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Die App Ecosia. Foto: Jessica Hänse
Die App Ecosia. Foto: Jessica Hänse

Mit der Suchmaschine „Ecosia“ Bäume pflanzen

Sich für den Klimaschutz einzusetzen ist ein Trend geworden – vor allem im Bereich Bäume pflanzen engagieren sich schon seit einigen Jahren viele Unternehmen, wie z.B. Yves Rocher und der neue Bio-Fachmarkt „Naturkind“ WE, wo man durch seinen Einkauf bereits das Bäume pflanzen unterstützen kann. Das geht aber auch kostenlos: mit der Online-Suchmaschine „Ecosia“ kann man ebenfalls etwas zu Baumpflanzaktionen beitragen – doch wie soll das gehen?

Suchmaschine für die Umwelt

Das Ganze funktioniert also ganz einfach: man nutzt die Suchmaschine für die Websuche und die Suchanzeigen generieren Einnahmen, mit denen Ecosia neue Bäume auf der ganzen Welt pflanzt. Über 70 Millionen Bäume wurden so schon gepflanzt, meist in wärmeren Regionen wie Brasilien, Afrika oder auch Spanien.

Gegründet wurde Ecosia 2009 von Christian Knoll, der nach seinem Studium in Nürnberg beschloss, die Welt zu bereisen. Bei einem ähnlichen Projekt in Nepal holte er sich die Inspiration, Spenden durch Suchmaschinen zu generieren – durch weitere Reisen nach Argentinien zum Regenwald setzte er sich das Ziel, sich für Bäume und eine Verringerung des CO2-Ausstoßes einzusetzen.

Einnahmen für Bäume

„Wir verwenden die Einnahmen aus deinen Suchanfragen, um dort Bäume zu pflanzen, wo sie dringend benötigt werden.“, so heißt es auf der Homepage von Ecosia. Das Geschäftsmodell funktioniert folgendermaßen: wie jede Suchmaschine entstehen die Einnahmen hauptsächlich durch Klicks auf Werbeanzeigen, die über oder neben den Suchergebnissen erscheinen. Ein Großteil wird hierbei über Bing bezahlt, eine weitere große Suchmaschine, über die die Anzeigen bereitgestellt werden.

Die Einnahmen werden hierbei transparent in einem Finanzbericht online gestellt – so sieht man genau, wo die Einnahmen investiert werden. Im August wurden beispielsweise 1.755.823€ eingenommen, davon sind 855.323€ in Baumpflanzprojekte zugunsten von rund 132.000 Bäumen geflossen. Der Rest der Einnahmen wird für Betriebskosten, Werbung und als Rücklage für Solarstromanlagen aufgewendet.

45 Suchen für einen Baum

Doch durch eine Suche allein finanziert man noch keinen neuen Baum. Im Durchschnitt werden pro Suchanfrage etwa 0,5 Cent eingenommen. Für einen Baum sind aber rund 22 Cent notwendig, weshalb man erst nach etwa 45 Suchanfragen die Neupflanzung eines Baums unterstützt. Doch das rechnet sich: jede Sekunde wird laut Ecosia ein neuer Baum finanziert.

Als Social Business möchte Ecosia einem Non-Profit Unternehmen näher kommen – der Gründer kann so aufgrund eines bindenden Gesellschaftsvertrags die Firma nicht gewinnbringend verkaufen. Auch die Co2-Emissionen möchte Ecosia durch die Nutzung von erneuerbaren Energien verringern.

Auch für Unternehmen

Nutzen kann man die App sowohl im Browser, als auch als Browser- und Suchmaschinen-App. In der App kann man dann auch sehen, wie viele Suchanfragen man gestellt hat bzw. wie viele einem noch bis zur Pflanzung eines Baumes fehlen. Das geht sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen, so nutzen z.B. die Mitarbeiter der Deutschen Bahn die grüne Suchemaschine, heißt es in einer Presseinformation der DB.

„Ecosia zur Standard-Suchmaschine zu machen, sollte ein Kinderspiel für Unternehmen sein, die sich für mehr Nachhaltigkeit einsetzen. Leider ist dies noch nicht der Fall. Wir begrüßen diese Umstellung von DB Schenker und freuen uns sehr über 62.000 neue Nutzer. Wenn große Unternehmen wie DB Schenker oder Universitäten und Schulen zu Ecosia wechseln, hat das große Auswirkungen auf unsere Aufforstungsmaßnahmen.“, so CEO Christian Knoll.

Auch die FridaysForFuture-Bewegung plädiert auf Ecosia – in Würzburg findet die App sogar in ihren Forderungspapieren an die Stadt Erwähnung, so soll als Bildungsmaßnahme die Suchmaschine auf allen Rechner in Schulen vorinstalliert werden.

Mit dieser Idee geht es eigentlich nicht leichter, etwas für den Umweltschutz zu tun – man muss seine Suche nur auf Ecosia umstellen.

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