Studierende der UAEM Würzburg, Foto: UAEM Würzburg.
Studierende der UAEM Würzburg, Foto: UAEM Würzburg.

Gastbeitrag: Petition zur Gewährleistung weltweiter medizinischer Versorgung

Gastbeitrag von Melissa Zimniak. Melissa ist Mitglied bei UAEM (Universities Allied for Essential Medicines), einer Studierendenorganisation im Bereich globaler Gesundheit, die sich für verbesserten Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten einsetzt

COVID-19 hat schon viele Leben gekostet, leider auch hier in Würzburg. Da eine effiziente Eindämmung absehbar nur mit einem Impfstoff oder wirksamen Therapien gelingen wird, ist es umso wichtiger, dass zukünftige Corona (COVID-19)-Impfstoffe und Medikamente für alle Betroffenen weltweit zugänglich sind. Das ist auch das Ziel der Petition, die die Verfasserin und andere Studierende von der Organisation UAEM (Universities Allied for Essential Medicines) Mitte März gestartet haben. Sie richtet sich an die Bundesregierung, denn diese fördert einen großen Teil der Forschung zu COVID-19-Wirkstoffen mit öffentlichen Geldern.

Konkrete Forderungen der Studierenden

Die Organisation fordert, dass an die Vergabe von Forschungsgeldern Bedingungen geknüpft werden, damit eine weltweite Versorgung gewährleistet werden kann. Insbesondere soll die Vergabe von exklusiven Lizenzen vermieden werden. Diese verleihen einzelnen Herstellern das exklusive Recht auf Herstellung und Vertrieb eines Arzneimittels. Die dadurch entstehenden Monopole können zu gefährlichen Lieferengpässen führen und haben zudem oft hohe Medikamentenpreise zur Folge, denn die Monopolinhaber können die Preisgestaltung frei bestimmen. Fatal ist das besonders für ärmere Länder, die sich die lebenswichtigen Medikamente oft nicht leisten können. Die Versorgung von Menschen in großen Geflüchtetenlagern, wie auf Lesbos (#LeaveNoOneBehind), wird ebenso behindert, da internationale Hilfsorganisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ auf bezahlbare Impfstoffe und Medikamente angewiesen sind.

Altbekannte Problematik

Diese Problematik existiert leider heute schon bei vielen anderen Krankheiten. Hepatitis C zum Beispiel ist heute dank neuer Medikamente, wie beispielsweise Sovaldi, zu 95% heilbar – doch selbst in einigen Teilen Europas erhalten durch die stark überhöhten Preise tausende Menschen keine optimale Versorgung.

Gemeinsam Lösungen finden

In Würzburg haben sich Studierende verschiedener Fachrichtungen zusammengeschlossen, um auf diese und andere Missstände hinzuweisen. Deutschlandweit arbeiten UAEM Gruppen zusammen, um Lösungsvorschläge für diese Problemlage zu finden.
Wer helfen möchte, kann die Petition unterschreiben und mit Freunden und Bekannten teilen.

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de

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