FHWS Würzburg-Schweinfurt. Symbolfoto: Pascal Höfig
FHWS Würzburg-Schweinfurt. Symbolfoto: Pascal Höfig

Corona: Hochschulen verlegen Vorlesungsbeginn, Events werden abgesagt

Aufgrund der dynamischen Ausbreitung des Coronavirus wurden nun auch in Bayern Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung beschlossen. Auswirkungen gibt es vor allem auf Veranstaltungen wie Theatervorführungen, Konzerte sowie Sportveranstaltungen. Auch die Universitäten und Hochschulen reagieren: wie die Staatsregierung bekannt gibt, wird der Vorlesungsbeginn auf den 20. April verlegt.

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Vorlesungsstart nach Ostern

In einer Sitzung des bayerischen Staatskabinetts wurde beschlossen, den Start des Sommersemesters 2020 an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie an den Kunst- und Musikhochschulen nach hinten zu verschieben und an den Start des Sommersemesters an den Universitäten im Freistaat anzugleichen, heißt es in einer Mitteilung auf der Website des bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Demnach startet das Semester für alle staatlichen Hochschulen und Universitäten am 20. April. Veranstaltungen, die dadurch entfallen, sollen nachgeholt werden, damit Studenten die Unterrichtszeit vollständig erbringen können.

Auch die Uni Würzburg stellt den Lehrbetrieb in Präsenzform vorerst ein. Zwar beginnt die Vorlesungszeit erst nach Ostern, vorbereitende Kurse, die außerhalb der Vorlesungszeit stattfinden, fallen nun aber auch aus.

Betroffen sind nicht nur Vorlesungen: Auch der Studieninfotag der FHWS Würzburg-Schweinfurt am 11. und 12. März wird in Würzburg und Schweinfurt ersatzlos abgesagt.

Forschungsbetrieb geht weiter

Der Forschungsbetrieb soll hierbei nicht unterbrochen werden. „Mit dieser Maßnahme gewinnen wir fünf Wochen wertvolle Zeit. Wir wollen das Gesundheitssystem, die Bevölkerung und unsere Hochschulfamilie schützen.“, so Wissenschaftsminister Bernd Sibler, „Gleichzeitig können wir so verhindern, dass unsere Hochschulfamilie das Semester mit Bedenken und Unsicherheit beginnt. Selbstverständlich beobachten wir die Entwicklung sehr genau und steuern nach, wenn dies notwendig sein sollte.“

Auch andere Einrichtung schließen zum Infektionsschutz Gründen „Aus Vorsorge gegenüber den Büchereimitarbeiter/innen und den Leser und Leserinnen bleibt die Bücherei St. Adalbero ab Sonntag, den 15.3.2020 bis nach den Osterferien geschlossen. Alle ausgeliehenen Medien werden bis dorthin verlängert. Erste Ausleihe ist dann voraussichtlich am Montag, den 20.4.2020. Bitte diese Info weiter verteilen.“, heißt es seitens der Bücherei.

Großveranstaltungen untersagt

Ebenfalls werden staatliche Theater, Opernhäuser und Konzertsäle bis Ende der Osterferien geschlossen bleiben, heißt es weiter. Das betrifft auch das Mainfranken Theater in Würzburg. Die Tickets behalten hierbei ihre Gültigkeit und können an der Ticketkasse eingetauscht werden. Weiterhin gilt in ganz Bayern, dass Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern bis einschließlich 19. April untersagt werden.

Bei kleineren Veranstaltungen mit über 500 Teilnehmern soll eine Risikobewertung vorgenommen werden – im Zweifel werden auch diese abgesagt.

Bei weniger als 500 Teilnehmern obliegt es der eigenen Entscheidung, das Event zu besuchen. Generell aber hier der Appell an die Bevölkerung, im Alltag abzuwägen, ob ein Besuch wirklich notwendig ist oder ob darauf verzichtet werden kann – das gilt nicht nur für Events, sondern beispielsweise auch für Hochschulveranstaltungen.

Diese Veranstaltungen fallen aus 

Was ist mit dem Frühjahrvolksfest?

