Der Kardinal-Faulhaber-Platz in Würzburg. Foto: Dominik Ziegler
Der Kardinal-Faulhaber-Platz in Würzburg. Foto: Dominik Ziegler

Entwurf zur Gestaltung des Kardinal-Faulhaber-Platzes beschlossen

Wie geht es mit dem Kardinal-Faulhaber-Platz weiter? Diese Frage stellt sich in Würzburg schon seit dem Bürgerentscheid im Sommer 2017. Im Zuge dessen wurde nach einer klaren Mehrheit gegen die Parkgarage der ehemalige Parkplatz gegenüber des Mainfranken Theaters gesperrt und eine Übergangslösung mit Begrünung und Sitzmöglichkeiten geschaffen.

Alles zum Kardinal-Faulhaber-Platz

Zur zukünftigen Gestaltung des Platzes konnten die Bürger Vorschläge machen – nun wurde in der letzten Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsauschusses ein Entwurf des Gartenamtes zur Gestaltung beschlossen.

Nach Bürger-Vorschlägen

Bestandteil der Pläne waren auch die Ergebnisse des Bürgerdialogs vom 22.02.2019, so die Beschlussvorlage. Hierbei sind die meistgenannten Punkte auch in der Planung berücksichtigt worden: Viel Grün, große Bäume und ungepflasterte Flächen, eine nutzbare Wasserfläche, die Berücksichtigung des Bratwursthäusle und auch eine Infrastruktur außerhalb des Platzes.

Grüninseln mit Beton-Sitzelementen

Die Grundlage bilden laut Beschlussvorlage fünf erhöhte Grüninseln, angepasst an die Wegbeziehungen wie „Hauptwege- und Erlebnisachse“ zwischen der Fußgängerzone in der Spiegel-/Eichhornstraße und der Theaterstraße. Gefasst werden die Grünflächen in Beton-Sitzelementen, vereinzelt mit Sitzauflagen für mehr Bequemlichkeit. Zudem sollen die Inseln mit einem umlaufenden Lichtband nachgezeichnet werden, ähnlich wie in der Eichhorn- und Spiegelstraße.

Zentral am Platz soll laut Beschlussvorlage eine Aufenthalts- und Aktionsfläche mit einem Wasserspiel mit einer Gesamtfläche von 100 m² entstehen. Ein begehbares Düsenmodell, das mit verschiedenen Choreographien nicht nur einen dekorativen Teil des Platzes darstellt, sondern in den Sommermonaten zu einer Abkühlung einlädt – das senkt außerdem die lokale Lufttemperatur und erhöht die Luftfeuchtigkeit.

Entwurf des Garteamtes zur Gestaltung des Kardinal-Faulhaber-Platzes. Grafik: Gartenamt Stadt Würzburg

Entwurf des Garteamtes zur Gestaltung des Kardinal-Faulhaber-Platzes. Grafik: Gartenamt Stadt Würzburg

28 Bäume

In den Grüninseln sollen rund 28 Bäume zu zwei bis drei intensiv blühenden Klimabaumarten gepflanzt werden. Blütengehölze und Gräser sollen hierbei seitens des Mainfrankentheaters den Platz abschirmen, während zur Maxstraße hin Rasenflächen zum Verweilen gestaltet werden sollen, so die Beschlussvorlage. Die Pflanzenauswahl ist hierbei auch zum Schutz der Artenvielfalt ausgewählt: Im Frühjahr sollen so beispielsweise erste Bienen bis in den Herbst angezogen werden, und auch im Winter soll der Platz pflanzentechnisch weiterhin attraktiv bleiben.

Infrastruktur einbezogen

Ein Punkt, der ebenfalls mit in die Gestaltung einfließt, ist die Infrastruktur um den Platz: Ein großzügiger Wartebereich der ÖPNV-Haltestelle sowie Außengastronomie des Bäckers und ein Bratwurststand sollen den Platz abrunden, so die Planung. Stellplätze für Fahrräder und Taxen sollen in der Maxstraße und Oeggstraße entstehen.

Herausforderungen und Kosten

Der Umbau des Platzes stößt auch auf Herausforderungen: Für den Einbau der Wassertechnik und für die Bepflanzung müssen sämtliche Versorgungsleitungen verlegt werden. Außerdem ist mit historischen Keller- und Fundamentresten zu rechnen, weshalb archäologische Ausgrabungen wie in der Eichhorn- und Spiegelstraße erforderlich sein könnten.

Eine Kosteneinschätzung gibt es laut Beschlussvorlage nicht, man rechne allerdings mit Gesamtkosten in Höhe von 4 bis 5 Millionen Euro. Aufgrund der Zugehörigkeit zum Sanierungsgebiet „Innenstadt-Kaiserstraße-Hauptbahnhof“ sind die Kosten aber förderfähig. Beginnen sollen die Baumaßnahmen erst nach Einreichung des Förderantrags in diesem oder nächsten Jahr. Nach etwa 12 Monaten soll dann die Platzgestaltung abgeschlossen sein – sprich im nächsten oder übernächsten Jahr. Am 4. März sollen die Entwürfe aber vorher in einer Bürgerinformationsveranstaltung präsentiert werden.

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