Letztes Bild von Max Mohr vor seinem Tod. Foto: Archiv Willi Dürrnagel
Letztes Bild von Max Mohr vor seinem Tod. Foto: Archiv Willi Dürrnagel

„Max Mohr“ erhält eigene Straße in Würzburg

Nach dem einstimmigen Gutachten des Hauptausschusses beschloss auch der Stadtrat einstimmig dem Antrag, eine Straße nach Max Mohr zu benennen. Um an den jüdischen Schriftsteller und Arzt zu erinnern, wird das Straßenstück zwischen Sanderglacisstraße und Löwenbrücke in „Max-Mohr-Straße“ umbenannt. Max Mohr zählt zu den bedeutendsten Bühnen- und Romanautoren der Zwischenkriegszeit.

 

Wer ist Max Mohr?

Max Mohr wurde am 17. Oktober 1891 in Würzburg geboren. Als Sohn eines Malzfabrikanten verbrachte er die ersten 20 Jahre in Würzburg, unter anderem auch auf dem Königlichen Neuen Gymnasium – heute Riemenschneider-Gymnasium. Dort erlangte er eine humanistische Ausbildung, war aber auch in den naturwissenschaftlichen Bereichen begabt: Nach seinem Abitur begann er sein Medizin-Studium an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, bevor er 1911 nach München wechselte. Zwei Jahre nachdem Max Mohr sein Staatsexamen bestand, kam er 1919 in englische Kriegsgefangenschaft. 1919/20 fing er an als Arzt in München zu arbeiten.

Max Mohr mit seiner Tochter Eva, ca. 1930. Foto: Archiv Willi Dürrnagel

Max Mohr mit seiner Tochter Eva, ca. 1930. Foto: Archiv Willi Dürrnagel

Als Schriftsteller tätig

Seine schriftstellerische Karriere begann im Jahr 1920 zunächst auf einem Bauernhof. Er selbst bezeichnete sich eher als konfessionslos, war aber ein hervorragender Schriftsteller im Bereich der schöngeistigen Publikationen. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg schrieb er zwei längere medizinische Abhandlungen, war aber selbst von 1920 bis 1934 nicht mehr ärztlich tätig.

Max Mohrs berühmtestes Stück "Impressionen im Juni". Foto: Archiv Willi Dürrnagel

Max Mohrs berühmtestes Stück „Impressionen im Juni“. Foto: Archiv Willi Dürrnagel

Vor allem seine Theaterstücke erfreuten sich großer Beliebtheit. Max Mohr schrieb anfangs Gedichte, später auch Dramen und Komödien (wie „Impressionen im Juni“ – 1923 im Stadttheater Würzburg aufgeführt). Inspiriert wurden diese vor allem durch seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg. Im Alter von 43 Jahren wanderte er ohne seine Familie nach Shanghai aus, beendete dort seine Tätigkeit als Schriftsteller und arbeitete wieder als Arzt. Aufgrund eines Herzleidens starb Max Mohr am 13. November 1937 in Shanghai.

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