Feuerwerk über der Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig
Feuerwerk über der Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig

Sicher ins neue Jahr: Tipps von Polizei und Rettungsdienst

Während überall die Planungen für Silvester auf Hochtouren laufen war auch die unterfränkische Polizei nicht untätig und ist gemeinsam mit den Sicherheitsbehörden gut auf den Jahreswechsel und eine sicherlich einsatzreiche Nacht vorbereitet. Damit die Bürgerinnen und Bürger sicher ins neue Jahr kommen, hält die unterfränkische Polizei einige Tipps bereit.

Eine der arbeitsreichsten Nächte

Die Silvesternacht ist unbestritten eine der arbeitsreichsten Nächte für Polizei sowie Rettungsdienst, Feuerwehr und weitere Blaulichtorganisationen. Beim vergangenen Jahreswechsel mussten in der Nachtschicht 317 Einsätze bewältigt werden. Auch in diesem Jahr werden die unterfränkischen Dienststellen deshalb mit verstärkten Kräften im Dienst sein, um sich vermehrt um Sachbeschädigungen, Streitigkeiten und Körperverletzungen teilweise nach erheblichem Alkoholkonsum oder beispielsweise kleinere Brandfälle zu kümmern.

Silvesternacht: Sicherheit in der Innenstadt

Vorsicht und Rücksicht beim Umgang mit Feuerwerk

Leider kommt es jedes Jahr zu schweren Unfällen mit Feuerwerk, gerade auch bei jungen Menschen oder wenn zu viel Alkohol im Spiel war. Die Polizei bittet daher eindringlich um verantwortungsvollen und vorsichtigen Umgang mit Raketen, Böllern und Co., um schlimme und unnötige Verletzungen zu vermeiden. Vor allem sollten auch immer besonders die Kinder im Blick behalten werden, denn Feuerwerk (insbesondere der Kategorie II) gehört ganz sicher nicht in Kinderhände.

Unterschätze Gefahren

Vergangenes Jahr hatte ein 53-Jähriger aus dem Landkreis Würzburg offenbar beim Basteln mit Böllern mehrere Finger verloren, als es ungeplant zu einer Explosion gekommen war. Dieser Fall zeigt, dass man bitte nicht die Gefahr durch Feuerwerk unterschätzen und insbesondere die Hände von illegalen oder selbst gebastelten Böllern gelassen werden sollten. Die Risiken, dabei sich selbst oder andere erheblich zu verletzen, sind unkalkulierbar. Deshalb bittet die Polizei darum, nur in Deutschland zugelassenes Feuerwerk mit „CE“-Kennzeichnung („BAM“ Prüfstelle) zu kaufen und das Abbrennen ausschließlich den Altersangaben entsprechend zu erlauben.

Die wichtigsten Merkmale sind das CE-Zeichen und ein Zulassungszeichen (Registriernummer). Neben dem CE-Zeichen muss eine vierstellige Ziffer stehen, z.B. CE 0598. Foto: Pascal Höfig

Die wichtigsten Merkmale sind das CE-Zeichen und ein Zulassungszeichen (Registriernummer). Neben dem CE-Zeichen muss eine vierstellige Ziffer stehen, z.B. CE 0598. Foto: Pascal Höfig

„Damit jeder den Jahreswechsel genießen kann, bitten wir darum, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Gerade im Bereich von Krankenhäusern, Altenheimen oder Kirchen sollte kein Feuerwerk abgebrannt werden. Außerdem ist das Abbrennen nur am 31.12. und am 01.01. erlaubt“, so die Polizei Unterfranken.

Alkohol mit Maß und Ziel

Streitigkeiten zwischen stark alkoholisierten Personen, hilflose Personen, die mit hohen Promillewerten von Polizei und Rettungsdienst betreut werden müssen oder Jugendliche, die nach unkontrolliertem Konsum von Alkohol in der Notaufnahme landen. Solche Einsätze sorgen für keinen guten Start ins neue Jahr. „Deshalb appellieren wir an alle Feiernden, es mit dem Alkohol nicht zu übertreiben und auch an alle Eltern, den Alkoholkonsum ihrer Sprösslinge im Blick zu haben“, so die Polizei weiter.

