Das frisch vermählte Paar Christina und Marco im Café Lenz. Foto: Wolfgang Brinschwitz
Das frisch vermählte Paar Christina und Marco im Café Lenz. Foto: Wolfgang Brinschwitz

Christina & Marco: Eine Love Story à la Café Lenz

Liebesgeschichten gibt es ja viele und auch ist es nichts ungewöhnliches, wenn man seinen Partner bei der Arbeit kennenlernt – so geschehen bei Christina und Marco. Und dennoch ist die Story der Beiden doch besonders, da sie sich rund um das Würzburger Café Lenz dreht und schließlich mit einer Traumhochzeit endete.

Kennengelernt am Eröffnungsabend

Doch zurück zum Anfang. Christina kommt aus Würzburg, hat hier studiert (Pädagogik, Germanistik, Political and Social Studies) und ist momentan angehende Heilpraktikerin für Psychotherapie. Nebenbei ist sie an den verschiedenen Würzburger Kleinkunstbühnen als Regisseurin und Schauspielerin tätig. Marco ist in Greiz, der Perle des Vogtlandes, wie er die Stadt immer nennt, aufgewachsen und zum Chemiestudium vor zehn Jahren nach Würzburg gekommen. Nach seinem Bachelor hat er noch Kunststofftechnik studiert und arbeitet jetzt bei einem Automobilzulieferer in der chemischen Entwicklung.

Kennengelernt haben sich die Beiden schließlich am Abend der Eröffnung des Café Lenz in der Spiegelstraße. Christina und Marco waren aber keine Gäste, sie haben damals beide im Café gearbeitet. „Das war der 4. Juni 2016 (glauben wir). Ich war an der Theke und konnte Marco wunderbar beobachten, wie er Häppchen an die Gäste verteilt hat. Da habe ich mir schon gedacht: ‚Das ist der Mann, den ich heiraten werde'“, erzählt Christina. Und tatsächlich kam es auch so.

Aus Kollegen wurde ein Paar

Doch bis dahin sollte noch etwas Zeit vergehen. Bis Beide gemerkt haben, dass aus einem kollegialen Verhältnis und Freundschaft mehr geworden ist, war es laut Christina auf beiden Seiten ein schleichender Prozess. „Wir haben sehr viel mit den anderen Kollegen unternommen. Waren z.B. oft im Laby, nur dass Marco und ich irgendwie immer den ganzen Abend zusammen saßen und uns unterhalten haben, während die anderen auf der Tanzfläche waren. Und irgendwann haben wir uns dann dabei ertappt, wie wir abends nur zu zweit unterwegs waren. Unser erstes Date begann auch nur als Feierabendbier unter Freunden im Standard. Bis einer der Chefs uns eine Flasche Sekt und eine Kerze scherzeshalber mit an den Tisch gestellt hat. Von da ab wurde der schleichende Prozess zu einem schnellen angekurbelt, denn knapp einen Tag später haben wir uns das erste Mal geküsst (Anm. d. Red.: der erste Kuss fand auch im Lenz statt).“

Die Reaktion der anderen Kollegen auf das „Outing“ als Paar war dann tatsächlich auch recht unspektakulär. Die Anziehung hätte sowieso schon fast jeder im Team gespürt und dann war es eher ein „na endlich“ als eine große Überraschung, erinnert sich Christina. Schließlich hat es keine 24 Stunden gedauert, bis es auch der Letzte im Lenz-Team wusste.

Wer macht den Antrag?

Nun war es also geschafft, Christina und Marco hatten sich als Paar gefunden. „Dass wir den Rest unseres Lebens miteinander verbringen wollen, war uns Beiden dann auch sehr schnell klar. Daher stand ein Antrag immer Raum. Wir haben auch oft darüber gesprochen. Deshalb war es eher ein Wettlauf, wer denn den Antrag zuerst macht – und ich habe gewonnen!“, so Christina. Wie war das nun also genau mit dem Heiratsantrag von Christina? Und war auch hier wieder das Würzburger Café im Spiel?

„Nachdem sich alle unsere beziehungsbildenden „großen“ Momente (abgesehen vom Zusammenziehen) im Lenz ereignet haben, habe ich Marco dort den Antrag gemacht. Ich habe eine Samstagabend-Schicht angenommen und mit der Chefin besprochen, dass wir den Laden zwei Stunden eher schließen dürfen. Marco war ein wenig traurig, denn normalerweise arbeiten wir samstags zusammen. Ich meinte zu ihm, er kann das doch nutzen und mal wieder was mit seinen Jungs machen. Die waren natürlich alle schon eingeweiht und hatten auch zufällig alle Zeit für ein paar Drinks, als Marco zu einem Männerabend aufgerufen hat.

Statt Bier eine Liebeserklärung

Am Ende war er dann doch ganz schön überrascht und hat in diesem Moment wirklich nicht mit einem Antrag gerechnet, weil er eigentlich dachte, er hätte den Abend geplant. Nach meiner Schicht im Lenz kamen dann noch meine Mädels und haben den Gastraum überall mit Kerzen und Rosenblättern auf dem Boden dekoriert, während ich mich in Schale geworfen habe – à la Liebesfilm. Also das volle Programm! Als wir fertig waren, haben die Jungs Marco auf einen letzten Absacker ins Lenz gelotst. Nur gab es anstatt des Bieres einen Heiratsantrag. Anschließend haben wir noch bis in die Nacht dort gefeiert. Das war am 1. Dezember 2018″, berichtet Braut Christina.

Hochzeit im Juli 2019

Standesamtlich geheiratet wurde dann am 1. Juli 2019, die kirchliche Hochzeit folgt im nächsten Sommer. Geändert hat sich für Christina und Marco trotz der Heirat nichts, der Alltag sei auch nicht anders als vorher. „Wir sind im gleichen Maße verliebt und glücklich und humorvoll und zweisam miteinander, aber der symbolische Wert der Eheschließung fühlt sich einfach gut an! Wir hatten einen unglaublich schönen Tag mit all unseren Lieben. Und natürlich haben wir im Lenz gefeiert.“ Übrigens arbeiten Beide aktuell auch immer noch hin und wieder im Café – man darf also gespannt sein, ob und wie die Love Story à la Café Lenz vielleicht noch weiter geht.

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