Der Virtuelle Stammtisch bringt Menschen ganz ohne Ansteckungsgefahr zusammen. Foto: Screenshot/ Herbert Schmidt
Der Virtuelle Stammtisch bringt Menschen ganz ohne Ansteckungsgefahr zusammen. Foto: Screenshot/ Herbert Schmidt

Virtueller Stammtisch: Menschen zusammenbringen trotz Corona-Krise

„Not macht erfinderisch.“ Das zeigen nicht nur die Jungs von „Kick out Corona“ über die wir schon berichtet hatten, sondern auch Peter Wisshofer und Herbert Schmidt vom Würzburger Internetcafe „Von Senioren für Senioren“. Die beiden versuchen den Stammtisch-Besuch, der im Moment ja nicht möglich ist, in die virtuelle Welt zu übertragen. Mithilfe von ZOOM, einer weltweit führenden Webkonferenzsoftware, bringen sie den Stammtisch einfach zu jedem nach Hause. Denn gerade für ältere Menschen fehlen in Zeiten der Corona-Krise die Möglichkeiten des sozialen Austauschs.

Wir durften von Herbert Schmidt ein wenig mehr über den virtuellen Stammtisch erfahren:

Würzburg erleben: Warum wird ein virtueller Stammtisch gerade in Zeiten von Corona benötigt?

Herbert Schmidt: Einsamkeit und Ältere war schon vor Corona ein aktuelles Thema. Nun werden aber die menschlichen Kontakte eingeschränkt, was durchaus richtig ist, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit zu reduzieren. Um den Älteren eine Chance zu geben, mit anderen Menschen in Kontakt, Gedankenaustausch usw. zu kommen haben wir unser Erfahrungswissen in Sachen Webkonferenzen genutzt und den Virtuellen Stammtisch einfach gestartet. Aus unserer Sicht machen wir ein Angebot, um mit anderen Menschen zu kommunizieren, ohne in die Ansteckungsgefahr zu kommen.

Würzburg erleben: Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Herbert Schmidt: Ein wichtiger Teil unseres Internetcafés ist auch der soziale Kontakt. Die Besucherinnen und Besucher kommen nicht nur, um sich mit Computer und Internet zu beschäftigen, sondern sie suchen auch Gespräche, trinken Kaffee miteinander und essen Kuchen, bringen oft Selbstgebackenes mit.

Da wir unser Internetcafé schließen mussten, um unsere Ehrenamtlichen und auch die Besucher zu schützen, fällt das oben gesagte aus. Chat unter den Älteren ist an sich nichts Neues. Gibt es schon seit Jahren. Die Möglichkeiten, die eine Webkonferenzsoftware bietet, war uns aus der normalen Seniorenarbeit bekannt. Deshalb kamen wir auf die Idee, dieses Angebot zu machen. Die eingesetzte Software hatten wir schon vorher installiert und genutzt.

Würzburg erleben: Wie kann man sich das ganze vorstellen? Wie wird es umgesetzt?

Herbert Schmidt:  Zurzeit hat der Virtuelle Stammtisch täglich von 14:00 bis 14:45 geöffnet und ist hier zu erreichen.  Bei Bedarf können wir auch länger öffnen oder/und zu anderen Zeiten. Der guten alten Tradition von Bäcks folgend, kann jeder bei uns sein Essen und Trinken mitbringen. Einfach mal reinschauen!

Würzburg erleben: Wer darf alles mitmachen?

Herbert Schmidt: Bei uns ist jeder herzlich willkommen. Wir hatten sogar schon Gäste aus Freiburg, Kiel und Berlin.

ZOOM kann sowohl auf Smartphones, Tablets und Laptop verwendet werden, als auch auf normalen Computern, wenn Kamera, Mikrofon und Lautsprecher vorhanden sind. Die Nutzung ist kostenlos. Beim erstmaligen Besuch muss nur eine kleine App heruntergeladen werden. Es werden keinerlei Daten aufgezeichnet oder gespeichert.

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