Anja ist eine Autorin aus Würzburg. Foto: Renee Gewinner
Anja ist eine Autorin aus Würzburg. Foto: Renee Gewinner

Interview: Neuer Roman von Frankenkrimi-Autorin Anja

Mit „Mainleid“ und „Mainschatten“ hatte Anja Mäderer schon vor Jahren ihr Debut. Ihre ersten beiden Würzburgkrimis waren ein voller Erfolg, nun hat die Autorin aus Mittelfranken einen neuen Roman geschrieben. Über die Krimis made in Würzburg berichteten wir damals schon, nun durften wir Anja im Interview ein paar Fragen stellen.

Würzburg erleben (WE): Hallo Anja, wer bist Du und woher kommst Du?

Anja: Ich bin Anja Mäderer, 28 Jahre alt, und komme ursprünglich aus Unterwurmbach in Mittelfranken. Zum Studium hat es mich dann nach Würzburg verschlagen und seit einigen Jahren wohne ich, der Liebe wegen, in München.

WE: Was machst Du beruflich?

Anja: Ich bin Autorin.

WE: Wie kamst Du zum Schreiben?

Anja: Ich habe während meiner Schulzeit mit kürzeren Geschichten begonnen. Dann, während der Studienzeit, habe ich mit einem schwarzhumorigen Kurzkrimi einen Literaturwettbewerb gewonnen und beschlossen, das Preisgeld ins Schreiben zu investieren. So bin ich in den Semesterferien für einige Wochen nach Berlin gezogen und habe dort ein Verlagspraktikum absolviert, um den Weg vom Manuskript zum Buch nachzuverfolgen. Und sobald ich wieder zurück in Würzburg war, habe ich mich an meinen ersten Krimi gesetzt.

WE: Um was geht es in Deinem neuesten Buch?

Anja: Will Klien ist wegen seines Waschzwangs in eine psychosomatische Klinik auf der Vogelsburg in Unterfranken eingewiesen worden. Als sein Therapeut ermordet im Altmain schwimmt, beschließt er gemeinsam mit seiner Therapiegruppe, den Täter auf eigene Faust zu finden. Dabei geraten die skurrilen Detektive nicht nur an Medikamentendiebe, illegale Pokerrunden und einen ehebrecherischen Arzt, sondern vor allem selbst in die Schusslinie eines skrupellosen Täters…

Die Ideen für ihre Romane nimmt Anja unter anderem aus ihrem Umfeld und Alltagssituationen. Foto: Anja Mäderer

Die Ideen für ihre Romane nimmt Anja unter anderem aus ihrem Umfeld und Alltagssituationen. Foto: Anja Mäderer

WE: Woher kam die Idee dazu? Was inspiriert Dich?

Anja: Eine Freundin von mir leidet an verschiedenen, stark ausgeprägten Zwängen und so habe ich viel über den Alltag mit dieser Erkrankung mitbekommen. Ich fand‘ es sehr spannend, bei meinen Gesprächen mit Betroffenen mehr über die unterschiedlichen Zwänge in Alltagssituationen zu lernen und sie meinen Figuren auf den Leib zu schneidern.

Am häufigsten treten Wasch- und Putzzwänge (z.B. ständiges Händewaschen, manchmal bis man blutet), Kontrollzwänge (wiederholtes Kontrollieren von Elektrogeräten etc.) und Ordnungszwänge (Gegenstände müssen in einem bestimmten Muster angeordnet werden) auf. Meist weitet sich die Erkrankung über die Jahre hinweg aus. Trotzdem suchen viele Betroffene erst Hilfe, wenn das Alltagsleben bereits massiv eingeschränkt ist.

In meinem Buch habe ich versucht sowohl der ernsten als auch der lustigen Seite – denn durch die verschiedenen Zwänge gerät die Therapiegruppe häufig in skurrile Situationen – gerecht zu werden.

WE: Hast Du noch andere Bücher geschrieben?

Anja: „Mainleid“ und „Mainschatten“, meine ersten beiden Würzburgkrimis, sind während meiner Studienzeit beim Emons Verlag erschienen. Darin löst ein Würzburger Ermittlerduo Mordfälle. Beim ersten Buch geht es um den Mord an einer Studentin und eine bunt zusammengewürfelte Gruppe spanischsprechender Freunde, beim zweiten muss meine Kommissarin undercover in einer Tanzschule ermitteln.

Außerdem sind Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien erschienen, z.B. „Unter Schweinen“ in „Bocksbeutelmorde“ (Ars Vivendi) oder „Perlenhochzeit“ im neuen Literarischen Krimikalender 2020 (Ars Vivendi).

Cover von "Einer flog über die Vogelsburg" von Anja Mäderer. Foto: Anja Mäderer

Cover von „Einer flog über die Vogelsburg“ von Anja Mäderer. Foto: Anja Mäderer

WE: Wo kann man „Einer flog über die Vogelsburg“ kaufen?

Anja: Sicherlich in allen Würzburger Buchhandlungen – und wenn es nicht ausliegt, kann der Buchhändler es auf jeden Fall bestellen.

WE: Denkst Du an eine Fortsetzung?

Anja: Will und seine Freunde sind mir zwar beim Schreiben alle sehr ans Herz gewachsen, aber sie haben ihre jeweilige Entwicklung schon durchgemacht, weshalb ich glaube, dass es eher keine Fortsetzung geben wird. Aber sag niemals nie.

WE: Gibt es Zukunftspläne?

Anja: Momentan arbeite ich an meinem ersten Frauenroman, der durch meine Freiwilligenarbeit in Argentinien nach dem Staatsexamen inspiriert ist. Und für das Würzburger Ermittlerduo Nadja und Peter habe ich auch bereits eine neue Idee…

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