Der Circus Krone begeistert mit seinem Tournee-Programm "Mandana - Circuskunst neu geträumt" tausende von Menschen! Foto: Circus Krone
Circus Krone begeistert mit seinem Tournee-Programm "Mandana - Circuskunst neu geträumt" tausende von Menschen! Foto: Circus Krone

Interview: Was sagt Circus Krone zur Kritik an Tieren im Programm?

Wer in den letzten Tagen am Festplatz Talavera in Würzburg vorbeigelaufen ist, der hat das große Zelt wohl kaum übersehen: Bis zum 11. November gastiert hier der weltgrößte Zirkus „Circus Krone“ mit seiner aktuellen Deutschland-Tournee „Mandana – Circuskunst neu geträumt“. Während es die einen kaum erwarten können, die unglaublichen Kunststücke der Artisten und Artistinnen zu bestaunen, strömt dem Zirkus aktuell auch sehr viel Kritik bezüglich der Tierhaltung sowie Dressur entgegen.

Da man im Alltag vor allem die Meinung der Kritiker zu hören bekommt und uns die Ansicht der Verantwortlichen beim Zirkus interessiert, haben wir den Circus Krone um ein Interview und eine Stellungnahme gebeten.

Umgang mit Kritik

Würzburg erleben (WE): Circus Krone steht generell stark in der Kritik wegen der (Wild-)Tierhaltung. Wie reagieren Sie auf diese Kritik?
Circus Krone: „Mit der Politik des offenen Hauses. Der Krone-Zoo ist täglich geöffnet. Jeder, der möchte, ist herzlich willkommen und kann sich über die Tierhaltung im Circus Krone informieren. Außerdem sind alle Proben öffentlich einsehbar. Am Sonntag, den 3. November, gab es zum Beispiel sogar eine kommentierte Raubtierprobe. Wir möchten gerne nochmal betonen, dass der Begriff „Wildtier“, wie er in den Medien zumeist verwendet wird, genau genommen nicht korrekt ist. Es sind keine Wildtiere, sondern „Zirkustiere“ – seit Generationen in menschlicher Obhut geboren, groß und vor allem alt geworden.“

WE: Viele Menschen sind der Ansicht, Tiere gehören nicht in den Zirkus, weil sie dort einen viel schlechteren Lebensstandard haben. Was sagen Sie dazu?
Circus Krone: „Unser Publikum möchte Tiere sehen – vorausgesetzt, sie werden gut gehalten und behandelt. Der traditionelle Zirkus besteht aus drei Säulen: Die Exotik der Tiere, dem Nervenkitzel bei den Artisten unter der Zirkuskuppel und den Späßen der Clowns.“

Der Clown darf beim Circus Krone natürlich auch nicht fehlen. Foto: Circus Krone

Der Clown darf beim Circus Krone natürlich auch nicht fehlen. Foto: Circus Krone

Regelmäßige Kontrollen

WE: Welche gesetzlichen Bedingungen für die Haltung von Tieren im Zirkus gibt es?
Circus Krone: „Da gibt es zum einen das rechtlich bindende Tierschutzgesetz und das Säugetiergutachten. Und zum anderen die ‚Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Circusbetrieben‘. Die Einhaltung der gesetzlichen Bedingungen wird wöchentlich durch das örtliche Veterinäramt kontrolliert. Auf unser Homepage haben wir eine 44-seitige Broschüre gestellt, in welcher man gerne auch nochmal alle Informationen nachlesen kann, da das doch ein sehr umfangreiches Thema ist.“

WE: Wie setzen Sie diese Bedingungen um?
Circus Krone: „Unsere Stall-, Wagen- und Gehegegrößen übertreffen alle Vorgaben. Außerdem können wir die beste Futterversorgung und tierärztliche Betreuung garantieren.“

Wie leben die Tiere im Circus Krone?

WE: Wie sieht das Tierleben im Circus Krone aus?
Circus Krone: „Wir bieten den Tieren nicht nur ein Zuhause, sondern ein Zuhause, welches den Anforderungen der Tiere gerecht wird.“

WE: Können Kunststücke wirklich tiergerecht sein? Wie werden die Tiere trainiert?
Circus Krone: „Alle Übungen basieren auf den natürlichen Bewegungsabläufen der Tiere. Man braucht sehr viel Zeit und Geduld. Natürlich darf auch die Belohnung nicht fehlen!“

Circus Krone setzt sich entgegen der Meinung vieler Kritiker sehr für das Wohl der Tiere ein. Foto: Circus Krone

