Selbstgenähte Mundmasken. Foto: Anna Krug
Selbstgenähte Mundmasken. Foto: Anna Krug

Würzburg näht Gesichtsmasken: das bringen die selbstgenähten Masken

Gastbeitrag von Laura Fehl.

Durch die schnelle Verbreitung des Coronavirus verfielen Anfang des Jahres schon einige Menschen in Panik. Neben Hamsterkäufen in Deutschland, die sich derzeit unter anderem auf den Bestand von Klopapier und Nudeln in den Lebensmittelgeschäften auswirken, fehlen in Deutschland aufgrund der Corona-Krise jedoch noch wichtigere Artikel.

Desinfektionsmittel ist schon seit Wochen knapp und vor allem die Schutzkleidung wie Atemschutzmasken und -anzüge sind nicht nur in Geschäften knapp, sondern auch in der Pflege, wo sie dringend benötigt werden. Auf einigen Online-Plattformen steht deshalb die Idee im Raum, sich die Masken einfach selbst zu nähen. Da stellt sich für den ein oder anderen die Frage: “Kann mich eine selbstgenähte Maske wirklich vor dem Coronavirus schützen?”

Warum Atemschutzmasken wichtig gegen die Verbreitung des Virus sind

Die Antwort auf die Frage des Schutzes von Atemschutzmasken gab der Virologe Prof. Christian Drosten im NDR-Podcast “Das Corona-Update”. Die Idee von selbstgenähten Mundmasken sei gar nicht so verkehrt. Vor allem Menschen, die sich bereits mit dem Coronavirus infiziert haben, können so beim Sprechen die Tröpfchen-Verbreitung minimieren und die Ansteckung weiterer Menschen eindämmen.

Wer die Maske als gesunder Mensch trägt und so eine Ansteckung verhindern will, der wird dies mit einer selbstgenähten Mundmaske jedoch nicht zu 100 % gewährleisten können. Denn die Viren können trotz Maske eingeatmet werden.

Selbst wenn das Tragen der selbstgenähten Gesichtsmasken als Alternative für medizinische Mundschutzmasken eine Ansteckung für den Tragenden nicht ausschließt, schützt die Maske vor allem die Menschen in der Umgebung. Ein Mensch kann mit dem Coronavirus infiziert sein und keine Symptome zeigen. Wer keine Symptome zeigt, denkt auch nicht, dass er jemanden anstecken könnte. Doch genau das ist die Gefahr. Wer also eine Mundbedeckung trägt, der kann Andere vor einer Ansteckung schützen.

Die Alternative: Selbstgenähte Gesichtsmasken

Die Wirksamkeit von selbstgemachten Masken wurde im Jahr 2009 von Forschern der Universität Cambridge getestet. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass selbstgemachte Masken aus Baumwolle 50 % der Partikel einfangen können. Masken aus Teetüchern konnten sogar mit 60 % punkten. Die Daten der Forscher zeigen letztendlich, dass die DIY-Masken virusgroße Partikel zu etwa 50-60 % abhalten können. Da die selbstgenähten Masken nicht auf den tatsächlichen medizinischen Schutz getestet werden, nennt man sie richtigerweise “Behelfsmasken”, “Mundmasken”, “Mundbedeckung” oder “Gesichtsmaske”. Sie helfen also vor der Ansteckung.

Mundmasken selbst nähen. Foto: Anna Krug

Mundmasken selbst nähen. Foto: Anna Krug

Um die Mundmasken selbst zu nähen, ist nur Material nötig, welches sich leicht beschaffen lässt. Viel Aufwand steckt hinter dem Nähen der selbstgemachten Masken auch nicht. Sie sind also eine gute Alternative, um vor allem den Schutz Anderer vor der Ansteckung am Coronavirus zu gewährleisten.

Facebook-Gruppe “Würzburg näht Behelfsmasken”

In der Facebook-Gruppe #CoronaCare Würzburg hilft sich werden zahlreiche Hilfsangebote für Bedürftige während der Corona-Krise gesammelt. Wie kann Bedürftigen geholfen werden? Was sollte beachtet werden, wenn Hilfe geleistet wird? Würzburger helfen sich untereinander: Es wird in etlichen Bereichen Hilfe angeboten und gesucht.

