Monika Gabel hat im Rahmen ihres Praktikums bei der Gesundheitsregionplus die Situation der Hebammen in Stadt und Landkreis Würzburg untersucht.Foto: Katharina Kaminsky
Monika Gabel hat im Rahmen ihres Praktikums bei der Gesundheitsregionplus die Situation der Hebammen in Stadt und Landkreis Würzburg untersucht. Foto: Katharina Kaminsky

Wo sind die Hebammen? Studie zur Situation in Würzburg

Der Hebammennotstand ist in aller Munde und ein Thema in vielen Medien – nicht zuletzt, weil das bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege darauf mit dem Förderprogramm Geburtshilfe reagiert hat. Dessen Ziel ist es, Landkreise und kreisfreie Städte zu unterstützen, die wohnortnahe Geburtshilfe zu erhalten.

Hebammenmangel

Eine Studie des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES Institut) aus dem Jahr 2018 stellt die Notwendigkeit einer solchen Förderung heraus. Der Studie zufolge gab mehr als jede vierte Mutter an, dass es (sehr) schwierig war, eine Hebamme für eine Schwangeren- oder Wochenbettbetreuung zu finden. Und das, obwohl alle, bei einer gesetzlichen Krankenversicherung versicherten Frauen, gemäß § 24d SGB V einen Anspruch auf Hebammenhilfe während der Schwangerschaft, bei und nach der Entbindung haben.

Die Situation vor Ort

Die Gesundheitsregionplus Stadt und Landkreis Würzburg wollten wissen, wie sich die Versorgung vor Ort gestaltet und bat Monika Gabel im Rahmen ihres Praktikums in der Geschäftsstelle, die Situation zu untersuchen. Dabei stellte sich heraus, dass die Gesamtzahl der freiberuflichen Hebammen nicht konkret ermittelt werden kann. So gibt es weder in Bayern noch bundesweit eine umfassende, offizielle Statistik zur Anzahl und zum Beschäftigungsumfang der freiberuflich tätigen Hebammen. Aus diesem Grund ist die in Stadt und Landkreis durchgeführte Umfrage nicht repräsentativ. Dennoch werfen die eingeholten Ergebnisse ein Schlaglicht auf die Situation vor Ort und decken sich weitgehend mit denen der IGES-Studie in Oberbayern.

Immer weniger freiberuflich

Alle am Gesundheitsamt Stadt und Landkreis Würzburg freiberuflich gemeldeten Hebammen erhielten postalisch einen Fragebogen. Die Rücklaufquote betrug 45,5%, wovon 35 Fragebögen in die Auswertung mit einbezogen werden konnten. Etwas mehr als jede zweite freiberufliche Hebamme (57,1%) gab an, sehr häufig Anfragen von Frauen für eine Wochenbettbetreuung in den letzten 12 Monaten abgelehnt haben zu müssen, weil sie keine (zusätzliche) Wochenbettbetreuung mehr annehmen konnte. 34,3% taten dies häufig. 28,6% der Befragten überlegen ihr Angebot von Wochenbettbetreuungen einzuschränken und 8,6% denken darüber nach, es aufzugeben.

Als Hauptgründe, warum immer weniger Hebammen freiberuflich arbeiten, wurden zunehmend administrative Tätigkeiten, fehlende Vertretungsmöglichkeiten und Wochenendarbeit aufgeführt. Als geeignete Anreize, um mehr Hebammen zu motivieren, freiberuflich zu arbeiten oder ihren Beruf wieder zu ergreifen, wurden finanzielle Unterstützung, organisierte Vertretungsmöglichkeit für Urlaub und Wochenende und die Vergütung für Externat-Begleitungen bewertet. Darüber hinaus wünschen sich 62,9% der Befragten eine stärkere Vernetzung und Kooperation.

Studie beim Runden Tisch präsentieren

Seit 2018 organisiert die Gesundheitsregionplus Stadt und Landkreis Würzburg einen Runden Tisch „Geburtshilfe“ mit Vertretern der Stadt und des Landkreises Würzburg, der Kliniken, des Geburtshauses sowie der freiberuflichen Hebammen. Ziel des Runden Tisches ist es, die staatlichen Fördergelder zu koordinieren und geeignete Maßnahmen zu entwickeln, um die Versorgungssituation der Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung in der Region langfristig zu sichern. Die Ergebnisse der Studie sollen beim nächsten Runden Tisch präsentiert werden und in dessen Arbeit einfließen.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Landratsamt Würzburg.

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