Circus Krone setzt sich entgegen der Meinung vieler Kritiker sehr für das Wohl der Tiere ein. Foto: Circus Krone

„Gerade das Reisen ist eine willkommene Abwechslung für die Tiere“

WE: Die Tiere müssen sehr viel reisen. Wie lässt sich dabei das Tierwohl garantieren?
Circus Krone: „Gerade das Reisen ist eine willkommene Abwechslung für die Tiere: Neue Bodenbeschaffenheit, neue Gerüche und neue Eindrücke. Und auch der Transport ist kein Stress. Wissenschaftler haben in Studien mit Elefanten beziehungsweise Raubtieren herausgefunden, dass weder die Reise noch der regelmäßige Gastspielortwechsel Stress verursachen.“

WE: Haben Sie schon mal daran gedacht, auf Alternativen zurückzugreifen? Der Circus Roncalli beispielsweise setzt auf Holographietechnik. Oder auf Tiere sogar komplett zu verzichten?
Circus Krone: „Dann sind wir kein Circus mehr, sondern ein reisendes Varieté.“

WE: Was geschieht nach dem letzten Auftritt mit den Tieren?
Circus Krone: „Wir haben ein Seniorenheim für alte Zirkustiere.“

"Manege frei!": Bis zum 11. November öffnet der Circus Krone in Würzburg seine Türen. Foto: Circus Krone

„Manege frei!“: Bis zum 11. November öffnet der Circus Krone in Würzburg seine Türen. Foto: Circus Krone

Tierschutz im Circus Krone

WE: Wie kann man sich selbst von der Tierhaltung im Circus Krone überzeugen?
Circus Krone: „Wie bereits angesprochen ist jeder zu jeder Zeit herzlich willkommen, um sich selbst ein Bild vor Ort zu machen. Entweder bei einer Vorführung oder im Krone-Zoo. Dieser ist täglich von 10 bis 19.30 Uhr geöffnet.“

WE: Fürchten Sie ein Verbot von Tieren im Zirkus in Deutschland, wie es in anderen Ländern bereits der Fall ist?
Circus Krone: „Nein, weil der Tierschutz und die Kontrollen in Deutschland so gut geregelt sind wie in keinem anderen Land der Welt.“

WE: Wie setzt sich der Circus Krone sonst noch für Tierschutz ein?
Circus Krone: „Unser Tiertrainer Martin Lacey jr. hat im Jahr 2015 den Lacey Fund gegründet, welcher es sich zum Ziel gesetzt hat, über die Tierhaltung in einem modernen Zirkusbetrieb aufzuklären sowie Zirkustieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Martin Lacey steht für Fragen und Aktionen rund um die Tiere der Circus-Krone-Familie jederzeit zur Verfügung. Außerdem setzen wir uns gemeinsam mit dem gemeinnützigen Verein „Go-for-Rhino“ für den Schutz von Nashörnern ein. Wir haben beispielsweise zwei Nashornbabies adopiert, HOPE und OSCAR. Sie leben im Somkhanda Game Reservat. Dort werden sie verwöhnt und entwickeln sich prächtig!“

WE: Was ist für Sie das Besondere am Circus Krone? 
Circus Krone: „Circus Krone erfüllt immer die Erwartungen seines Publikums. Und daher hat er es geschafft, über 100 Jahre in vielen schwierigen Zeiten zu überleben.“

Tiertrainer Martin Lacey steht für Fragen und Aktionen rund um die Tiere der Circus-Krone-Familie jederzeit zur Verfügung. Foto: Circus Krone

Tiertrainer Martin Lacey steht für Fragen und Aktionen rund um die Tiere der Circus-Krone-Familie jederzeit zur Verfügung. Foto: Circus Krone

Über Circus Krone

Bereits 1905 wurde Circus Krone, damals unter dem Namen Circus Charles, im Harz als Tierschau gegründet. Bis heute bezeichnet sich Circus Krone als der größte Zirkus der Welt und begeistert mit einzigartigem Bühnenprogrammen, fliegenden Akrobaten und jeder Menge prachtvollen Tieren das Publikum. Mit 260 Wohn-, Pack und Gerätewägen sowie 200 Mitarbeitern und 100 Tieren rollen sie regelmäßig von Stadt zu Stadt und unterhalten sowohl Klein als auch Groß. Letzter Halt der Tournee 2019 ist Würzburg. Noch bis zum 11. November hat man die Möglichkeit, sich das Millionen-Showprogramm „Mandana  – Circuskunst neu geträumt“ auf dem Festplatz der Talavera in Würzburg anzuschauen. So kann man sich selbst einen Eindruck verschaffen, wenn man möchte.

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