Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Foto: Pascal Höfig
Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Foto: Pascal Höfig

Christian Schuchardt will AFD wegen Volksverhetzung anzeigen

Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt kündigte am Donnerstagabend in einem Facebook-Posting an, die AFD anzuzeigen. Grund hierfür seien Äußerungen des AFD-Kreisvorsitzenden Herold Peters-Hartmann und Stellvertreter Silvio Kante in einem Youtube-Video des Kanals „MuslimTvDe“. Inhalt war ihre Haltung zu Muslimen und Juden. Kontakt habe Schuchardt bereits mit der Polizei aufgenommen, heute wolle er Anzeige wegen Volksverhetzung erstatten.

„Nur bestimmte Gruppen angesprochen“

„Die Islamhetze der AFD – wohin Hass führen kann“ ist das Thema des Videos auf dem Youtube-Kanal „MuslimTvDe“. Hier unter anderem zu sehen: Ein Stand der AFD am Sternplatz in Würzburg. Muzafar Mehmood konfrontiert die AFD-Stadtratskandidaten mit seinen Fragen. „Ich hab mir das Parteiprogramm angeschaut“, so Muzafar zu Herold Peters-Hartmann und Silvio Kante, „und ich sehe ein Problem mit dem Islam-Bild, für das die AFD sich einsetzt“. „Wie ist denn deine Meinung dazu?“, entgegnet Silvio Kante darauf. „Ich finde, dass das so nicht in Ordnung ist, in Deutschland leben 5 Millionen Muslime und dass man damit alle stigmatisiert und in ein bestimmtes Licht rückt, ist nicht okay“, sagt Muzafar darauf. „Das wird nicht getan. Es werden nur bestimmte Gruppen angesprochen“, verteidigt sich Herold Peters-Hartmann. Gauland meine damit aber nicht Salafisten oder Extremisten, so Muzafar, sondern Muslime – was die Gesellschaft spalten und für Unruhe sorgen würde.

„Homogenes Volk wäre ein Traum“

Im weiteren Verlauf des Gesprächs erläutert Peters-Hartmann das Problem Deutschlands aus der Sicht der Partei. „Wir haben hier drei Blöcke: Einmal wir, die Christen, dann nochmal einen Block, der sehr viel Einfluss hat.“ Und das seien die Juden, so Peters-Hartmann, „und dann haben wir die Muslime. Das müssen wir unter einem Hut bringen“. „Macht das nicht unsere Demokratie aus?“, hakt Muzafar nach, „Dass wir alle nicht ein homogenes Volk sind und alle gleich denken und dieselben Ansichten haben?“. „Ein homogenes Volk, das wäre der Traum“, entgegnet der AFD-Vorsitzende von Würzburg.

Schuchardt erstattet Anzeige

Aufgrund dieser und weiterer Äußerungen im Verlauf des Gesprächs möchte Oberbürgermeister Christian Schuchardt die AFD anzeigen, wie er in einem Facebookposting ankündigt. „Alte antisemitische Ressentiments werden geschürt und alle Grenzen überschritten!“, so die Aussage des Oberbürgermeisters, „Ich stehe an der Seite aller Menschen, gleich welcher Religion und Herkunft, die hier friedlich leben wollen! Ich will NICHT, dass brauner Dreck unser Würzburg – die Stadt, die wir für ihre bunte Weltoffenheit lieben – beschmutzt.“


Viel Zuspruch gab es bereits seitens der Facebook-Community: „So kennen wir unseren Oberbürgermeister. Vielen Dank für Ihr großes Engagement für eine bunte, weltoffene und friedliche Stadt“, so ein Kommentar. „Klare Kante! So etwas hat keinen Platz in unserer Stadt! Entschiedenes Nein zur AfD und auch zu allen Gesinnungsgenossen, die so eine „braune“ Ideologie befürworten!“, heißt es an anderer Stelle.

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