Vertreter von Gesundheitsamt, Stadt und Landkreis schildern bei einer Pressekonferenz die Lage rund um den Coronavirus in Würzburg. Foto: Katharina Kraus
Vertreter von Gesundheitsamt, Stadt und Landkreis schildern bei einer Pressekonferenz die Lage rund um den Coronavirus in Würzburg. Foto: Katharina Kraus

Coronavirus: Insgesamt 6 Fälle in Würzburg

Wie bereits berichtet wurden nun die ersten Coronavirus-Fälle in Würzburg bestätigt: Es handelt sich hierbei um ein Pärchen, das am neuartigen Virus SARS-CoV-2 erkrankt ist und Fälle in einer vierköpfigen Familie. Als vorbeugende Maßnahme blieb die Leonhard-Frank-Schule am Heuchelhof am 5. März geschlossen, da zwei Schüler der Schule und deren Eltern Kontakt zum infizierten Pärchen hatten. Den Patienten geht es bisher gut, drei Mitglieder der Familie seien aber ebenfalls positiv getestet worden – darunter auch ein Schüler (Stand: 5. März, 16 Uhr).

In einem Rundschreiben der Universität Würzburg wird am Abend (Stand: 18.23 Uhr) außerdem darauf hingewiesen, dass ein Mitarbeiter der Uni positiv getestet wurde. Die Universität steht mit der Person im Austausch, ebenso wie mit Kolleginnen und Kollegen, die Kontakt zu ihr hatten. Zudem stimmt sie sich eng mit dem Gesundheitsamt ab und setzt selbstverständlich alle Auflagen und Empfehlungen um. Laut Berichten der Main-Post halte sich der Mann, ein Dozent, nicht mehr in der Region auf. Alle Beschäftigen und Studierenden werden angehalten, die entsprechenden Hinweise auf der Webseite der Universität zu beachten.

Nicht in Würzburg angesteckt

Bei einer Pressekonferenz erklärte Herr Dr. Löw, Leiter des Gesundheitsamtes, das Pärchen habe sich nicht in Würzburg angesteckt – als Ansteckungsquelle sei eindeutig Italien identifizierbar. Seitdem haben sich die beiden meist nur Zuhause aufgehalten, ebenso die Mitglieder der betroffenen Familie. „Die Kontaktpersonengruppe war sehr übersichtlich, aber es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass sich mehr angesteckt haben, drei der vier Familienmitglieder sind positiv getestet“, so die Aussage von Dr. Löw. „Die Infektionsquelle war bei den ersten beiden Personen eindeutig Italien. Der Kontakt zur jetzt betroffenen Familie kam über verwandtschaftlichen Besuch zustande, sodass eine Ansteckungsquelle in der Stadt Würzburg derzeit ausgeschlossen werden kann,“ so der Leiter des Gesundheitsamtes.

Am Mittwochnachmittag wurde dann das junge Paar positiv auf das neuartige Coronavirus getestet, das Gesundheitsamt wurde anschließend sofort informiert.

Schulen bleiben geschlossen

Nun müsse das Gesundheitsamt ermitteln, wer sonst noch Kontakt mit dem positiv getesteten Schüler hatte. Bisher gingen die Schüler nur ins Schulhaus am Heuchelhof, weshalb Kontakte hier zu suchen wären. Deshalb wird die Leonhard-Frank-Schule bis auf Weiteres geschlossen bleiben, vorerst eine Woche, so der Vorschlag. Außerdem soll auch die Hauptstelle in Rottenbauer geschlossen bleiben, hieß es in der Pressekonferenz (in einer Pressemeldung von 18.49 Uhr wurde eine Schließung bis einschließlich 13. März bestätigt).

Maßnahmen öffentlicher Einrichtung in Würzburg

Noch könne nicht gesagt werden, wie lange die Tests dauern. Demnach sei es zulässig und sinnvoll, wenn die Eltern ihre Kinder zuhause lassen – das obliege allerdings der elterlichen Entscheidung.

14 Tage Quarantäne

Nun werden alle Eltern der Schulkinder kontaktiert und der Kontakt zum Infizierten abgefragt, schildert das Gesundheitsamt. Personen der Kategorie 1, also Personen die engen Kontakt zum Infizierten hatten (z.B. 15min face-to-face Kontakt und Kontakt zu Körperflüssigkeiten und Sekreten) sollen 14 Tage in häuslicher Quarantäne bleiben und nicht das Haus verlassen. Zudem soll ein Tagebuch geführt werden, in dem Temperatur und Symptome dokumentiert werden, so die Empfehlung des Gesundheitsamtes.

Ebenso soll auch bei Verdachtsfällen in anderen Schulen vorgegangen werden. Weiterhin wird beobachtet, wie viele Infizierte dazu kommen. Das Gesundheitsamt sieht den Vorteil darin, dass das Zeitfenster durch die Ferien gut eingrenzbar ist und so gut nachvollziehbar ist, wo und wann sich jemand anstecken konnte.

9 Personen in Quarantäne

Insgesamt befinden sich bereits neun Personen (inkl. Infizierte) in Stadt und Landkreis Würzburg in Quarantäne, zwei im Krankenhaus, sieben zuhause. Vier Personen davon hatten Kontakt zu Fällen außerhalb Würzburgs. Die Symptome seien bei allen bisher mild ausgefallen, die Eltern des infizierten Schülers weisen zudem bisher gar keine Symptome auf. „Nicht in Hysterie verfallen!“, so Landrat Nuß.

Mittlerweile gibt es zwei Koordinierunggruppen in Stadt und Landkreis Würzburg, die sich um Anliegen rund um das Coronavirus kümmern und Entscheidungen fällen. Auch Veranstaltungen fallen darunter, die gegebenenfalls abgesagt werden müssen. „Man muss hier immer sehen, welche Gäste die Veranstaltung bringen würde“, so das Gesundheitsamt, z.B. Gäste aus Risikogebieten.

Telefonische Hilfe

Personen, die in Sorge sind, dass sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben könnten, da sie kürzlich in einem Risikogebiet waren oder persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus nachgewiesen wurde, sollten die ersten Schritte unbedingt telefonisch unternehmen (Nummer 116 117, nicht 110 oder 112!).

Ab morgen, Freitag, 6. März, um 8 Uhr, wird außerdem ein Bürgertelefon für besorgte Bürger eingerichtet, das unter der Nummer 0931/ 8003 5100 erreichbar ist. Das Bürgertelefon ist am Freitag, 6. März 2020, mit vier Mitarbeiter besetzt und von 8 bis 16 Uhr zu erreichen. Am Wochenende ist das Bürgertelefon von 10 bis 16 Uhr zu erreichen.

Wie schützt man sich am besten?

Wie auch bei Grippe oder anderen Erkältungen kann man sich vor Ansteckung schützen. Die Uniklinik und das RKI empfehlen folgende Maßnahmen:

  • Einhalten von Husten- und Niesetiketten: Abstand halten, sich wegdrehen, in Einwegtaschentuch husten
  • Gründliche Handhygiene
  • Abstand zu Erkrankten halten (etwa 1-2 m)

Alle wichtigen Fragen beantwortet das Robert-Koch-Institut immer aktuell auf seiner Homepage.

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