Landratsamt Würzburg. Symbolfoto: Pascal Höfig
Landratsamt Würzburg. Symbolfoto: Pascal Höfig

Corona-Update: Gesundheitsamt informiert über weitere Fälle

Die Zahl der als positiv bestätigten Corona-Fälle hat sich in Stadt und Landkreis Würzburg auf insgesamt zwölf erhöht. Es betrifft sowohl Personen aus der Stadt als auch aus dem Landkreis. Dabei handelt es sich um ein junges Paar, das derzeit in einem Würzburger Klinikum isoliert ist. Dazu kommen ein Schüler der Leonhard-Frank-Schule am Würzburger Heuchelhof und seine Eltern. Bei der Untersuchung der Kontaktpersonen des Jungen wurden weitere drei Schüler positiv getestet. Ein Ehepaar aus dem außereuropäischen Ausland hat sich auf einer Reise angesteckt. Der Mann war kurzzeitig stationär in Behandlung. Ein Lehrer eines Gymnasiums wurde am Wochenende positiv getestet, ebenso eine Jugendliche, die sich wie der Lehrer in Südtirol aufgehalten hat.

Milde Krankheitsverläufe

Das Würzburger Gesundheitsamt ermittelt auch die Kontaktpersonen einer Mitarbeiterin der Universität, die nicht in der Region Würzburg wohnt. Alle Infektionsquellen konnten bisher zurückverfolgt werden und lagen in Italien, Südtirol und im außereuropäischen Ausland.

Alle Krankheitsverläufe waren mild und konnten, bis auf drei Personen, durchgehend ambulant behandelt werden. Alle Infizierten und die vom Gesundheitsamt ermittelten Kontaktpersonen stehen derzeit unter häuslicher Quarantäne.

Quarantäne trotz negativer Tests

Da sich die Zahl der Personen, bei denen das Virus noch nicht nachgewiesen wurde stündlich ändert, kann die Anzahl nicht beantwortet werden.. Die Anzahl der Tests auf das Corona-Virus ist ebenfalls sehr dynamisch, bisher wurden seit dem ersten bekannten Würzburger Fall rund 60 Tests beauftragt. Es wird darauf hingewiesen, dass auch ein negativer Test die 14-tägige häusliche Quarantänezeit nicht verkürzt.

Schulschließungen

Von Schulschließungen sind derzeit in Würzburg die Leonhard-Frank-Schule mit den Standorten am Heuchelhof und in Rottenbauer betroffen. Dazu kommt seit heute das Dag-Hammerskjöld-Gymnasium in privater Trägerschaft – diese Schließung wurde nicht vom Gesundheitsamt angeordnet. Auch sind jeweils eine Schulklasse an zwei Schulen auf Empfehlung des Gesundheitsamtes vorerst geschlossen. Nähere Informationen hierzu gibt das Schulamt bzw. die Schulen selbst heraus.

Das Bürgertelefon von Stadt und Landkreis Würzburg wurde seit Freitag von einigen hundert Personen kontaktiert. Häufige Fragen stellten sich nach der Rückkehr aus Südtirol.

Entscheidung über Veranstaltungsabsagen

Dr. Löw weist darauf hin, dass die Verantwortung für eine Durchführung oder Absage einer Veranstaltung derzeit noch beim Veranstalter liegt. Die Veranstalter können sich beim Robert-Koch-Institut (www.rki.de) über die Empfehlungen für Veranstaltungen informieren.

Kommunalwahlen: Wahllokale

Die Bürgermeister und Gemeindeverwaltungen werden über notwendige Vorsichts- und Hygienemaßnahmen in den Wahllokalen informiert. Es besteht laut Bayerischem Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration kein Anlass, nicht zur Wahl zu gehen.

Nur Risikopatienten werden getestet

Die neu eingerichtete ambulante Untersuchungsstelle am Universitätsklinikum kann ausschließlich Patienten berücksichtigen, die vorher mit dem Gesundheitsamt unter der Bürgertelefonnummer 0931 8003 5100 Kontakt aufgenommen haben und als gefährdet eingestuft worden sind. Das Gesundheitsamt meldet begründete Verdachtsfälle an die Untersuchungsstelle zur Testung an.

Dr. Löw ruft zur Besonnenheit auf und verweist auf die Risikobewertung durch das Robert-Koch-Institut (RKI): „Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland aktuell als mäßig eingeschätzt.“ Dr. Johann Löw, Leiter des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis Würzburg, betont: „Nicht jeder, der sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt mit einer solchen Person hatte, muss getestet werden. Das Gesundheitsamt entscheidet, wer getestet werden muss. Die Kapazitäten der Labore reichen nur aus, um wirklich ernsthafte Verdachtsfälle testen zu lassen.“

Anweisung zu Kitas & Schulen

Wer Kontakt mit einer bereits positiv auf eine Corona-Infektion getesteten Person hatte, wird nicht automatisch getestet, solange er keine Symptome zeigt und für die Eindämmung der Infektionen nicht von Bedeutung ist. Vorsichtshalber dürfen diese Personen vom Tag des Kontaktes an 14 Tage nicht in Kita und Schule oder zur Arbeit gehen.

Die Verfügung des Bayerischen Gesundheitsministeriums vom 6. März 2020 besagt, dass alle Kinder und Jugendlichen, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet entsprechend der aktuellen Festlegung durch das RKI aufgehalten haben, für einen Zeitraum von 14 Tagen seit Rückkehr aus dem Risikogebiet keine Schule, Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle oder Heilpädagogische Tagesstätte betreten dürfen. (Stand: 9.03.20) Risikogebiete sind unter: www.rki.de einsehbar.

Stark frequentiert war das Bürgertelefon zum Coronavirus bereits am ersten Tag. Foto: Eva Schorno

Stark frequentiert war das Bürgertelefon zum Coronavirus bereits am ersten Tag. Foto: Eva Schorno

Die Vertreter des Gesundheitsamtes, des Universitätsklinikums Würzburg und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns waren sich bei einem Treffen am Samstag im Landratsamt Würzburg einig: „Bei Kindern scheint die Erkrankung laut Weltgesundheitsorganisation WHO vergleichsweise selten aufzutreten und dann mild zu verlaufen. Schwere oder gar kritische Verläufe wurden nur bei einem sehr kleinen Teil der betroffenen Kinder und Jugendlichen beobachtet.“

Das Bürgertelefon

Das Bürgertelefon von Stadt und Landkreis Würzburg ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr besetzt. Telefonnummer: 0931 8003 5100

Die Liste der häufig gestellten Fragen ist – wie auch weitere Informationen zum Coronavirus – auf www.landkreis-wuerzburg.de/Coronavirus einzusehen. Weitere Informationen zum Coronavirus: www.rki.dewww.stmgp.de. Die Coronavirus-Hotline des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist unter 09131 6808 5101 zu erreichen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ist unter 116 117 erreichbar.

Dieser Beitrag beruht auf einer Pressemitteilung vom Landratsamt Würzburg.

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