Gebotszeichen Atemschutzmaske. Foto: Pascal Höfig/ Jessica Hänse
Gebotszeichen Atemschutzmaske. Foto: Pascal Höfig / Jessica Hänse

CoronaCare: Warum nicht jeder unbegrenzt Hilfe anbieten sollte

Gastbeitrag von Manuel Scholze.

Wenn die Gesellschaft zusammenstehen muss, finden sich immer Menschen, die Hilfe anbieten können und wollen. Diese Gruppe ist das beste Beispiel dafür. Vor einem gut gemeinten Hilfsangebot sollte man aber sich selbst und das Angebot eingehender prüfen. Die Kernbotschaft versteht sich von selbst: Hilfsangebote, die mit realem menschlichen Kontakt verbunden sind, dürfen nur von Gesunden angeboten werden. Was allerdings bedeutet gesund?

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Für Hilfsangebote dieser Art kommen ausschließlich fitte Menschen mit gutem Immunsystem in Frage, die keinerlei Erkältungssymptome zeigen. Außerdem gilt, dass die Anbieter in den letzten sieben bis 14 Tagen nicht Teil von großen Gesellschaften waren. Sind diese Punkte erfüllt, können Angebote, wie beispielsweise ein Einkaufsservice oder Dienstbotengänge zur Apotheke oder zum Gartenmarkt, eingestellt werden.

Facebook-Gruppe „CoronaCare: Würzburg hilft sich“

Was aber, wenn man als Betroffener Hilfe anbieten möchte? Als Gesprächspartner über Telefon oder auch die Facebook-Gruppe „CoronaCare: Würzburg hilft sich“ können natürlich auch Risikopatienten oder direkt von Corona betroffene Personen gelten, die sich als Service mit ihren Erfahrungen nützlich machen können. Jeder freut sich, wenn diese Berichte und Kontaktangebote in Sachlichkeit und einer positiven Grundhaltung eintrudeln.

Ausleben eines Helfersyndroms nicht hilfreich

Hilfe ist eine schöne Sache, nur kann diese im Fall des Coronavirus mehr gefährden als helfen. Eine Theorie, die an dieser Stelle untermauert werden soll: Ist beispielsweise ein Hilfespendender mit einem Angebot, das mit persönlichen Vor-Ort-Kontakten verbunden ist, von einer Vielzahl an Risikopatienten gefragt, kann er unmittelbar zum Überträger werden. Keiner sollte durch eine Vielzahl von Hilfsangeboten sich selbst oder andere in Gefahr bringen.

Unser Vorschlag: Ein Hilfe-Spender, ein Hilfsbedürftiger

Daher ist es sinnvoller, sich auf einen kleineren Kreis von Vertrauten mit regelmäßigen Hilfsangeboten zu fokussieren. Dauert die Situation beispielsweise noch sechs bis acht Wochen an, ergibt es Sinn, immer der gleichen Oma aus der Nachbarschaft Essen und Getränke zu liefern, anstatt wild durch Würzburg zu touren. Das brächte nicht nur die Kontakte, sondern auch jeden selbst in mögliche und unnötige gesundheitliche Gefahr. Daher ein Vorschlag für #CoronaCare: Vor allem nur einer Person helfen, das aber konstant. Größere Hilfsangebote werden zentral von Behörden und etwaigen Einrichtungen gesteuert. Die sicherste Variante: Online-Bestellungen für Hilfsbedürftige.

Da es sich bei unseren Lesern meist um digital fitte Menschen handelt, sind die meisten sicherlich auch in der Lage, Online-Bestellungen aufzugeben bei Supermärkten und so weiter. Die einfachste Variante, Hilfsbedürftigen beispielsweise bei Einkäufen zu helfen, ist die Erledigung dafür online zu übernehmen. Vorausgesetzt, es handelt sich um keinen Notfall und die Zeit reicht aus bis die Waren per Bestellservice eintreffen. Das ist nicht nur am bequemsten, sondern auch am sichersten und hilft dem Hilfsbedürftigen genauso wie jeder andere Einkauf.

#CoronaCare – Würzburg hilft sich

Die Corona-Pandemie schränkt zunehmend den Alltag der Menschen in Würzburg ein. Wir möchten die Möglichkeit für eine moderierte Plattform bieten, um Hilfesuchende und Helferinnen und Helfer zu vernetzen. Hilfesuchende sind vor allem gefährdete Gruppen wie Senioren, bei denen auch alltägliche Aufgaben mit einem Ansteckungs-Risiko verbunden sind oder Menschen in Quarantäne.

Helfende können alle Würzburgerinnen und Würzburger, Studierende & Co. sein, die Nachbarschaftshilfe und Betreuung anbieten wollen und keine Infektionsgefahr für die Hilfsbedürftigen bergen.

Dafür haben wir eine Facebook-Gruppe „#CoronaCare Würzburg hilft sich„, um Hilfe zu kommunizieren und die relevanten Informationen zu verbreiten. Mehr als 3.500 Leute sind bereits beigetreten. Sei auch Du dabei!

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