Drink in Bar oder Club. Symbolfoto: Pascal Höfig

Drink in Bar oder Club. Symbolfoto: Pascal Höfig

Und zuletzt noch eine dringende Bitte: Nach dem Konsum von Alkohol unbedingt das Auto stehen lassen! Auch wenn man glaubt, „nur wenig getrunken“ zu haben oder „noch fit“ zu sein. Wer im Vorfeld schon plant, wie er sicher auch ohne Auto nach Hause gelangt, kommt gar nicht in Versuchung. Im Zweifelsfall ist eine Fahrgemeinschaft oder ein Taxi die bessere Wahl, um unfallfrei nach Hause zu kommen.

Botschaften der Rettungsdienste

Drei wichtige Botschaften haben die Würzburger Rettungsdienste für die Nacht zum Jahreswechsel. „Glasscherben haben auf den Straßen nichts verloren“, so die klare Ansage von Jens-Uwe Greiner, Sachgebietsleiter Einsatzdienste beim Roten Kreuz. Fast jedes Jahr beklagen die Retter Fahrzeugausfälle wegen platter Reifen. „Das kann bei einer schnellen Einsatzfahrt fatale Folgen haben, für die Besatzung ebenso wie für den auf Hilfe wartenden Notfallpatienten“.

Unverzüglich Erste Hilfe leisten

Uwe Kinstle, Regionalvorstand der Johanniter, appelliert an Bürgerinnen und Bürger, beim Auffinden von bewusstlosen Personen über den Notruf 112 unverzüglich Hilfe zu rufen und Erste Hilfe zu leisten. „Schnell sollten nicht ansprechbare Personen in die stabile Seitenlage gebracht, mit einer Decke versorgt und bis zu unserem Eintreffen überwacht werden“. Kinstle erinnert in dem Zusammenhang daran, dass eine Rettungsdecke zur Wärmeerhaltung in jedem Kfz-Verbandkasten enthalten ist.
Für Manfred Kirst, Rettungsdienstchef bei den Maltesern, ist klar, dass die meisten Einsätze in der Silvesternacht unmittelbar mit erhöhtem Alkoholkonsum zusammenhängen. „Mit einer Alkoholvergiftung will keiner im Krankenhaus landen, da trägt jeder Verantwortung – für sich selbst und seine Freunde“.

Verstärkte Schichten in Silvesternacht

Das Bayerische Rote Kreuz, die Johanniter und die Malteser sind in der Silvesternacht mit verstärkten Schichten unterwegs. „Die Nacht zum Jahreswechsel ist im Einzugsgebiet der drei Würzburger Rettungswachen mit Abstand die einsatzstärkste des Jahres“, weiß Eva Löffler vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Würzburg, zuständig für die rettungsdienstliche Bedarfsplanung.

An den Rettungswachen in Stadt und Landkreis Würzburg werden in der Silvesternacht zehn Rettungswagen und drei Notärzte vorgehalten. Weitere Notärzte und Schnelleinsatzgruppen der Hilfsorganisationen sind über Piepser in Rufbereitschaft. „Die rettungsdienstlichen Einsatzspitzen erwarten wir erfahrungsgemäß zwischen 01:00 Uhr und 06:00 Uhr“, fasst Löffler die Auswertungen vergangener Jahre zusammen.

Rettungswagen im Einsatz. Foto: Pascal Höfig

Rettungswagen im Einsatz. Foto: Pascal Höfig

Wasserrettung im Einsatz

Weil immer mehr Menschen an einer Mainpromenade das neue Jahr willkommen heißen, patrouillieren in diesem Jahr wieder Boote der DLRG und BRK- Wasserwacht ober- und unterhalb der Schleuse an der Alten Mainbrücke. Jedes Boot ist mit ehrenamtlichen Wasserrettern besetzt. Björn Rausch von der BRK- Wasserwacht ist vor Ort und koordiniert im Bedarfsfall als Einsatzleiter die Wasserrettung.

Leitstelle erweitert Nachtschicht

Auch die Integrierte Leitstelle Würzburg hat ihre Nachtschicht erweitert, um die eingehenden Notrufe aus den Landkreisen Kitzingen, Main-Spessart und Würzburg sowie der Stadt Würzburg unverzüglich bedienen zu können. Für koordinierungsbedürftige Einsätze des Rettungsdienstes in Stadt und Landkreis stehen mit Lukas Demling (BRK), Tom Witzel (JUH) und Paul Justice drei erfahrene Einsatzleiter bereit, um vor Ort die Führung zu übernehmen.

Artikel beruht auf Pressemitteilungen des Polizeipräsidium Unterfranken und des Bayerischen Roten Kreuz.

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