Blick auf Alten Kranen und Grafeneckart. Foto: Pascal Höfig
Blick auf Alten Kranen und Grafeneckart. Foto: Pascal Höfig

ÖDP stellt Antrag auf Prüfung einer Tourismusabgabe

Würzburg wird immer beliebter bei Touristen – das belegen auch die regelmäßigen Zahlen von Congress-Tourismus-Würzburg. Für den Juli 2019 wurde im Städtetourismus sogar ein Rekordergebnis erreicht: mit einem Zuwachs von 4,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat wurde erstmals in nur einem Monat die „Hunderttausendermarke“ geknackt. Genau 102.916 Übernachtungen wurden in den 52 Beherbergungsbetrieben der Stadt gezählt. Pro Jahr verzeichnet Würzburg mittlerweile sogar ca. 1 Million Gästeübernachtungen – doch eine Tourismusabgabe, wie in anderen Städten bereits üblich, wird in Würzburg bisher nicht erhoben. Deshalb stellt die Würzburger ÖDP nun einen Antrag auf Prüfung der Einführung einer Tourismusabgabe für Gäste an die Verwaltung.

Gäste sollen sich an Infrastruktur beteiligen

Nach einer Prüfung solle die Entscheidung zur Beschlussfassung mit allen relevanten Aspekten, die für oder gegen die Einführung sprechen, sowie ggf. die Höhe, dem Stadtrat vorgelegt werden, heißt es im Antrag der ÖDP. „Wir begrüßen sehr, dass unsere Stadt für Gäste so attraktiv ist. Die Wertschöpfung und dadurch bedingte Arbeitsplätze im Tourismus, Gastronomie und Einzelhandel sind nicht unerheblich. Gleichwohl ist es heute vielfach üblich, dass sich Gäste an der Infrastruktur der Stadt beteiligen und wird auch nicht als negativ wahrgenommen“, so Fraktionsvorsitzender Raimund Binder.

Beispiele aus anderen Städten

An die Begründung für den Antrag sind einige Beispiele von Städten, in denen bereits eine Tourismusabgabe verlangt wird oder in Planung ist, angehängt. Genannt wird hier beispielsweise Amsterdam. Hier werde neben der Touristenabgabe eine zusätzliche Bettensteuer eingeführt, heißt es. Zusätzlich zu der Abgabe von sieben Prozent der Hotelrechnung werden künftig drei Euro pro Nacht und Gast fällig, das kündigte die Stadtverwaltung im Mai an. Das Geld solle auch in den Erhalt des historischen Stadtbildes fließen.

Kurtaxe pro Person und Nacht

Auch im nahe gelegenen Wertheim werde schon eine Kurtaxe auf privat veranlasste Übernachtungen erhoben, so die ÖDP weiter. Berufliche Übernachtungen seien von der Zahlung befreit. Fällig werden bei privat veranlassten Aufenthalten 1,00 € pro Person und Nacht. Da die City Tax Wertheim eine „echte Kurtaxe“ ist, erhalten Gäste bei Zahlung eine Gästekarte, welche ermäßigte Eintritte zum Beispiel in Museen gewährt.

Nach ähnlichem Muster, eine Beherbergungssteuer auf privat veranlasste Hotelübernachtungen zu erheben (berufliche Reisen ausgeschlossen), werde auch schon in Trier, Münster, Hamburg, Frankfurt und Dresden gehandelt. Die Gebühr bewegt sich hier zwischen 1 € pro Gast und Nacht bis 6% des Bruttoübernachtungspreis.

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