Ob das Frühjahrsvolksfest in Würzburg stattfindet und welche Einschränkungen und Maßnahmen hier vorgenommen werden, entscheidet sich im Laufe der Woche, heißt es bei einer Pressekonferenz am Dienstagmorgen. Betroffen seien von den Veranstaltungseinschränkungen bislang vor allem diejenigen in geschlossenen Räumen. Auch kleinere Tanzveranstaltungen sollen aufgrund der engen Interaktion abgesagt werden, genauere Infos dazu sollen ebenfalls im Laufe der Woche folgen.

Sportveranstaltungen betroffen

Wie s.Oliver Würzburg mitteilt, sind auch BBL-Heimspiele gegen Oldenburg, Gießen und Vechta betroffen. „Für das geplante Heimspiel an diesem Samstag gegen die EWE Baskets Oldenburg bestehen nach unserem derzeitigen Kenntnisstand noch drei mögliche Szenarien: Spielverlegung, Austragung ohne Zuschauer oder komplette Absage. Über die konkreten Auswirkungen auf den Spielbetrieb wird die easyCredit BBL zeitnah entscheiden. Wir werden darüber so schnell wie möglich auf unserer Webseite und unseren Social Media-Kanälen informieren“, heißt es weiter.

Wie die Rimparer Wölfe mitteilen, wird auch das Spiel in Bietigheim-Bissingen gegen die SG BBM Bietigheim abgesagt. In einem Ticker halten sie über den weiteren Spielbetrieb auf dem Laufenden.

Bistum Würzburg reagiert

Im Zusammenhang mit dem Coronavirus erreichen auch das Bistum Würzburg und seine Caritas derzeit viele Fragen zur Durchführung von Gottesdiensten und Veranstaltungen, aber auch zum Arbeitsrecht. Häufig gestellte Fragen (FAQ) werden derzeit gesammelt und mit den jeweiligen Antworten zeitnah auf der Homepage des Bistums Würzburg veröffentlicht. Für weitere Fragen richten Diözese und Caritas eine Hotline ein. Sie ist ab Donnerstag, 12. März 2020, jeweils montags bis freitags von 7 bis 10 Uhr und von 14 bis 16 Uhr unter 0931/386-22222 zu erreichen. An der Hotline werden die Fragen gesammelt und an die Fachstellen zum Beantworten weitergegeben.

Hamsterkäufe

Dass der Coronavirus trotz der verhältnismäßig niedrigen Infiziertenzahl den Alltag beherrscht, zeigt sich auch in den Supermärkten: Besonders Konserven und Nudeln werden knapp, aber auch Drogerieprodukte wie Hygienewaschmittel, Desinfektionsmittel und Klopapier. Zudem wird die Ausgabe mittlerweile auf maximal drei Stück pro Haushalt beschränkt.

Klopapier ist bei DM Mangelware. Foto: Jessica Hänse

Klopapier ist bei DM Mangelware. Foto: Jessica Hänse

Bei DM kommt es beispielsweise auch aufgrund der hohen Nachfrage online zu Lieferverzögerungen.

Falschmeldungen kursieren

Auch die ein oder anderen Falschmeldungen zu neuen Fällen von Infizierten oder Veranstaltungsabsagen kursieren derzeit häufig im Netz. Hier wird darauf hingewiesen, dass man nur offiziellen Nachrichten von Regierung und Gesundheitsamt Glauben schenken sollte und Gerüchte bzw. Falschmeldungen tunlichst nicht weiter verbreiten sollte.

LGL Hotline bei Fragen

Für Fragen der Bürgerinnen und Bürger hat unter anderem das LGL eine Hotline eingerichtet, die täglich besetzt ist. Bereits seit Ende Januar können unter der Telefonnummer 09131/6808-5101 Fragen gestellt werden. Das Personal hierfür wurde aufgestockt.

Das Bürgertelefon von Stadt und Landkreis ist außerdem von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 16 Uhr unter (0931/8003-5100) mit mittlerweile 11 Leitungen erreichbar.

Weiterhin gilt: Bürger, die für sich konkret ein Infektionsrisiko sehen, können sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern wenden unter Telefon 116 117. Für allgemeine Fragen gibt es ein Bürgertelefon beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) unter 09131/6808-5101.

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