Fränkische Dialektbegriffe. Foto: Dominik Ziegler
Fränkische Dialektbegriffe. Foto: Dominik Ziegler

Eure typisch fränggischen Wörter

Am 26. September war Welttag der europäischen Sprachen: zu diesem Anlass hatten wir ein Quiz zur fränkischen Sprache erstellt und anschließend gefragt, was für euch ein typisch fränkisches Wort ist.

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Darauf habt ihr rege geantwortet – hier eure typisch fränkischen Wörter:

„Fei“

Ein Wort, das mit am Häufigsten genannt wurde, ist „fei“. Es lässt sich aber gar nicht so leicht übersetzen, so kann man dieses Wort in alle möglichen fränkischen Sätze einbauen:  „Des tut fei weh.“und „Des wor fei schee!“ oder „Ich hab’s dir fei gsacht, gell?“ sind nur drei Beispiele davon. Die Bedeutung ist nicht einfach festzusetzen, am treffendsten sind „wohl“, „aber“ oder „bloß“. Dabei ist das Wort keine fränkische Eigenheit: in weiten Teil Bayerns ist die Verwendung von „Fei“ verbreitet.

„Bassd scho“

Ein Ausdruck, der gleich mehrere Bedeutungen haben kann, ist „Bassd scho“. Das kann in den verschiedensten Kontexten eingebaut werden, verstanden wir es aber immer. So kann es einfach nur „Ja“ heißen und ist bei den Franken der Ausdruck höchster Euphorie, kurz gesagt „besser geht’s nicht“. Wörtlich übersetzt heißt es ja eigentlich „Passt schon“, was eigentlich nicht sehr positiv klingt. Sagt man in Würzburg aber „Bassd scho“, dann heißt es, dass das Essen vorzüglich schmeckt, alles okay ist oder der Streit wieder versöhnt wird. Ein größeres Lob gibt es in Franken nicht!

„A weng“

Ein bisschen, etwas, ein wenig: im Fränkischen sagt man dazu „a weng“. „Host a weng Zeid?“ heißt so viel wie „Hast du noch ein bisschen Zeit?“, was keiner, der der fränkischen Sprache mächtig ist, so fragen würde.

„Grumm’bian“

Was eine „Grumm’bian“ ist, das lässt sich auf ein bestimmtes Wort zurückführen: „Grundbirne“, also eine Birne im Boden, ist eine Kartoffel. Häufig hört man in anderen Teilen Deutschlands auch „Erdapfel“, das Wort „Kartoffel“ leitet sich aber wohl von „Tartufulo“ ab, was das italienische Wort für „Trüffel“ ist.

„Gschmarri“

Was sagt man in Franken, wenn jemand dummes Gerede von sich gibt? „Du und dei Gschmarri“. Klingt ja eigentlich schon fast liebevoll, ist aber nicht so gemeint, denn wenn der Franke das sagt, meint er sowas wie „Unsinn“ – nur eben auf die fränkische Art.

„Leiblerd“

Wenn man ein kühles Getränk etwas stehen lässt, könnte es sein, dass es „leiblerd“ wird. Das möchte man eigentlich meistens vermeiden, vor allem ein Bierchen schmeckt so nicht mehr ganz erfrischend. „Leiblerd“ ist für den Franken also ein Wort für „lauwarm“ und ist für viele ein typisch fränggisches Wort.

„Brödle und Broudwöaschd“

Was gibt es alltäglicheres als ein gutes „Brötle“ zum Frühstück, zu Mittag oder zu Abend? In Franken nichts, genauso aber auch im restlichen Deutschland, wo vom Brötchen die Rede ist. Das lässt sich nach Wunsch belegen oder auch mit Bratwurst servieren. Dann erhält man zum Beispiel eine „Bradwöaschd im Brödle“ – also ein Bratwurst im Brötchen, in Würzburg auch oft „ä Geknickte“.

„Kümmerli“

„Kümmerli“ – was bedeutet das denn? Diese Frage stellen sich wohl so einige -Nicht aber die Franken. Denn für die ist es eigentlich ganz klar und auch für viele von euch handelt es sich hier um eine fränkische Spezialität – jedenfalls im sprachlichen Bereich. Im Großen und Ganzen bedeutet es nämlich „Gurke“. Wer wäre darauf gekommen?

„Karasch“

Eines der wenigen Wörtern, bei denen man einen Konsonanten im Fränkischen härter ausspricht als im Hochdeutschen, ist das Wort „Karasch“. Eigentlich ist es ja so, dass die Konsonanten bei den Franken weicher ausgesprochen werden. So spricht man für „p“ ein „b“ und für „k“ ein „g“. Hier ist es aber anders herum: „Karasch“ bedeutet im Hochdeutschen „Garage“. Interessanter Fakt: Dialekte entstanden noch vor der Hochsprache, welche die Dialekte „überdacht“.

„Allmächd!“

Ebenfalls sehr oft genannt wurde der Ausdruck „Allmächd!“ Hierbei handelt es sich unverkennbar um einen fränkischen Ausruf, der Erstaunen hervorbringen soll. Ähnlich wie bei „Oh Gott“ orientiert man sich hier nach oben: „Allmächd“ also „allmächtig“ ist nämlich der Herr über uns, wenn es nach dem christlichen Glauben geht.

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