Skip to content
Aussicht auf Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Aussicht auf Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Map: Stadtführung mal anders

Vor allem für neu Zugezogene, aber auch für Alteingesessene, ist es eine tolle Idee, eine Stadtführung mitzumachen und so einige interessante Dinge über unsere Lieblingsstadt Würzburg zu erfahren. Aber Residenz, Festung und Dom kennt nun fast jeder – wie wäre es mit einer eher außergewöhnlichen Stadtführung?

 

Tipp: In dieser Map sind alle vier Stadtführungen vereint. Um nur die Lieblingsroute anzusehen, könnt ihr sie bei der Auswahl oben links mit einem Haken versehen.

Aussichtspunkte in Würzburg

Einen interessanten Blick über Würzburg erhält man von den ausgewählten Aussichtspunkten. Wenn man jeden nach der Reihe abläuft, hat man die Stadt von allen Seiten aus betrachtet:

  • Auf dem Nikolausberg kann man den Aussichtsturm Frankenwarte des Verschönerungsvereins Würzburg besteigen.
  • Vom Vorplatz des Käppele hat man ebenfalls einen Panoramablick über die Stadt und die umgebenden Anhöhen.
  • Ein absolutes Muss ist selbstverständlich die Festung! Sie zu erklimmen lohnt sich wirklich.
  • Der Aussichtspunkt Moltkeruh befindet sich auf dem westlichen Ausläufer des Steinbergs und ist mit einem Pavillon sowie Bänken ausgestattet. Von hier bietet sich ein eindrucksvoller Panoramablick.
  • An der Steinburg gibt es einen Aussichtspunkt mit umwerfenden Blick über die gesamte Stadt und einem Tastrelief, auf dem alle wichtigen Gebäude nochmals abgebildet sind. Weiter westlich steht auch ein Wetterschutzhäuschen, von dem man ebenfalls einen weiten Blick auf die Stadt hat.
  • Die Morellibank ist eine steinerne, halbkreisförmige Ruhebank und ebenfalls auf dem Steinberg beheimatet. Vor der Bank erstreckt sich eine Lichtung, die den Blick über die Altstadt freigibt.
  • In unmittelbarer Nähe steht der Bismarckturm. Er selbst ist zwar aufgrund seines Alters gesperrt und nicht begehbar, aber einen tollen Ausblick hat man von diesem Punkt oder vom Feueraltar davor aus allemal. Good to know: Der Standort wurde durch Sichtachsen von der Stadt zum Turm hoch bestimmt und trotz starker Bewaldung ist heute noch der direkte Blickkontakt vom Kürschnerhof möglich.
Blick auf Würzburg. Foto: Max Ziegler

Blick auf Würzburg. Foto: Max Ziegler

  • Auf dem Landesgartenschaugelände am Hubland bietet das Belvedere wortwörtlich eine schöne Aussicht über die Parklandschaft zur Stadtsilhouette und zur Festung Marienberg
  • Der Sonnenstuhlturm befindet sich in Randersacker auf der Kuppe des Hohenrothberges. Von dort überblickt man das Maintal in nördlicher Richtung bis zur Festung und in südliche Richtung bis in den Ochsenfurter Gau.
  • Einen weiteren Aussichtspavillon findet man am Kirchberg und kann von hier aus ebenfalls auf das schöne Maintal schauen.
  • Von den „Drei Pappeln“ am Dallenberg kann man auf Nikolausberg, Altstadt und Steinberg blicken. Leider ist nur noch eine der drei alten Pappeln übrig.

Kriegsspuren in Würzburg

Würzburg hatte es sowohl durch die Schäden der Luftangriffe 1945 als auch unter der Eroberung der Stadt durch US-Truppen schwer und wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Kriegsspuren, Kriegsruinen und den behelfsmäßigen Wiederaufbau entdeckt man noch heute.

  • An der Alten Kasernstraße, Ecke Laufergasse steht wohl die noch am besten erhaltene Kriegsruine umrankt von Efeu. Die Außenmauern mit noch deutlich erkennbaren Fenstern, Fenstergittern und Kelleröffnungen umfassen heute einen Privatparkplatz.
  • Außenmauern mit Türen und Fenstern überlebten auch an der Treppe der Tellsteige.
  • Unübersehbar sind die Einschusslöcher an den Bögen und dem rechten Aufgang der Alten Mainbrücke.
  • Einen typischen behelfsmäßigen Wiederaufbau aus der Nachkriegszeit findet man in der Bronnbachergasse. Hier fallen die unterschiedlichen Baumaterialien besonders auf, aber verleihen der Gasse auch einen gewissen Charme.
  • Ebenfalls massive Einschusslöcher sind an der Außenfassade des Juliuspitals zur Juliuspromenade hin erkennbar. Die Kriegsspuren wurden bei Sanierungsarbeiten bewusst ausgespart und sind somit Zeugen des Zweiten Weltkriegs.
Ruine in der Alten Kasernstraße Ecke Laufergasse im Mainviertel. Foto: Katharina Kraus

