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Verkehrsinsel statt Zebrastreifen in der Mainaustraße. Foto: Heiko Seed
Verkehrsinsel statt Zebrastreifen in der Mainaustraße. Foto: Heiko Seed

Mittelinsel statt Zebrastreifen in der Mainaustraße

Mittelinsel statt Zebrastreifen – das gibt es nun in der Mainaustraße in der Zellerau auf Höhe der Scharnhorststraße. Die Tatsache erregte nun hohe Aufmerksamkeit in einer lokalen Facebook-Gruppe: Zu gefährlich sei diese Übergangsmöglichkeit, vor allem für Kinder und Besucher von Veranstaltungen auf den Mainwiesen.

Nicht mehr nach Vorschrift

Auslöser für die Überprüfung des Übergangs waren nach Aussage der Stadt Bürgerbeschwerden darüber, dass Autofahrer nicht am Fußgängerübergang halten würden, wenn Fußgänger die Straße passieren wollten – dies können einige aber überhaupt nicht nachvollziehen, wie sich in den Kommentaren unter dem Facebook-Beitrag zeigt. Bereits 2017 wurde die Thematik in einer Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses behandelt und es wurden damals auch Defizite am Übergang erkannt. Hier hat sich laut Beschlussvorlage gezeigt, dass dieser nicht mehr den Vorschriften entsprochen hätte – zu wenig Fußgänger und mit durchschnittlich 823 Kraftfahrzeugen pro Stunde zu viele Autos, zudem mit zehn Metern eine zu hohe Querungslänge aufweise und eine schlechte Einsicht durch die Kurvenlage und parkende Fahrzeuge gegeben sei.

Vier Möglichkeiten vorgestellt

Daraufhin wurden vier Lösungsvarianten erarbeitet, wie die Stadt mitteilt. Gegen den Einbau einer Mittelinsel zusätzlich zum Zebrastreifen sprach die geringe Nutzung von Fußgängern: Richtlinien nach müssten zu Spitzenstunden etwa 50-100 Fußgänger den Überweg nutzen – in der Mainaustraße sind es hier allerdings nur durchschnittlich 26 Fußgänger. In der Nähe gäbe es auch keine Einrichtung mit „besonderem Schutzbedürfnis“ wie Schule und Pflegeheime, so die Begründung in der Beschlussvorlage.

Gegen eine einfache Querung sprechen besonders die Nachteile für Fußgänger, vor allem für Menschen mit Behinderung, und auch eine Ampel wäre aufgrund derselben Gründe wie der Variante mit Zebrastreifen und Mittelinsel nicht ideal, zumal wenige Meter weiter bereits eine Ampel vorhanden ist.

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Keine Wartezeiten

Als beste Lösung erschien hier also der Bau einer Mittelinsel unter Wegfall des Zebrastreifens. Vorteile wären, hier laut Beschluss, geringe Wartezeiten für Fußgänger und dass sich beim Überqueren der Straße nur auf eine Richtung konzentriert werden müsste. Jetzt wurde der Zebrastreifen bis auf Reste herausgefräst und die Beleuchtung erneuert – zusätzlich gibt es eine Lampe unter den Bäumen im Gehwegbereich auf der Mainseite, so die Stadt. Außerdem soll für den Fall, dass in der Zukunft doch eine Ampel notwendig sein sollte, eine Lehrröhre eingebaut werden. Etwa 13.000€ wurden für diese Maßnahme im Beschluss veranschlagt – nach Meinung einzelner Anwohner allerdings eine unsichere Möglichkeit, die Straße dort zu überqueren.

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