Ehe für alle? Foto: Pascal Höfig
Ehe für alle? Foto: Pascal Höfig

Gleichgeschlechtliche Ehen: Wie sieht es in Würzburg aus?

Bald feiert die Ehe für alle wieder Geburtstag. Die komplette Gleichstellung von Homosexuellen bei der Ehe soll Akzeptanz fördern, Diskriminierung vermindern und Paare glücklich machen. Doch wie ist das in Würzburg angekommen? Wie viele Paare trauten sich?

20 neue gleichgeschlechtliche Ehen

Am 1. Oktober 2017 trat das Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts in Kraft und seitdem können auch gleichgeschlechtliche Partner die Ehe schließen. Die Begründung einer Lebenspartnerschaft ist seitdem nicht mehr möglich, bereits bestehende Lebenspartnerschaften können in eine Ehe umgewandelt werden.

Dieses Gesetz nahmen seit Herbst 2017 20 Paare in Würzburg wahr. Damit war jede 31. Ehe der seitdem geschlossenen Ehen gleichgeschlechtlich, wie aus den Daten der Stadt Würzburg hervorgeht. Insgesamt wurden 620 Ehen geschlossen, also sind 3,2 % gleichgeschlechtlich. Zu den gleichgeschlechtlichen Eheschließungen zählen auch die sieben Umwandlungen. Diese Paare lebten bereits zuvor in eingetragenen Lebenspartnerschaften und wandelten sie in eine Ehe um.

Und außerhalb von Würzburg?

Zum Vergleich: Laut Spiegel Online haben in ganz Deutschland 33.000 homosexuelle Paare geheiratet, seitdem das im Herbst 2017 möglich wurde. Ungefähr zwei Drittel von ihnen lebten bereits zuvor in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Insgesamt wurden in dem Zeitraum fast 450.000 Ehen geschlossen – damit war jede 14. neue Ehe gleichgeschlechtlich

Aber die genaue Erfassung der gleichgeschlechtlichen Ehen gestaltet sich problematisch: Einige Gemeinden verzichten darauf, gleichgeschlechtliche Ehen überhaupt statistisch festzuhalten. Ehe für alle heißt nunmal Ehe für alle. Kein Grund für sie, das gesondert aufzulisten.

Deutschland ist das 24. Land auf der Welt, das die gleichgeschlechtliche Ehe zulässt. Sie ist vor allem in Europa, aber auch in Nord- und Südamerika verbreitet. In mehr als 70 Ländern – überwiegend in Afrika und Asien – steht Homosexualität unter Strafe. In einer Handvoll Ländern droht Homosexuellen die Todesstrafe.

Wie es dazu kam

Der Bundestag hatte das Gesetz im Sommer 2017 nach jahrelanger Debatte verabschiedet. Die Abstimmung im Parlament kam zustande, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer Veranstaltung vom Nein ihrer Partei zur gleichgeschlechtlichen Ehe abgerückt war und erklärt hatte, in der Frage solle jeder Abgeordnete nach seinem Gewissen entscheiden. Merkel selbst votierte im Bundestag mit nein.

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