Ruine in der Alten Kasernstraße Ecke Laufergasse im Mainviertel. Foto: Katharina Kraus

  • Als Mahnmal an den Krieg dient auch die gesamte St. Johanniskirche. Am 16. März 1945 fast völlig zerstört, erfolgte der Wiederaufbau ganz bewusst nicht in der ursprünglichen Form.
  • Einige Außenmauern sind noch im Bereich der Huebergasse nahe des Mainfranken Theaters enthalten.
  • Das Portal der ehemaligen Kurie Krautheim in der Sterngasse besteht heute aus einem Mauerrest mit Hoftor und Wappenrelief aus Sandstein. Das nun zugemauerte Portal blieb nach dem Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 erhalten und steht heute unter Denkmalschutz.
  • Mauerreste mit Fenstern, Reste eines Kellergewölbes und deutliche Bau- und Häuserlücken befinden sich in der Rosengasse, der Korngasse und der Reuerergasse.
  • Entlang der Badergasse ganz in der Nähe steht eine lange Außenmauer aus der Vorkriegszeit.
Der Beer'sche Felskenkeller war ebenfalls eine gut besuchte Gastronomie am Nikolausberg. Archiv: Willi Dürrnagel

Der Beer’sche Felskenkeller war eine gut besuchte Gastronomie am Nikolausberg. Archiv: Willi Dürrnagel

  • Der Unternehmer Wilhelm H. Ruchti wollte ein Zeichen gegen den Krieg und für den Erhalt des Friedens setzen, indem er 57 Jahre lang in Würzburgs letzter Ruine in der Virchowstraße, im sogenannten Ruchti-Haus, lebte. Nach seinem Tod wurde das Gebäude auf dessen Wunsch hin neu bebaut und ein Teil der früheren Fassade integriert.
  • Am rechten Mainufer erkennt man an der Löwenbrücke und am Rücken eines Löwen deutliche Spuren vom Tieffliegerbeschuss eines Mosquito-Jagdbomber.
  • Die Reste des Beer’schen Felsenkellers befinden sich an der Gabelung Leistenstraße/Weg zur Neuen Welt am Nikolausberg.
  • Am östlichen Ende der Jägerstraße ist ein typischer Wiederaufbau der Nachkriegszeit in einer Häuserlücke erhalten.
  • In Zell am Main brannte die Klosterkirche des Klosters Unterzell nach den Bombenangriffen fast komplett ab. Die Umfassungsmauern sind als Ruine bis heute erhalten geblieben.

Friedhöfe in der Umgebung

Passend zur kalten, dunklen Jahreszeit wird’s jetzt makaber! Denn viele Menschen zieht es – sogar nachts – auf Friedhöfe. Natürlich nicht um Unruhe zu stiften, sondern an alten Gräbern Namen aus vergangenen Zeiten zu lesen, sich die Geschichten dahinter auszudenken und vielleicht auch dem einen oder anderen zu gedenken. In Würzburg gibt es sehr viele Friedhöfe: Neben dem Hauptfriedhof mit Mahnmal des 16. März 1945, auch einen Waldfriedhof und die Friedhöfe der eingemeindeten Orte Heidingsfeld, Lengfeld, Ober- und Unterdürrbach, Rottenbauer und Versbach.

Grabsteine auf einem Friedhof. Symbolfoto: Pascal Höfig

Grabsteine auf einem Friedhof. Symbolfoto: Pascal Höfig

In Würzburg, Heidingsfeld und Höchberg befinden sich auch jüdische Friedhöfe, hinter denen teilweise noch viel traurigere Geschichten stecken. Außerdem befand sich bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts das „Judenkirchhöflein“ in der heutigen Blasiusgasse, was Knochenfunde belegen. Als dieser voll war, wurden die im zweiten Kreuzzug ermordeten Juden im bischöflichen Garten begraben. Jedoch wurde dieser neue jüdische Friedhof bei der Judenverfolgung nach der Pestzeit im 14. Jahrhundert zerstört, das Gelände und die Grabsteine zu Bauarbeiten unter anderem für das Juliusspital unter Julius Echter verwendet.

Auch unter dem Kiliansplatz befand sich mal ein Friedhof, da damals fast jede Pfarrei über einen eigenen Friedhof verfügte. Der so genannte Leichhof zwischen Dom und Neumünster bestand am längsten. Von 1750 bis 1871 gab es auch einen Soldatenfriedhof in der Zellerau. Heute befindet sich auf dem Gelände der Kindergarten der Pfarrei Heiligkreuz. Ein steinernes Kreuz erinnert noch an den früheren Friedhof.

- ANZEIGE -

AUCH INTERESSANT