Die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Veitshöchheimer Straße. Foto: Pascal Höfig
Die Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Veitshöchheimer Straße. Foto: Pascal Höfig

Asylbewerberneuzugang 2019 in Unterfranken weiter rückläufig

Die Zahl der in Unterfranken in staatlichen Unterkünften untergebrachten Asylbewerber ist im Jahresvergleich zum Vorjahr, entsprechend dem bundes- und landesweiten Trend, erneut zurückgegangen. Derzeit befinden sich hier Asylbewerber aus 54 Nationen, allein in der Gemeinschaftsunterkunft in Würzburg sind aktuell 32 Nationen untergebracht.

Zahl der Asylbewerber zurückgegangen

Waren am 10. Januar 2019 noch rund 6.340 Asylbewerber in Unterfranken in staatlichen Unterkünften untergebracht, so sind es heute noch rund 5.040 Flüchtlinge (Erst- und Anschlussunterbringung ohne unbegleitete minderjährige Asylbewerber, aber einschließlich auszugsberechtigte anerkannte Asylbewerber). Im Vergleich zum Jahresanfang 2019 sind dies über 1300 Personen weniger – verglichen zum Jahresanfang 2017 sind dies sogar rund 6.200 Asylbewerber weniger (01.01.2017: 11224 Asylbewerber).

Wohnraumbeschaffung vorrangig

Neben der sprachlichen Integration, der Beschulung und der sukzessiven Einbindung der anerkannten Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt stellen weiterhin die Schaffung und Bereitstellung von ausreichendem Wohnraum für die inzwischen anerkannten Flüchtlinge eine vorrangige Aufgabe dar. Hierzu leisten die Kommunen einen wichtigen Beitrag. Aber auch der Staat leistet seinen Anteil: Mit dem staatlichen Sofortprogramm, der ersten Säule des Wohnungspakts Bayern, plant und baut der Freistaat Bayern mit seiner Bauverwaltung kurzfristig Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge und Einheimische mit niedrigem Einkommen.

In Unterfranken wurde im vergangenen Jahr in Höchberg das dritte Projekt mit 11 Wohnungen für bis zu 62 Personen im August bezugsfertig. Somit stehen im Regierungsbezirk nun insgesamt 37 solcher Wohnungen für bis zu 175 Personen zur Verfügung. Anfang 2020 wird die vierte Wohnanlage in Ochsenfurt zum Bezug fertig sein und Mitte diesen Jahres mit Marktheidenfeld die Fünfte.

Umzug der ANKER-Einrichtung

Die ANKER-Einrichtung Unterfranken (vormals Aufnahmeeinrichtung Schweinfurt) ist Mitte des Jahres aus den Ledward-Barracks in der Stadt Schweinfurt in die Conn-Barracks im Landkreis Schweinfurt umgezogen. Eine große logistische Herausforderung, die aber zeitgerecht umgesetzt wurde. Der Umzug der zentralen Ausländerbehörde (ZAB) wird anschließen, sobald die entsprechenden Umbaumaßnahmen der Gebäude in den Conn-Barracks abgeschlossen sind.

Die Conn-Barracks in Schweinfurt werden zu einem Ankerzentrum. Foto: Dirk Flieger

Die Conn-Barracks in Schweinfurt werden zu einem Ankerzentrum. Foto: Dirk Flieger

54,2 % Belegquote

Im Jahr 2019 wurden über die ANKER-Einrichtung Unterfranken 1.493 Asylbewerber erstaufgenommen. Im gesamten Jahr 2018 waren es 1.976 Asylbewerber, 2017 noch 2.222 Asylbewerber. Der aufnahmestärkste Monat des Jahres 2019 war der Monat Januar mit 203 Personen, der aufnahmeschwächste Monat der Mai mit 77 Personen. Zum aktuellen Stand sind in der ANKER-Einrichtung Unterfranken 651 Personen untergebracht. Die Belegungsquote liegt damit derzeit bei 54,2 % (bezogen auf die regelmäßig belegbare Bettenkapazität).

Die Erstunterbringung erfolgt in der Regel durch ANKER-Einrichtungen, die in Bayern von den Bezirksregierungen betrieben werden. Asylbewerber sind grundsätzlich verpflichtet, bis zur Entscheidung über den Asylantrag, unter bestimmten Voraussetzungen längstens bis zu 24 Monaten in Erstunterbringungseinrichtungen zu wohnen. Nach der Verpflichtung in einer ANKER-Einrichtung zu wohnen erfolgt die Unterbringung in der Anschlussunterbringung. Unterfranken hat dabei 10,2% der nach Bayern zugewiesenen Asylbewerber im Wege der Anschlussunterbringung zu übernehmen.

