Fahrradweg in Würzburg. Symbolfoto: Pascal Höfig
Fahrradweg in Würzburg. Symbolfoto: Pascal Höfig

Bürgerbegehren Radentscheid: Bündnis fordert konsequente Verkehrswende

„Angstfreies Radfahren für alle“, so lautet eine der Hauptforderungen des Bündnisses „Verkehrswende jetzt“, das sich außerdem für den Ausbau des ÖPNV, die Stärkung des Fußverkehrs, die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs und insgesamt für mehr Lebensqualität in der Stadt einsetzt. Karolin Zientarski, Pressesprecherin des Bündnisses fordert: „Wir wollen eine konsequente Verkehrswende, bei der nicht der Autoverkehr, sondern die Würzburgerinnen und Würzburger im Mittelpunkt stehen.“ Beim Thema Radverkehr macht das Bündnis jetzt ernst: Seit dem 14. September 2019 werden Unterschriften für das Bürgerbegehren Radentscheid gesammelt.

Stadtweites und lückenloses Radverkehrsnetz angestrebt

Gefährliche Kreuzungen, zu schmale oder nicht vorhandene Radwege und ständig die lästige Suche nach geeigneten Fahrradabstellplätzen – davon haben die vielen Radaktiven im Bündnis genug und fordern die Stadt Würzburg zum Handeln auf, dies berichtet das Bündnis in einer Pressemitteilung.

Aus dem Text des Bürgerbegehrens gehen die Ziele des Radentscheids hervor: Sichere, breite und komfortable Radwege, die bequemes Radfahren ermöglichen und besonders unsichere Radfahrer schützen. „Das Vorbild Niederlande zeigt, dass ein Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr von 50 Prozent und mehr kein Wunschdenken sind“, meint Bas Bergervoet, Sprecher des Radentscheids und ergänzt: „Bei der Gestaltung eines sicheren Radwegenetzes sollte immer die Frage im Vordergrund stehen, ob man sein 10-jähriges Kind hier fahren lassen würde.“

Verbesserte Bedingungen sollen Gefahrensituationen entschärfen

Ein stadtweites, lückenloses und engmaschiges Radverkehrsnetz soll es Radpendlern ermöglichen, schnell von A nach B zu kommen. Durch sichere, komfortable und stressfreie Kreuzungen und Einmündungen soll die Unfallgefahr gesenkt werden. „Eine bessere Radinfrastruktur kommt nicht nur den Radfahrern zugute, sondern auch allen anderen Verkehrsteilnehmern. Oft halten sich Radfahrer nämlich aufgrund der fehlenden Infrastruktur oder aus Angst vor dem Autoverkehr nicht an die Verkehrsregeln“, so Marie Büchner, Sprecherin des Radentscheids. „Verbesserte Bedingungen für den Radverkehr entschärfen so potentielle Gefahrensituationen.“ Zu guter Letzt setzt sich der Radentscheid für bedarfsgerechte, flächendeckende und sichere Fahrradabstellmöglichkeiten ein. Diese sollen sicherstellen, dass Fahrräder an wichtigen Orten des öffentlichen Lebens sowie an den Knotenpunkten des öffentlichen Nahverkehrs diebstahl- und witterungsgeschützt abgestellt werden können.

Etwa 6.500 Unterschriften sind nötig

Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren braucht das Bündnis bei einer Kommune der Größe Würzburgs die Unterschriften von fünf Prozent der Einwohner, also etwa 6.500.

Unterschrieben werden kann der Radentscheid an verschiedenen Sammelstellen in der Stadt. Welche das sind, findet man hier. Die Organisation des Radentscheids übernehmen die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Wer mitmachen möchte, kann sich unter www.radentscheid-wuerzburg.de informieren und Radbotschafterin oder Radbotschafter werden.

Die nächste Großaktion des Bündnisses steht am kommenden Samstag, den 21. September 2019 an. Dann veranstaltet Verkehrswende jetzt im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche eine Fahrrad- Sternfahrt aus Würzburger Stadtteilen und Umlandgemeinden zum Autofreien Tag am Mainkai, wo natürlich auch Unterschriften für den Radentscheid gesammelt werden. Die Ankunft der Touren am Mainkai ist gegen 15 Uhr geplant.

Über das Bündnis „Verkehrswende jetzt“

Das Bündnis „Verkehrswende jetzt“ setzt sich für bessere und nachhaltige Mobilitätsangebote in der Stadt und Region Würzburg ein. Im Bündnis haben sich mehr als 23 Organisationen zusammengefunden, darunter mehrere Bürgerinitiativen, Naturschutz- und Verkehrsverbände sowie Parteien. Aber auch Würzburger Unternehmen und engagierte Bürgerinnen und Bürger haben sich angeschlossen. Zentrale Ziele sind die Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs, eine 180-Grad-Wende hin zu einem attraktiven ÖPNV sowie ein Ausbau der Radinfrastruktur, um ein angstfreies Radfahren für alle zu ermöglichen. Auch soll der Fußverkehr gestärkt und die Lebensqualität in der Stadt durch konkrete Maßnahmen erhöht werden.

Unter www.verkehrswende-wuerzburg.de finden sich mehr Informationen zum Bündnis und seinen Zielen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Bündnisses „Verkehrswende jetzt“.

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