Die beiden Gründer von Happy Robot 3D: Max (links) und Sascha (rechts). Foto: Happy Robot 3D
Die beiden Gründer von Happy Robot 3D: Max (links) und Sascha (rechts). Foto: Happy Robot 3D

Wir fragen „Happy Robot 3D“: Was macht man als 3D-Artist?

Wenn man das Wort „3D“ hört, werden die meisten wahrscheinlich erst einmal an das Kino und 3D-Filme denken. Doch heutzutage hat sich die Anzahl der Bedeutungen des Wortes durch die Digitalisierung vervielfacht – aber auch die Anwendungsmöglichkeiten. Werbung und Spiele sind nur wenige Beispiele, bei denen 3D zur Verwendung kommt. Max und Sascha haben die Firma „Happy Robot 3D“ gegründet, die sich genau damit beschäftigt. Als Architekt und 3D Artist haben die beiden ihre Fähigkeiten miteinander vereint und eine neue Geschäftsidee aufleben lassen. Doch was macht ein 3D-Artist? Wir haben sie dazu mal befragt.

Happy Robot 3D aus Würzburg

Würzburg erleben (WE): Erzählt doch mal etwas über Euch: Wer seid Ihr? Was macht Ihr? Was verbindet Euch mit Würzburg?

Happy Robot 3D: Wir sind Max (31) und Sascha (30), zusammen sind wir Happy Robot 3D. Max hat in Würzburg Architektur studiert und viele Jahre (11) hier gelebt. Nun, als Vater eines kleinen Sohnes, hat es ihn dann doch aufs Land verschlagen, denn die gemütliche 2-Zimmer-Wohnung in der Sanderau wurde doch ein wenig klein für Drei. Deshalb lebt er nun im beschaulichen Werneck – wo auch unser zweites Büro seinen Sitz hat.

Sascha ist eigentlich schon immer in Würzburg, hier geboren und aufgewachsen (na gut, vor einem halben Jahr nach Höchberg gezogen, aber das zählt ja fast noch zu Würzburg). Was uns mit Würzburg verbindet, ist einfach die Tatsache, dass wir schon immer hier waren und sind, und die super zentrale Lage von Würzburg für uns als junges Unternehmen natürlich auch sehr von Vorteil ist.

WE: Wie seid ihr dazu gekommen, Euer Unternehmen zu gründen?

Happy Robot 3D:  Das war eigentlich der berühmte Sprung ins kalte Wasser. Nachdem wir Anfang 2019 erfahren haben, dass unser bisheriger Arbeitgeber (gleiche Branche), für uns sehr überraschend, die Pforten schließt, hatten Max und ich eigentlich nur zwei Optionen: Wir bewerben uns und gehen getrennte Wege oder wir nutzen diese Möglichkeit und gründen unsere eigene Firma – was wir letzten Endes dann auch getan haben.

3D-Artist als neuer Beruf

WE: Was genau ist und macht ein 3D-Artist?

Happy Robot 3D: Das ist ein Beruf, der erst in den letzten Jahren entstanden ist. Der 3D-Artist erstellt dreidimensionale Abbildungen von Objekten am Computer. Weiterhin definieren wir Materialien, Perspektive, Licht/Schatten etc. mit dem Ziel, am Ende Standbilder oder Animationen z.B. für den Bereich Werbung, Kino oder Spiele erstellen zu können.

3D Animation eines Stuhls. Foto: Happy Robot 3D

3D Animation eines Stuhls. Foto: Happy Robot 3D

WE: Und wie wird man 3D-Artist? Gibt es da ein spezielles Studium?

Happy Robot 3D: Der Begriff 3D-Artist deckt recht viele Bereiche ab. Ein generelles Studium gibt es nicht – jedoch Studiengänge, die Teilbereiche abdecken. Es gibt zum Beispiel seit einigen Jahren an der Uni Würzburg den Studiengang „Games Engineering“. Wichtig für den Einstieg ist jedoch mehr, ob man sein Handwerk beherrscht. Mit Handwerk ist in diesem Fall der Umgang mit spezieller 3D-Software gemeint. Das ist für uns so essenziell, wie z.B. für einen Fotografen seine Kamera.

3D-Artist und Architekt?

WE: Inwiefern kann man die Fähigkeiten eines 3D-Artists und eines Architekten verbinden?

Happy Robot 3D:  Diese beiden Berufe sind wie geschaffen füreinander. Wir stellen in unseren Renderings auch oft Räume oder ganze Gebäude dar. Damit ein überzeugendes Ergebnis entsteht, ist es sehr hilfreich zu wissen, wie es in Wirklichkeit gebaut werden würde, um Vorstellungen von realistischen Abmessungen und Verwendungszwecke verschiedener Materialien zu kennen.

Ein 3D Projekt von Happy Robot 3D. Foto: Happy Robot 3D

Ein 3D Projekt von Happy Robot 3D. Foto: Happy Robot 3D

WE: Was genau erstellt ihr bzw. was sind Eure Leistungen/Produkte?

Happy Robot 3D: Wir erstellen hauptsächlich Renderings, also Bilder oder Animationsfilme von Produkten und Architektur. Wir sind aber nicht festgelegt – theoretisch kann man in 3D alles darstellen: Vom Molekül bis hin zum Wolkenkratzer!

WE: In welchem Bereich könnte man Eure Leistungen gebrauchen?

Happy Robot 3D: Grundsätzlich in jedem Bereich. Aber meist dann doch Firmen, die Bilder ihrer Produkte für Werbematerial, also Kataloge, Website etc., benötigen.

Dreidimensionale Abbildung einer Armbanduhr. Foto: Happy Robot 3D

Dreidimensionale Abbildung einer Armbanduhr. Foto: Happy Robot 3D

Gute Chancen für die Zukunft

WE: Seid ihr das einzige derartige Unternehmen in der Umgebung, habt ihr also ein Alleinstellungsmerkmal?

Happy Robot 3D: Leider nicht, aber ich denke mit Max‘ Studiengang zum Bachelor Eng. of Architecture und mir als 3D-Artist haben wir eine unschlagbar gute Kombination, wenn es darum geht, Architektur und Produktvisualisierungen darzustellen.

WE: Wie seht ihr die Erfolgschancen von 3D-Artists und ihren Leistungen in der Zukunft?

Happy Robot 3D: Wir denken, die Chancen stehen auch im Zuge der zunehmenden Digitalisierung sehr gut. Das Thema Automatisierung wird zwar auch in unserer Branche immer wichtiger, jedoch deckt die Branche ein breites Feld ab und das bei schneller Entwicklung und Veränderung. Hier ist es wichtig, up-to-date zu sein. Da wir aber komplett digital arbeiten, benötigen wir lediglich Pläne oder Cad-Daten, um beginnen zu können. Dadurch sind wir extrem flexibel und können immer nach Bedarf anpassen.

Unsere Rubrik „Wir fragen…“

In unserer Rubrik „Wir fragen…“ stellen wir Würzburger Persönlichkeiten aus den verschiedensten Lebensbereichen vor und fragen sie nach ihren Erfahrungen. Wen wolltet ihr schon immer mal etwas Bestimmtes fragen? Schreibt uns per Mail an redaktion@wuerzburgerleben.de oder kommentiert unter unserem Facebook-Posting!

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