Festung, Innenstadt und vieles mehr – Würzburg ist schön. Foto: Pascal Höfig
Der Festungsblick ist ein Muss. Foto: Pascal Höfig

OB-Kandidaten über Lieblingsorte & Bausünden in Würzburg

Kürzlich berichteten wir über die „Bausünden“ unserer Stadt aus der Sicht der Würzburger. Vor allem der Bahnhof und der Petrinibau stehen hier, den Kommentaren unserer Facebook-Community nach, ganz weit oben. Doch wie sehen das eigentlich die Oberbürgermeister-Kandidaten der Kommunalwahl 2020? Von den sechs befragten OB-Kandidaten haben sich bisher nur Sebastian Roth von den Linken, Dagmar Dewald von der ÖDP und Martin Heilig von den Grünen geäußert. Gleichzeitig erzählen sie von ihren Lieblingsplätzen in Würzburg.

Bausünden fallen schnell auf

Der Petrinibau am Marktplatz sagt auch Sebastian Roth nicht zu: „Würzburg hat eine sehr schöne Innenstadt, was die Architektur anbelangt und da fallen Bausünden sehr schnell auf. Obwohl schon lange existent, stört mich tatsächlich das Raiffeisengebäude auf dem Unteren Markt immer noch am meisten.“ Die Umsetzung hätte seiner Meinung nach besser erfolgen können. „Natürlich waren einst die Buden dort nicht mehr ansprechend, jedoch hätte man dort ein Gebäude errichten müssen, das sich deutlich besser in das Umfeld einpasst und so harmonischer im Ensemble des Unteren Marktes aufgeht.“

Unterer Marktplatz mit Blick auf das Petrini-Haus und der Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig

Unterer Marktplatz mit Blick auf das Petrini-Haus und der Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig

Stattdessen hält sich der OB-Kandidat von den Linken gerne im Ringpark auf. „Der Ringpark gehört zu meinen Favoriten, gerade im Bereich von ‚Klein-Nizza‘. Dort kann man die Seele baumeln lassen und einfach in Ruhe entspannen.“ Ideen für eine Verbesserung hat er dennoch: „Dazu dient der Ringpark als Verbindungsachse zwischen mehreren Stadtteilen. Mit ein paar Naturbühnen könnte dieser Ort noch weiter aufgewertet werden, ohne dass man den naturverbundenen Charakter der Anlagen stört.“

Ringpark. Foto: Pascal Höfig

Ringpark. Foto: Pascal Höfig

Keine Stadt „von der Stange“

Dagmar Dewald ist dagegen begeistert von den Wahrzeichen der Stadt und spaziert gerne durch Würzburg. „Mein absoluter Lieblingsort in Würzburg ist die Festung, weil ich dort konzentriert die Geschichte und Gegenwart Würzburgs erlebe und genieße. Gerne und häufig gehe ich dorthin zu Zweien, vom Vierröhrenbrunnen über die Alte Mainbrücke und den Marienberg. Immer geht es in den Burghof und dann entlang der Festungsmauer mit dem Blick rundum weit in die Stadtteile. Bei Abenddämmerung ein Traum, niemals langweilig, weil die Wolken immer anders gehen und weil ich mich an Würzburg einfach nicht satt sehen kann.“

Der Weg hoch zur Festung ist zwar etwas anstrengend, aber der Ausblick ist die Mühe definitiv wert. Foto: Annika Betz.

Festungsblick. Foto: Annika Betz.

Diese Meinung teilt Dewald aber nicht mit allen Gebäuden der Stadt. „Ich mag keine Gebäude, die laut und aufdringlich oder die beliebig und austauschbar sind oder die kalt und feindlich und leblos wirken“, meint Dagmar Dewald ohne ein konkretes Beispiel zu nennen. „Mit der ÖDP setze ich mich für ein charaktervolles Würzburg ein, für seine Denkmäler und eine behutsame Stadtentwicklung, wo Altes und Neues zusammenstimmen, aufgelockert durch Blumen und Bäume. Die Bewohner lieben „ihr“ Würzburg und brauchen keine Stadt „von der Stange“, und auch die Touristen kommen, weil sie Unverwechselbares sehen wollen.“

Lieblingsort: Der Main

Martin Heilig gefällt ein ganz anderes Gebäude nicht: „In der aktuellen Form gefällt mir das Ämterhochhaus in der Augustinerstraße am wenigsten, wo sich seit Jahren mitten in der Innenstadt eine eingerüstete Baustelle befindet und nichts vorwärtsgeht. Dieses eigentlich erhaltenswerte Gebäude möchte ich mithilfe städtebaulicher Förderung schonend umgestalten und rasch wieder einer Nutzung zuführen.“

Gerne hält sich der Kandidat der Grünen aber am Main auf: „Wenn ich dort auf dem Ruderboot unterwegs bin, egal ob im Einer oder im Achter, fällt alle Anspannung des Tages von mir ab. Gerne verausgabe ich mich dann so richtig, mit Blick auf die Festung und die Alte Mainbrücke.“

Spazieren am Main. Foto: Jessica Hänse.

Spazieren am Main. Foto: Jessica Hänse.

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