Anschlussunterkünfte

In den aktuell 41 Gemeinschaftsunterkünften bzw. Teilgemeinschaftsunterkünften der Regierung wohnten am 31.12.2019 insgesamt 2.924 Personen. Zu den in Gemeinschaftsunterkünften untergebrachten Personen kamen 1.466 Personen in 152 dezentralen Einrichtungen in der Unterbringungszuständigkeit der Kreisverwaltungsbehörden.

Bezogen auf die Gesamtzahl an untergebrachten Asylbewerbern (einschließlich auszugsberechtigte anerkannte Asylbewerber) von 4.390 Personen zum Jahresende 2019 (davon 1.334 Personen minderjährig) sind dies 1.167 Personen weniger als vor einem Jahr, was einem weiteren Rückgang der in der Anschlussunterbringung in Unterfranken befindlichen Asylbewerber entspricht. Die Zahlen bezüglich der zentral und dezentral untergebrachte Personen der letzten Jahre:

  • Ende 2018: 5.557 Personen
  • Ende 2017: 7.326 Personen
  • Ende 2016: 10.914 Personen
  • Ende 2015: 11.871 Personen
  • Ende 2014: 4991 Personen
  • Ende 2013: 2701 Personen
  • Ende 2012: 1865 Personen
  • Ende 2011: 1608 Personen
  • Ende 2010: 1289 Personen

Aus 54 Ländern

Die 13 Hauptherkunftsländer der untergebrachten Personen in der Anschlussunterbringung (insgesamt sind 54 Länder vertreten) waren zum Stand 31.12.2019 (in Personen): Afghanistan (995), Somalia (561), Syrien (512), Äthiopien (504), Nigeria (334), Ukraine (271), Armenien (146), Russland (140), Aserbaidschan (119), Irak (113), Iran (94), Elfenbeinküste (91) und Pakistan (49).

Unbegleitete Minderjährige

Unter unbegleiteten minderjährigen Ausländern versteht man alle Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren, die ohne Begleitung nach Deutschland einreisen und für die sich weder Personensorge noch Erziehungsberechtigte im Inland aufhalten. Die Neuzugänge von unbegleiteten minderjährigen Ausländern waren auch im Jahr 2019 weiter rückläufig.

Die Gesamtzahl der unbegleiteten minderjährigen Ausländer ist somit im Jahr 2019 erheblich zurückgegangen. Zum Stand 01.11.2019 wurden in Unterfranken im Rahmen der Jugendhilfe noch 284 unbegleitete minderjährige Ausländer stationär oder ambulant betreut (einschließlich junger Erwachsener mit entsprechendem Jugendhilfebedarf), 1/3 weniger als noch zum 01.11.2018.

Abschiebungen und Rückführungen

Im Jahr 2019 wurden durch die Zentrale Ausländerbehörde Unterfranken (ZAB) bei insgesamt 281 Personen aufenthaltsbeendende Maßnahmen vollzogen. Darunter waren folgende 6 Schwerpunktnationalitäten:

  • Somalia: 53 Personen (51 Dublin-Fälle sowie 3 Fälle Schutzstatus in anderem EU-Land)
  • Armenien: 51 Personen (14 Dublin-Fälle sowie 37 Abschiebungen ins Heimatland)
  • Ukraine: 42 Personen (alles Abschiebungen ins Heimatland)
  • Afghanistan: 39 Personen (alles Abschiebungen ins Heimatland)
  • Algerien: 19 Personen (4 Dublin-Fälle sowie 15 Abschiebungen ins Heimatland)
  • Nigeria: 14 Personen (11 Dublin-Fälle sowie 3 Abschiebungen ins Heimatland)

Darüber hinaus sind im Jahr 2019 insgesamt 322 Personen nach Beratung und gegebenenfalls mit staatlicher Unterstützung freiwillig ausgereist. Hauptschwerpunktländer der freiwilligen Ausreisen waren Ukraine (128 Personen), Armenien (89 Personen), Algerien (19 Personen) und Russische Föderation (18 Personen).

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Regierung von Unterfranken.

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