Unterer Marktplatz mit Blick auf das Petrini-Haus und der Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig
Unterer Marktplatz mit Blick auf das Petrini-Haus und der Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig

5 Bausünden in Würzburg

Alte Mainbrücke, Mainpromenade mit Festung, Ringpark, Residenz – es gibt viele schöne Orte in Würzburg und natürlich hat jeder seinen eigenen Lieblingsort in der Stadt. Doch neben den schönsten Gebäuden gibt es auch viele „Bausünden“, die das Stadtbild nicht verschönern und kleine „Schandfleckchen“ in Würzburg darstellen. Hier kommen unsere fünf hässlichsten Orte in Würzburg – wobei Geschmäcker und Meinungen natürlich verschieden sind!

Petrini-Bau am Markplatz

Ein sehr umstrittenes Gebäude ist der Petrini-Bau am Marktplatz, indem sich die VR-Bank befindet. Von den Würzburgern selbst gibt es recht wenig Begeisterung über den Bau. Schon 1685 stand an der Stelle das Wohnhaus des bekannten fränkischen Baumeister Antonio Petrini, mit Skulpturen und verzierter Fassade. Dieses wurde im Zuge des Bombenangriffs auf die Würzburger Innenstadt im Zweiten Weltkrieg zerstört und seitdem nicht mehr aufgebaut.

2008 entstand dann der Neubau, der nicht so recht dem Geschmack der Würzburger entspricht: zu groß, zu modern, zu spiegelnd und zu spärlich, so die Reaktionen der Bürger. Eine Venus unter den Gebäuden stellt das Petrini-Haus jedenfalls nicht dar und ist eines der unschönsten Gebäude in Würzburg – so jedenfalls die vorherrschende Meinung der Würzburger. Im städtebaulichen Kontext gesehen wäre manchen der freie Blick auf die Festung doch lieber gewesen.

Unterer Marktplatz mit Blick auf das Petrini-Haus und der Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig

Unterer Marktplatz mit Blick auf das Petrini-Haus und der Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig

Müllheizkraftwerk am Ortseingang

Der erste Eindruck bleibt meistens für immer: Wer Würzburg aus dem Osten kommend mit dem Auto ansteuert, der wird zunächst mit einem der hässlichsten Orte in Würzburg konfrontiert: der Müllverbrennungsanlage im Gewerbegebiet Ost. Eigentlich gehört die Anlage zu einer der modernsten und saubersten Abfallverwertungsanlagen in Deutschland, schöner macht es sie aber deshalb nicht – man muss aber bedenken, es ist auch eine Müllverbrennungsanlage. Doch wie geht es besser, als mit runden Formen und mit verblasster Blechverkleidung? Wien zum Beispiel hat sein Müllkraftwerk von Hundertwasser künstlerisch gestalten lassen. Vielleicht auch eine Idee für Würzburg?

Das Müllheizkraftwerk in der Gattingerstraße. Foto: Jessica Hänse

Das Müllheizkraftwerk in der Gattingerstraße. Foto: Jessica Hänse

Hauptbahnhof

Steuert man Würzburg mit der Bahn an, so ist man zuerst dem Anblick des Bahnhofsgebäudes ausgesetzt. Wer Glück hat, der geht direkt durch die neue Unterführung und ist nicht von der ungepflegten Atmosphäre des alten Tunnels zu den Gleisen geschockt. Betrachtet man das Bahnhofsgebäude von außen, so sind viele Würzburger auch nicht wirklich beeindruckt von der Gestaltung des Gebäudes. Regelmäßig erfährt der Bahnhof und dessen Vorplatz Kritik von den Würzburgern. Denkt man da an andere Städte wie Berlin oder Leipzig, so weiß man, dass es auch anders geht. Vor allem, wenn man sich mal überlegt, dass Würzburg einen Fernverkehrsbahnhof besitzt! Doch auch hier tut sich was: Nach und nach wird die Bahnhofshalle saniert, umgestaltet und barrierefrei ausgebaut.

Der Würzburger Hauptbahnhof. Foto: Pascal Höfig

Der Würzburger Hauptbahnhof. Foto: Pascal Höfig

Betonbauten

Brutalismus vom Feinsten findet man quer verstreut in der Stadt. Dabei handelt es sich um eine moderne Architekturbewegung mit Betonbauten. Vor allem am Heuchelhof und in der Lindleinsmühle findet man noch so einige Bauten dieser Art, die heute nicht als modern angesehen werden, sondern eher als Schandfleckchen. Ein Beispiel ist die katholische Kirche St. Andreas in der Sanderau, die nur so vor Sichtbeton strotzt. Unter dem pyramidenförmigen Dach vermutet wohl keiner eine traditionell katholische Kirche.

Die Kirche St.Andreas in der Sanderau. Foto: Jessica Hänse

Die Kirche St.Andreas in der Sanderau. Foto: Jessica Hänse

Quellenbach Parkhaus

Von Unattraktivität nicht zu übertreffen ist das Quellenbach Parkhaus am Bahnhof, das tatsächlich noch in Betrieb ist. Auf rund drei Ebenen kann man sein Auto auf einem der 228 Stellplätze parken. 1973 wurde das Parkhaus aus Fertig-Betonteilen gefertigt und nach der Pleichach – auch Quellenbach -, die unter dem Parkhaus fließt, benannt. Das Gebäude sieht auf jeden Fall nicht wirklich vertrauenswürdig aus und ist dringend sanierungsbedürftig. Doch die Tage sind gezählt: bald soll das Parkhaus abgerissen und neuen Hotelbauplänen weichen.

Einfahrt Quellenbach Parkhaus. Foto: Jessica Hänse

Einfahrt Quellenbach Parkhaus. Foto: Jessica Hänse

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