Auch das Problem der Knappheit von Mundmasken wird seit Tagen thematisiert. Die Facebook-Gruppe “Würzburg näht Behelfsmasken” beschäftigt sich intensiv mit dem Thema. Die Idee: Eine Maske selbst zu nähen. Das ist nicht schwer, und kann trotzdem hilfreich sein. Als Privatperson kann man für sich selbst eine Behelfsmaske nähen oder sogar noch mehreren helfen. Würzburger Seniorenheime, Arztpraxen oder andere Organisationen können so beispielsweise mit den selbstgemachten Behelfsmasken unterstützt werden.

Innerhalb weniger Tage haben sich schon viele freiwillige Helfer gefunden, die Behelfsmasken zum Verteilen anfertigen möchten. Die Hoffnung der Gründer der Gruppe, Maria Scherrer, Melina Haimann und Thomas Schmidt, ist es, die Masken an hilfsbedürftige Organisationen weitergeben zu können.

Material notwendig

Für die Herstellung der Behelfsmasken ist allerdings Material notwendig, welches bei einer großen Menge an Masken irgendwann für die Helfer teuer wird. Deshalb ist “Würzburg näht Behelfsmasken” für jegliche Hilfe dankbar.

IKEA Würzburg, das Würzburger Unternehmen SR Concept und Spenden von Privatpersonen wurden bereits für die Gruppe bereitgestellt. Wer also alte Stoffe wie Bettlaken, T-Shirts oder Stoffe aus 100-prozentiger Baumwolle sowie Drähte zu Hause hat, die nicht gebraucht werden, kann sich über die Facebook-Gruppe oder die E-Mail Adresse wuerzburg-naeht-mundschutz@web.de melden und helfen.

Checkliste: So näht man die Gesichtsmaske selbst

Eine Mundbedeckung selbst zu nähen, ist gar nicht so schwer. Um die Masken selbst zu nähen, benötigt man Stoff aus 100-prozentiger Baumwolle, der kochfest und atmungsaktiv ist. Diese Materialien werden benötigt:

  • Stoffstück (21,5 cm x 20 cm), für das Vorderteil der Maske. Hier kann auch ein T-Shirt oder eine Stoffwindel verwendet werden.
  • Stoffstück (21,5 cm x 19,5 cm), für das Innenfutter der Maske.
  • Biegsamer, dünner Draht (15 cm), z.B. Bastel- oder Pflanzendraht oder ein Metallbügel aus einem Hefter. Damit wird die Maske an der Nase befestigt.
  • 2 Gummibänder (~16 cm), um die Maske an den Ohren zu fixieren.

Wie genau man die Masken selbst näht, kann man in verschiedenen Videos nachschauen. Oder man orientiert sich an den Schritt-für-Schritt Anleitungen in der “Würzburg näht Behelfsmasken” Facebook-Guppe. Hier ein Beispiel:

#CoronaCare – Würzburg hilft sich

Die Corona-Pandemie schränkt zunehmend den Alltag der Menschen in Würzburg ein. Wir möchten die Möglichkeit für eine moderierte Plattform bieten, um Hilfesuchende und Helferinnen und Helfer zu vernetzen. Hilfesuchende sind vor allem gefährdete Gruppen wie Senioren, bei denen auch alltägliche Aufgaben mit einem Ansteckungs-Risiko verbunden sind oder Menschen in Quarantäne.

Helfende können alle Würzburgerinnen und Würzburger, Studierende & Co. sein, die Nachbarschaftshilfe und Betreuung anbieten wollen und keine Infektionsgefahr für die Hilfsbedürftigen bergen.

Dafür haben wir eine Facebook-Gruppe „#CoronaCare Würzburg hilft sich„, um Hilfe zu kommunizieren und die relevanten Informationen zu verbreiten. Mehr als 3.500 Leute sind bereits beigetreten. Sei auch Du dabei!

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