Früher stand zwischen Berliner Ring und Hauptbahnhof ein Luitpolddenkmal, das heute nicht mehr erhalten ist. Foto: Willi Dürrnagel
Früher stand zwischen Berliner Ring und Hauptbahnhof ein Luitpolddenkmal, das heute nicht mehr erhalten ist. Foto: Willi Dürrnagel

Ehemaliges Luitpolddenkmal – was steckt dahinter?

Bewegt man sich vom Hauptbahnhof zum Berliner Ring, so entdeckt man im Ringpark nichts wirklich Spektakuläres. Viele Bäume, Sitzbänke und ein Spielplatz – früher war das noch etwas anders. Kam man damals nämlich an den Ringparkanlagen vorbei, so fiel einem ein besonderes Denkmal ins Auge: das des ehemaligen Prinzregenten Luitpold.

Ein Denkmal zum Geburtstag

Luitpold von Bayern regierte Bayern in den Jahren 1886 bis 1912. Geboren wurde er 1821 in der Würzburger Residenz und verbrachte auch sein restliches Leben in der fränkischen Stadt. Sein Vater, Ludwig I. von Bayern, legte Würzburg neben Aschaffenburg als Wohnsitz fest, um auch den neuen Teilen, die sich erst kurz zuvor Bayern anschlossen, Verbundenheit auszudrücken. 1899 beschloss das Bürgerkomitee seinem König zum 80. Geburtstag ein besonderes Geschenk zu machen – ein Denkmal sollte dieses Jubiläum in würdiger Weise begehen.

Doch welches ist gut genug? Diese Frage stellten sich in einer Versammlung von Stellvertretern jeden Standes und zahlreiche Vereine und legten einige Vorschläge vor. Man entschied sich schließlich für eine Bürgerwidmung, die allerdings aus freien Spenden finanziert werden sollte. Insgesamt kamen 85.000 Mark ein, mit denen das Denkmal errichtet werden konnte.

Die Darstellung

Zuerst wurde angedacht den König auf einem Pferd darzustellen, was von den Bürgern jedoch keine Zustimmung fand. Lieber wollte man ihn stehend, wie man ihn von seinen Besuchen in Würzburg kennt, darstellen und so errichtete man eine Statue in stehender Pose auf einem Sockel. Die Bekrönungsfigur hält mit einer Hand die Krone, mit der andern den Schleier einer Wiege als Anspielung auf die Eigenschaft Würzburgs als Geburtsstadt des Regenten. An der architektonischen Umrahmung mit ihren Pilastern und Kunstgittern befand sich auch die Widmung des Denkmals: „Dem edelsten Sohne der Stadt Würzburg zum 80. Geburtstag in Liebe und Treue gewidmet 1901“, so Willi Dürrnagel.  Am 8. Juli 1903 wurde das Denkmal, verbunden mit einem Volksfest, feierlich enthüllt, die Grundsteinlegung erfolgte zwei Jahre zuvor am 80. Geburtstag des Prinzen Luitpold.

So sah das Denkmal im Ringpark früher aus. Foto: Willi Dürrnagel

So sah das Denkmal im Ringpark früher aus. Foto: Willi Dürrnagel

Im zweiten Weltkrieg eingeschmolzen

Kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs wurde die Figur schließlich eingeschmolzen und die Architektur 1964 im Rahmen der Bahnhofsumgestaltung abgerissen. Als Ausgleich wurde stattdessen eine Bronzebüste aus dem Jahr 1892 am Westende der Luitpoldbrücke angebracht. Die Säulen am Denkmal wurden hingegen wiederverwendet, so z.B. für das Felix-Dahn-Denkmal an der Kreuzung Randersackerer Straße und Friedrich-Spee-Straße und für die Gedenksäule in Heidingsfeld, die an die Zerstörung der Synagoge erinnern soll.

Kiliansbrunnen als Geschenk

Der Hauptbahnhof mit Kiliansbrunnen in 1906. Archiv: Willi Dürrnagel

Der Hauptbahnhof mit Kiliansbrunnen in 1906. Archiv: Willi Dürrnagel

Auch am Bahnhof gibt es eine Erinnerung an Prinzregent Luitpold: der Kiliansbrunnen, der heute noch den Bahnhofsvorplatz schmückt, war einst ein Geschenk an seine Geburtsstadt. Benannt wurde der Brunnen nach der Bronzefigur, die an der Spitze steht, hier handelt es sich nämlich um eine Darstellung des heilige Kilian. Auch diese Enthüllung wurde in Anwesenheit des Prinzregenten gefeiert.

Frankoniabrunnen wird restauriert

Selbiges geschah auch beim Frankoniabrunnen, der 1894 feierlich enthüllt wurde. Hierbei handelt es sich, wie beim Luitpolddenkmal, um ein Jubiläumsgeschenk, diesmal allerdings zum 70. Geburtstag.

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