Symbolfoto Hund. Foto: Pascal Höfig
Symbolfoto Hund. Foto: Pascal Höfig

Können Haustiere das Coronavirus übertragen?

Zurzeit gibt es vermehrt Berichte darüber, dass Haustierbesitzer ihre kleinen Vierbeiner im Tierheim abgeben würden, weil sie Angst haben, sich mit Corona infizieren zu können. Die Tierbesitzer sind der Meinung, ihre Haustiere könnten SARS-CoV-2 übertragen und sie damit anstecken. Da es in Würzburg auch schon einige Corona-Fälle gibt, stellen sich natürlich ebenfalls Würzburger Bürger die Frage, ob das denn wirklich so ist. Das macht sich auch beim Würzburger Tierschutzverein Katzenhilfe e.V. bemerkbar – der Verein verzeichnet immer mehr Nachfragen rund um dieses Thema.

Alle Infos zu Corona in Würzburg

Würzburger Tierschutzvereine während der Krise

Die Menschen werden seit dem Ausbruch des Corona-Virus immer ängstlicher und wollen sich von Hund, Katze, Maus trennen. Jedoch können sie meist überzeugt werden, dass dies nicht vonnöten ist und behalten ihre Tiere letztendlich, so der Tierschutzverein Katzenhilfe e.V. Besonders problematisch könnte es laut dem Verein aber werden, wenn immer mehr Menschen infiziert sind und auch stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Selbstverständlich kann dann die Pflege der eigenen Haustiere nicht garantiert werden. Es werden sicherlich Anfragen kommen, ob die Tierschutzvereine die Tiere übernehmen bzw. ob es eine Betreuungsmöglichkeit gibt. Ab einer bestimmten Anzahl ist dies aber nicht mehr möglich, so die Katzenhilfe. Deshalb hofft man auf Pflegestellen – diese sollen die Tiere der erkrankten Menschen übernehmen und versorgen. Alles in allem keine leichte Situation.

Und auch das Würzburger Tierheim am Elferweg steht vor Herausforderungen, so berichtet die Main-Post. Es werde in den nächsten Tagen mit vermehrten Aufnahmen gerechnet, heißt es. Andererseits würden die Vermittlungen zurückgehen, weil das Tierheim aus Sicherheitsgründen bereits für Besucher schließen musste.

Doch können Haustiere nun das Coronavirus wirklich übertragen?

Trennung von Haustieren sinnvoll?

Nach aktuellem Stand kann das Coronavirus nicht von Haustier auf Mensch oder umgekehrt, von Mensch auf Haustier, übertragen werden, so das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Auch die Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) konnte bisher noch keine Hinweise zu Infektionen von Tieren mit Corona feststellen. Deshalb gibt es auch keinen Grund, seine eigenen Haustiere im Tierheim abzugeben. Weder eine Absonderung, eine Quarantäne, noch eine Trennung ist in diesem Fall sinnvoll.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Here are some facts about the new #coronavirus (2019-nCoV) #MythBusting

Ein Beitrag geteilt von World Health Organization (@who) am

Gründlich Hände waschen

Trotzdem soll auch hier auf Hygiene geachtet werden. Genauso wie bei menschlichem Kontakt, ist es ratsam, sich die Hände entsprechend mit Seife zu waschen, nachdem man mit einem Tier in Kontakt gekommen ist. Besonders Kinder sollen sensibilisiert werden, da diese sich oft schwerer tun, ihre Hände nicht mit dem Gesicht in Kontakt zu bringen. Hierfür gibt es auch wertvolle Tipps.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät dazu, sich mindesten 20-30 Sekunden lang die Hände gründlich mit Seife zu waschen – laut WHO sogar zwischen 40 und 60 Sekunden. Hierbei soll man jede einzelne kleine Stelle – auch zwischen den Fingern – säubern. Aber auch das Abtrocknen danach ist nicht zu vernachlässigen – in öffentlichen Toiletten soll man hierzu am besten Einmalhandtücher benutzen, daheim jeder sein persönliches Handtuch. Desinfektionsmittel ist bei gründlichem Händewaschen nicht erforderlich.

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

How to handwash? Use 🧼 and water for at least 40-60 seconds . #COVID19 #coronavirus

Ein Beitrag geteilt von World Health Organization (@who) am

Coronaviren bei Tieren?

Da es jedoch noch keine genauen Studien zu einer Infektion von Tieren gibt und laut Friedrich-Loeffler-Institut nicht vor Ende April damit gerechnet werden kann, könnte bei entsprechenden Symptomen der Tiere trotzdem eine Testung auf SARS-CoV-2 ratsam sein. Dabei soll sich das zuständige Gesundheitsamt an das Veterinäramt wenden. Der Test bei Tieren verläuft genauso wie bei Menschen.

Auch bei Tieren gibt es Coronaviren – diese stellen aber laut Friedrich-Loeffler-Institut keine Gefahr für den Menschen dar und sind auch vollkommen anders als SARS-CoV-2. Bei Katzen beispielsweise gibt es die Feline Infektiöse Peritonitit (FIP) und bei Schweinen die epizootische Virusdiarrhoe. Diese sind aber, wie schon erwähnt, ungefährlich für den Tierhalter.

Was tun bei Quarantäne?

Aber wie geht man vor, wenn man selber in Quarantäne ist und sich nicht mehr vollständig um die Pflege des eigenen Haustiers kümmern kann – unter anderem mit dem Hund Spazieren gehen? Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit rät dazu, andere Menschen, wie Nachbarn oder Freunde, um Hilfe zu bitten. Diese können dann gegebenenfalls auch bei der Versorgung mit Lebensmitteln helfen. Wenn man nachweislich infiziert ist, sollte man trotzdem den engen Kontakt zum Haustier vermeiden.

Sollte man jedoch nicht in Quarantäne sein, ist das Spazieren gehen mit dem Hund erlaubt. Jedoch sollte man hierbei darauf achten, dass man Routen wählt, die nicht so überlaufen sind. Vor einigen Tagen hat Bayern den Katastrophenfall ausgerufen. Tierbesitzer müssen sich aber keine Sorgen machen, dass ihre Tiere verhungern müssen. Geschäfte des täglichen Bedarfs sind davon nämlich ausgenommen – unter anderem auch Tierbedarf.

- ANZEIGE -