAQ mussten Verluste einstecken. Wer über Bitcoin Era aktiv war, hat ebenfalls gemerkt, dass der Bitcoin infiziert wurde. So ging es von rund 8.000 US Dollar auf unter 5.000 US Dollar. Jedoch gibt es einen Unterschied zu 2008, welcher nicht außer Acht gelassen werden darf: Die Finanzkrise wurde durch die Finanzmärkte ausgelöst. Es handelte sich um keinen Virus, sondern mehr um eine Art Schlaganfall, welcher enorme Auswirkungen auf die Realwirtschaft hatte. Nun ist es umgekehrt. Jetzt wird die „echte Wirtschaft“ getroffen und die Finanzmärkte werden die Auswirkungen zu spüren bekommen.

Entwicklung der Krisenwährungen

Gold ist seit Jahresbeginn stark gestiegen. Investoren entscheiden sich immer für Gold, wenn es darum geht, einen entsprechenden Schutz aufzubauen. Anfang März kletterte der Preis um 8 Prozent nach oben. Doch der Preis von fast 1.700 US Dollar konnte nicht lange gehalten werden. Der immer stärker werdende Euro hat den Goldkurs auf unter 1.500 US Dollar rutschen lassen. Besonders gefragt sind aktuell die Anleihen. Vor allem von jenen Staaten, welche als sicher eingestuft sind. Das drückt natürlich die Zinsen in den Keller, welche die Staaten für ihre Schulden bezahlen – und somit steigen die Kurse der Staatsanleihen. Im Endeffekt funktionieren die Anleihen für die Großanleger wie Sparbücher für die privaten Sparer. Hier wird das Geld vor einem Aktiencrash in Sicherheit gebracht. Kurzfristig mag es also sinnvoll sein, sich jetzt mit Anleihen zu befassen. Langfristig bleiben Aktienmärkte jedoch weiterhin die Nummer 1. Mitunter sind die Aktienmärkte auch jetzt so interessant wie schon lange nicht mehr. Schlussendlich könnte man jetzt zu besonders niedrigen Preisen einkaufen.

Was passiert mit dem Bitcoin?

So auch, wenn man sich mit dem Bitcoin befasst. Lag der Bitcoin noch zu Beginn des Jahres bei 10.000 US Dollar, so rutschte dieser auf unter 5.000 US Dollar. Ende März bewegte sich die Kryptowährung bei 6.700 US Dollar. Berücksichtigt man das Bitcoin Halving, welches für Mai erwartet wird, so könnte das jetzt der ideale Zeitpunkt sein, um in die Kryptowährung zu investieren. Jedoch gibt es keine Garantie, dass es demnächst wieder nach oben geht. Befasst man sich jedoch mit der Kurshistorie, so kann man aber davon ausgehen, dass der Bitcoin an Stärke zulegen kann.

Der Blick in die Zukunft

In den nächsten Wochen wird man einen noch nie dagewesenen staatlichen Aktionismus erleben können. Es werden Steuersenkungen sowie Konjunkturpakete erwartet, damit Haushalte wie Unternehmen unterstützt werden können. Zudem werden auch die Notenbanken eine stärkere Rolle einnehmen: So wird es „Helikopter-Geld“ geben sowie massive Markteingriffe – mitunter direkt am Aktienmarkt selbst. Was man bereits sicher sagen kann: Die Zinsen werden niedrig bleiben. Geht es um eine gewinnbringende Veranlagung, so müssen Sparer weiterhin kreativ sein und Kreditnehmer dürfen sich über günstige Finanzierungen freuen.

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