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#FridaysForFuture-Streik in Würzburg. Foto: Pascal Höfig
#FridaysForFuture-Streik in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Braucht Würzburg wirklich so viele Demos?

Einsetzen für den Tierschutz, für das Klima oder für Frauen- und Menschenrechte: in Würzburg finden immer wieder Demonstrationen zu den verschiedensten Anlässen statt. In letzter Zeit kommt es einem aber vor, als würde jeden Tag eine andere stattfinden – mit den Klimastreiks von #FridaysForFuture gibt es ja regelmäßig Proteste in der Stadt. Doch braucht es in Würzburg wirklich so viele Demos?

Umgerechnet alle 2-3 Tage

Fast 150 Versammlungen im Sinne des Bayerischen Versammlungsgesetzes fanden schon allein dieses Jahr in Würzburg statt. Laut Auskunft der Stadt sind noch 14 weitere angemeldet – und es kommen täglich neue Versammlungsanzeigen dazu (Stand Oktober 2019). Damit ist mit einem deutlich höheren Wert als im letzten Jahr zu rechnen, in dem insgesamt 163 Versammlungen stattgefunden haben – also umgerechnet fast jeden zweiten bis dritten Tag eine.

Anwohner und Verkehr gestört

Es ist also nicht verwunderlich, wenn auf eine Vorankündigung nur mit Augenrollen reagiert wird. Das hat nicht immer etwas mit Unverständnis für den Einsatz der Jugend oder generell der Demonstranten zu tun, sondern auch damit, dass die Kundgebungen tief in den Alltag der Bewohner in der Innenstadt eingreifen, denn Straßensperrungen und ein hoher Lautstärkepegel sind hier die Regel – vom Verschmutzungsgrad der Straßen manchmal ganz zu schweigen. Und das alles regelmäßig ertragen zu müssen kann schon mal nervenaufreibend sein, was sich natürlich auf die Gemüter der Anwohner auswirkt.

Was häufig nicht bedacht wird, ist, dass bei jedem der Streiks und Demos auch Polizeieinsätze notwendig sind – und das unabhängig davon, ob es zu Ausschreitungen kommt oder nicht. Denn bei Demonstrationszügen ist es erforderlich, Streckenabschnitte für den Verkehr zu sperren und den Zug abzusichern. Wenn es dann doch mal eskaliert, ist ein höheres Polizeiaufgebot unumgänglich – doch ist das wirklich nötig?

Die Welt verbessern

Häufig bringt man Demonstrationen, Widerstand und den Einsatz für eine Veränderung mit jungen Leuten in Verbindung. Theoretisch sind es aber Menschen unterschiedlichen Alters, Abstammung oder Gesellschaftsschicht, die sich gerne mit Gleichgesinnten stark machen wollen. Und das für die verschiedensten Themen: Tierschutz, Klima und Feminismus – oder auch gegen Abschiebung oder Sperrzeiten in Würzburg, genauso wie für einen Radweg auf der Löwenbrücke.

Vorurteile kommen hier aber trotzdem häufig vor: „Die sollen lieber etwas in der Schule lernen“ und „Was wissen die schon über’s Leben, sollen erst mal arbeiten“ sind nur zwei Beispiele für die Reaktionen auf die #FridaysForFuture-Bewegungen.

Andere Demonstranten erfahren oft gleichermaßen nicht nur positives Feedback. Doch es gibt auch Zuspruch: Man freut sich, dass sich die (jungen) Leute für ein Thema einsetzen und damit Änderungen erreichen wollen, die die Erde zu einem besseren Ort macht – für jetzt und für die Zukunft. Und dieses Ziel kann ja auch nicht verkehrt sein, oder? Ob Demonstrationen hierfür aber der richtige Ansatz sind und ob es nicht andere Wege gibt, das Weltbild zu verbessern, muss man trotzdem manchmal hinterfragen.

Eines ist aber Fakt: Außenstehende beschäftigen sich mit den Themen, wenn auch nicht immer dieselbe Meinung geteilt wird – und das ist oftmals natürlich auch das Bestreben der Demonstranten. Aufmerksam machen und Themen in die Köpfe der Menschen bringen.

Wie stehst du zum Thema Demos und Streiks? Braucht Würzburg so viele Demonstrationen oder könnte manches auch auf andere Art und Weise in die Öffentlichkeit getragen werden?

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