Bus am Sanderring. Foto: Pascal Höfig
Bus am Sanderring. Foto: Pascal Höfig

365€-Ticket für Schüler und Azubis bald auch in Würzburg

In der nächsten Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschusses (PUMA) am 15. Oktober wird nun die Einführung des 365€ -Tickets für Schüler und Auszubildende in Würzburg konkretisiert, nachdem am 8. Oktober im bayerischen Kabinett die Einführung in ganz Bayern beschlossen wurde. In der Sitzung sollen die Rahmenbedingungen festgelegt werden, in der Stadtratssitzung am Donnerstag folgt dann, laut Beschlussvorlage des PUMA, der Beschluss.

Rahmenbedingungen klären

Bereits im Juli wurde in einer Stadtratssitzung beschlossen, dass mit Abstimmung des Freistaats Bayern eine Einführung des 365€-Tickets für Azubis und Schüler erfolgen soll. Nun soll darüber entschieden werden, wann das Ticket eingeführt wird und welcher Empfängerkreis betroffen sein wird, außerdem soll die Finanzierung des Projekts geklärt werden, heißt es in der Beschlussvorlage. Generell werden neben Schülern und Azubis auch kleinere Gruppen wie „Bufdis“ oder „FSJler“ mit eingeschlossen, auf eine Altersbegrenzung wird voraussichtlich verzichtet werden.

Ab nächstem Schuljahr

Laut Beschlussvorlage soll es das Ticket bereits ab nächstem Schuljahr neben den vorhandenen Schüler-und Monatskarten in Würzburg geben. Es gilt hierbei ganztägig im gesamten Verbundgebiet und kann von Selbstzahlern oder auch von Schulwegkostenträgern erworben werden. Die dadurch entstehenden Verluste der Einführung sollen vom Freistaat Bayern zu zwei Drittel finanziell ausgeglichen werden. Diese Kosten werden zunächst von der Würzburger Straßenbahn (WSB) ermittelt, so der Beschlussvorschlag.

Straßenbahn in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Straßenbahn in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Unterstützung von Landrat Nuß

„Das ist genau die richtige Weichenstellung“, zeigte sich Landrat Eberhard Nuß einer Pressemitteilung des Landratsamtes nach erfreut über die Nachricht. „Ich kämpfe seit Jahren dafür, dass es neben dem Semesterticket für Studenten auch vergünstigte, attraktive Tickets für Schüler und Auszubildende gibt. Nun hat das Kabinett die rechtlichen Voraussetzungen für Ballungsräume wie Würzburg geschaffen“, heißt es in der Presseinformation weiter.

„Auch Zeitfahrkarten, Monats- und Jahreskarten zu attraktiven Preisen machen den ÖPNV attraktiver. Es geht mir vor allem auch um den psychologischen Effekt: ich habe die Fahrt mit Bus oder Bahn ja schon bezahlt, also nutze ich die Karte auch und lasse das Auto vernünftigerweise stehen“, meint der Landrat.

Junge Leute für den ÖPNV gewinnen

Damit kommt man dem Ziel näher, so Nuß weiter, Schüler und Jugendliche frühzeitig für den umweltfreundlichen öffentlichen Nahverkehr zu gewinnen. Staatskanzleichef Florian Herrmann geht davon aus, dass bayernweit fast eine Million junge Menschen davon profitieren können, so die Presseinformation. Dazu müssten entsprechende Strukturen geschaffen werden.“Zudem muss der Taktverkehr ausgebaut werden und die Vernetzung der verschiedenen Verkehrsmittel des ÖPNV noch besser gelingen“, betont Nuß. „Nur ein gegenüber dem Individualverkehr schnellerer und zuverlässigerer ÖPNV bewegt die Menschen zum dringend erforderlichen Umstieg“, ist sich Landrat Nuß sicher.

Busspuren und eine Umlenkung der Busse auf umliegende Bahnhöfe sollen hierbei förderlich sein. „Dann müssten viele Pendler nicht im Stau auf der Straße stehen, sondern könnten mit dem Zug in konkurrenzloser Zeit ins Herz der Stadt fahren“, so Nuß in der Presseinformation weiter. Deshalb kämpft der Landrat im Süden des Landkreises für die Öffnung des Bahnhaltepunktes Heidingsfeld und im Norden für die Reaktivierung der Mainschleifenbahn.

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