Blaulicht Polizeifahrzeug. Foto: Pascal Höfig
Blaulicht Polizeifahrzeug. Foto: Pascal Höfig

„Sexting/Sextortion“ – Erpressung im Internet: Polizei warnt

In der vergangenen Woche bereitete eine Unbekannte geschickt und gezielt die Erpressung eines Mannes aus dem Landkreis Würzburg vor. Die Täterin konnte letztlich 5.000 Euro erbeuten. Die Polizei übernahm die weiteren Ermittlungen und warnt vor der Masche.

Erpressung mit Videoaufnahmen

Im beschriebenen Fall suchte die Täterin über Instagram Kontakt mit dem Geschädigten. Daraufhin entwickelte sich ein Videochat, der schließlich dazu führte, dass der 38-Jährige vor der Web-Cam onanierte. Noch am selben Abend wurde der Mann dann angeschrieben und zu einer Zahlung von 1.500 Euro aufgefordert. Ansonsten würde das bei dem Chat aufgezeichnete Video von den sexuellen Handlungen über Youtube an Freunde, Familie und Arbeitgeber verschickt werden.

5.000€ überwiesen

Im Laufe der Woche wurde der Mann dann zu weiteren Überweisungen von Geldbeträgen in vierstelliger Höhe aufgefordert. Er kam diesen Forderungen nach. Insgesamt überwies das Opfer 5.000 Euro auf ein ausländisches Konto der Frau. Erst als die Erpresserin am Freitag weitere 10.000 Euro forderte wandte sich der 38-Jährige an die Polizei.

Polizei warnt

Die Kripo Würzburg übernahm die Ermittlungen und mahnt hier zur besonderen Vorsicht im Zusammenhang mit der Preisgabe intimer Fotos oder sexueller Handlungen vor Web-Cams. Schließlich ist in der Regel nicht sicher, mit wem man es zu tun hat. Sollte ein Opfer erpresst werden, rät die Polizei, nicht darauf einzugehen und Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Info „Sexting“/ Sextortion

Als „Sexting“ wird das Schreiben und Versenden von sexuell eindeutigen Nachrichten (z.B. Text, Bilder und Videos) vor allem über Messenger Dienste bezeichnet. Täter nutzen „Sexting“ auch als Masche, um ihre Opfer mit der Drohung der Veröffentlichung von Intimfotos oder Videos zu erpressen.

Der Begriff „Sextortion“ setzt sich aus den englischen Wörtern Sex und Extortion – Erpressung – zusammen. Die Betrüger bringen ihre Opfer dazu, sich vor der Webcam auszuziehen und sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen. Anschließend erpressen sie ihre gutgläubigen Chatpartner mit Videoaufzeichnungen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidium Unterfranken.

- ANZEIGE -