Der Würzburger Kranenkai und die Festung bei Nacht. Foto: Pascal Höfig
Der Würzburger Kranenkai und die Festung bei Nacht. Foto: Pascal Höfig

Bald keine nächtliche Beleuchtung mehr in Würzburg?

Wird es zukünftig nachts komplett dunkel in Würzburg? Zumindest teilweise sollen zukünftig ab 23 Uhr die Fassadenbeleuchtungen öffentlicher Gebäude wegfallen. Genau das ist nun Thema in der kommenden Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschusses: Im Rahmen des Volksbegehren „Rettet die Bienen“ wurden die Landesgesetze angepasst, die nun auch in Würzburg umgesetzt werden sollen. Hierfür wurden rund 200 Fassadenbeleuchtungen öffentlicher Gebäude geprüft, heißt es in der Beschlussvorlage.

Zum Schutz der Artenvielfalt

„Nach 23 Uhr und bis zur Morgendämmerung ist es verboten, die Fassaden baulicher Anlagen der öffentlichen Hand zu beleuchten, soweit das nicht aus Gründen der öffentlichen Sicherheit erforderlich oder aufgrund Rechtsvorschrift vorgeschrieben ist“, heißt es im Artikel 9, Absatz 1 des Bayerischen Immissionsschutzgesetzes. Dadurch sollen Fledermausquartiere geschützt werden, die sich um und an Gebäuden befinden, aber auch Insekten und andere Tierarten, die durch das Licht zu Fressfeinden werden würden, heißt es in der Beschlussvorlage. Mit diesem Hintergrund wurden Fassadenbeleuchtungen, betrieben durch die Stadt Würzburg und Mainfrankennetze GmbH, überprüft und für das Ziel der Umsetzung in drei unterschiedliche Kategorien eingeordnet.

Beleuchtungen zur öffentlichen Sicherheit

Wie in der Vorlage beschrieben, gibt es auch Beleuchtungen zu beachten, die aus Gründen der öffentlichen Sicherheit nach 23 Uhr bestehen bleiben müssen. Dazu zählen Bereiche, in denen keine ergänzende Straßenbeleuchtung vorhanden ist, wie beispielsweise Dom, Residenz, Falkenhaus und Marienkapelle. Aber auch Vandalismus gefährdete Orte wie Gedenkstätten und die Figuren der Alten Mainbrücke sollten weiterhin beleuchtet bleiben.

Marienkapelle auf dem Marktplatz. Foto: Pascal Höfig

Marienkapelle auf dem Marktplatz. Foto: Pascal Höfig

Keine Hinweise auf Erforderlichkeit

Sollte dies nicht der Fall sein, sollen die Beleuchtungen spätestens um 23 Uhr abgeschaltet werden, heißt es. Das würde Bereiche betreffen, die bisher länger oder sogar die ganze Nacht beleuchtet waren – allen voran Würzburgs Wahrzeichen, die Festung Marienberg: Bislang wurde sie im Sommer bis 1 Uhr nachts und im Winter bis Mitternacht illuminiert. Außerdem betroffen davon sind, laut Vorlage, der Grafeneckart, der bisher die ganze Nacht im Licht steht, die Bögen der alten Mainbrücke, der Alte Kranen sowie verschiedene Kirchen. Bei zeitlich beschränkten Beleuchtungen wird eine kurzfristige Umstellung kein Problem sein, anders bei Gebäuden, die die ganze Nacht angestrahlt wurden: Diese besitzen üblicherweise keine Steuerung und werden gemeinsam mit der Straßenbeleuchtung geregelt, heißt es.

Dauerhafte Abschaltung

Genauso sollen aber auch unnötige Illuminierungen dauerhaft abgestellt werden: Bodenleuchten die Bäume anstrahlen, wie am oberen Mainkai, am Willy-Brandt-Kai sowie in der Plattnerstraße und Langgasse sollen wegfallen, um Lichtverschmutzung zu vermeiden und zu verringern. In diesen Bereichen würde die Verkehrssicherheit nicht beeinträchtigt werden, weshalb diese Bereiche probeweise für ein Jahr abgestellt werden sollen.

Ob der Beschlussvorschlag angenommen wird, entscheidet sich in der kommenden Sitzung des PUMA am Dienstag, 11. Februar ab 16 Uhr.

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