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Uniklinikum Würzburg. Symbolfoto: Pascal Höfig
Uniklinikum Würzburg. Symbolfoto: Pascal Höfig

Coronavirus: So ist der Stand in Würzburg

Aktuell dreht sich in den Medien und auch auf den Social Media Plattformen alles rund um den Coronavirus. Derzeit wurden laut Robert-Koch-Institut 157 Infizierte, bei denen der Virus nachgewiesen wurde in Deutschland, davon 26 Fälle in Bayern, bestätigt (Stand 2. März 2020, 15 Uhr). Doch wie ist der Stand im Moment in Würzburg? Letzte Woche kursierte in den Sozialen Medien die Nachricht, der Coronavirus hätte nun auch Würzburg erreicht. Fake-News, wie sich auf Nachfrage bei der Uniklinik herausstellt: Derzeit gebe es weder Patienten noch Verdachtsfälle auf eine Coronavirus-Infektion in Würzburg. Doch wie sieht es zukünftig aus?

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Was ist der Coronavirus?

Der neuartige Coronavirus wird mit „SARS-CoV-2“, die dadurch ausgelöste Atemwegserkrankung als „Covid-19“ bezeichnet. Übertragen wird es von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion, z.B. über Hände, die mit Mund- oder Nasenschleimhäuten in Kontakt kommen. Symptome zeigen sich in Husten, Schnupfen, Fieber und Durchfall. Der neuartige Virus unterscheidet sich aber von der Influenza durch die Inkubationszeit: Diese beträgt nicht ein bis zwei Tage, sondern beim Coronavirus bis zu 14 Tage. Der Krankheitsverlauf ist hierbei nicht immer schwer und kann durchaus mild mit leichten Erkältungserscheinungen ausfallen.

Bedingt lebensgefährlich

Auch wenn es bereits Todesfälle gibt und das Robert-Koch-Institut auf eine ernstzunehmende Lage hinweist, besteht laut Uniklinik Würzburg bei einer Ansteckung nicht automatisch Lebensgefahr. „Covid-19 ist eine ansteckende Erkrankung, wie viele andere respiratorische Erkrankungen auch. Das Risiko für Vorerkrankte ist möglicherweise höher, als bei anderen respiratorischen Erkrankungen“. Um eine Deckung des Versorgungsbedarfs wird sich bemüht, die Uniklinik weist aber noch einmal darauf hin, nicht hinter jedem Schnupfen den Coronavirus zu vermuten – auch nicht, nach einem kürzlichen Aufenthalt in Italien, wo es derzeit rund 1.700 Fälle gibt.

„Wir verstehen auch Arbeitgeber, dass sie gerne Mitarbeiter mit Reise-Aktivität erst dann arbeiten lassen wollen, wenn keine Ansteckungsgefahr besteht. Wir können aber die Testung Gesunder schon aus Kapazitätsgründen nicht anbieten. Hier bitten wir um Kontakt-Aufnahme mit dem Gesundheitsamt, welche Maßnahmen bei Gesunden sinnvoll wären.“ Nach derzeitigem Stand wird besonders Schülern und Arbeitern empfohlen, Zuhause zu bleiben, sollte man sich zuletzt in den Regionen „Emilia-Romagna“ in der „Lombardei“ oder in der Stadt „Vo“ in Venetien aufgehalten haben.

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Mit Ausbreitung zu rechnen

Weitere Infektionen mit dem Coronavirus sind allerdings nicht zu vermeiden.“Mit weiteren Fällen, Infektionsketten und Ausbrüchen muss in Deutschland gerechnet werden. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland aktuell als mäßig eingeschätzt“, so die Risikobewertung des Robert-Koch-Instituts. Das erklärt auch die Uniklinik: „Es muss sicherlich damit gerechnet werden, dass es auch in Würzburg Erkrankungsfälle geben wird.“ Eine medizinische Versorgung werde durch das Uniklinikum gesichert, heißt es.

Wie schützt man sich am besten?

Wie auch bei Grippe oder anderen Erkältungen kann man sich vor Ansteckung schützen. Die Uniklinik und das RKI empfehlen folgende Maßnahmen:

  • Einhalten von Husten- und Niesetiketten: Abstand halten, sich wegdrehen, in die Armbeuge husten
  • Gründliche Handhygiene
  • Abstand zu Erkrankten halten (etwa 1-2 m)

Bei infizierten Personen kann ein Mundschutz, wenn korrekt angebracht, hilfreich sein, um eine Infektion weiterer gesunder Personen zu vermeiden. Gesunde Personen schützt er hingegen nicht zwingend gegen eine Infektion – laut WHO kann es sogar zu einem falschen Sicherheitsgefühl führen, wonach oben genannte Maßnahmen wie Handhygiene vernachlässigt werden.

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