Straßenbahn in Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Straßenbahn in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Nachhaltige Verwertung von Fundsachen aus Straba und Bus

Rund 5.000 Fundstücke pro Jahr bleiben in den Bussen und Straßenbahnen der WVV liegen. Hunderte Kleidungsstücke, Regenschirme, Taschen, Schmuck, aber auch hochwertige Smartphones, Tablets und selbst neu gekaufte Gegenstände werden in den Fahrzeugen vergessen. Oft wird gar nicht mehr danach gesucht und gleich etwas Neues gekauft. Was aber passiert mit den vielen Fundsachen? – Als Unternehmen, dem das Thema Nachhaltigkeit besonders am Herzen liegt, geht die WVV ab diesem Jahr bei der Weiterverwendung der Fundsachen neue Wege: sie werden künftig an ausgewählte Partner gespendet und so effektiv und nachhaltig verwertet.

Teilweise neu- und hochwertige Gegenstände vergessen

Die Fundstücke werden nicht mehr wie bisher versteigert, sondern jeweils bis zum 1. Januar und zum 1. August gesammelt und nach einer Frist von sechs Wochen weitergegeben und weiter verwertet. Kleidungsstücke werden beispielsweise an soziale Einrichtungen weitergegeben. So sind Gabriele Tacke vom Fairkauf Kleiderladen des Bayerischen Roten Kreuzes und ihre Kolleginnen erst einmal erstaunt, als sie mehrere prall gefüllte Kleiderkisten der WVV in Empfang nehmen: „Dass tatsächlich so viel liegen bleibt, hätten wir nicht gedacht. Die Gegenstände sind ja teilweise sogar neu und richtig hochwertig.“ Der Fairkauf-Laden in der Franz-Ludwig-Straße in Würzburg erhält die liegengebliebenen Kleidungsstücke, Taschen, Schuhe sowie Schmuck und Bücher und verkauft dieses zum günstigen Preis weiter. Mit dem Erlös aus dem Verkauf werden soziale Projekte und Dienstleistungen des Bayerischen Roten Kreuzes Kreisverband Würzburg finanziert.

Elisabeth Staab und Erika Wedrich vom Luftschloss im linken Foto und Gabriele Tacke und Rosi Pischel vom Fairkauf Kleiderladen. Fotos: WVV

Elisabeth Staab und Erika Wedrich vom Luftschloss im linken Foto und Gabriele Tacke und Rosi Pischel vom Fairkauf Kleiderladen. Fotos: WVV

Besonders kreativ wird den Fund-Schirmen neues Leben eingehaucht. Im Luftschloss e.V. werden sie in schicke Tragetaschen verwandelt. Erika Wedrich und Elisabeth Staab, die die Stofftaschen aus den Schirmen nähen, erklären: „Aus einem Schirm wird eine Tasche. Diese hat die Farbe des Schirms und ist leicht wasserabweisend, also auch für Obst und Gemüse geeignet.“

Der Wegwerfgesellschaft entgegenwirken

Auch vergessene elektronische Gegenstände werden sinnvoll verwertet. In diesem Jahr wurden 65 Smartphones, ein Tablet und sogar eine Kamera in den Fahrzeugen der WVV liegen gelassen. Ein Großteil der Geräte ist neuwertig. „Wie können so viele hochwertige Geräte von den Besitzern nicht vermisst werden“, wundert sich Sören Blum, Betriebsleiter der Würzburger Recycling GmbH. Die WRG ist ab diesem Jahr dafür zuständig, dass die liegen gelassenen Elektroteile nachhaltig verwertet werden. Denn ein Smartphone enthält durchschnittlich 150 mg Silber, 25 mg Gold, 9 Gramm Kupfer, Palladium und Platin – Rohstoffe, die nicht einfach entsorgt werden dürfen. Um den Datenschutz zu gewährleisten, werden die sensiblen Geräte vorab professionell zerstört und dann entsprechend sortiert. Die WRG wird ab 2020 einen zertifizierten Entsorgungsnachweis für Elektro-Schrott führen und sich selbstständig um die Entsorgung der Elektroteile kümmern.

Zukünftig werden liegengebliebene Smartphones, Handys und Tablets in einer geschützten Box von der WRG abgeholt und nachhaltig entsorgt. Foto: WVV

Zukünftig werden liegengebliebene Smartphones, Handys und Tablets in einer geschützten Box von der WRG abgeholt und nachhaltig entsorgt. Foto: WVV

„Mit unserem Konzept wirken wir der Wegwerfgesellschaft von heute entgegen und führen diese Gegenstände wieder einer nachhaltigen Verwertung zu. Damit leisten wir einen wirksamen Beitrag zur Unterstützung sozialer und hilfsbedürftiger Einrichtungen“, sagt Paul Lehmann, Bereichsleiter der Würzburger Straßenbahn-GmbH.

Wer selbst etwas verloren hat, kann beim Fundbüro der Würzburger Straßenbahn GmbH anrufen und nachfragen, ob der Gegenstand gefunden wurde. Meist können die Fundstücke innerhalb einer Woche direkt abgeholt werden. Alle Infos, Öffnungszeiten und die Telefonnummer sind online unter www.wvv.de/mobil auffindbar.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der WVV.

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