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Ein rund 30-köpfiges Team aus Würzburg realisierte das Kurzfilmprojekt. Foto: Kim Hertinger.
Ein rund 30-köpfiges Team aus Würzburg realisierte das Kurzfilmprojekt. Foto: Kim Hertinger.

Meer bei Nacht: Würzburger Filmprojekt in Hollywood nominiert

„Damals war es noch mehr als ungewiss, ob diese Zeilen jemals verfilmt werden würden“, blickt die Würzburger Psychologiestudentin und Filmemacherin Kim Hertinger auf die ersten Entwürfe ihres Drehbuchs zurück. Heute, zwei Jahre später, feiert ihr Kurzfilm „Meer bei Nacht“ international Erfolge. Das Würzburger Filmprojekt hat es nun sogar nach Hollywood geschafft.

Internationaler Erfolg

Knapp 50 Einladungen zu Filmfestivals auf der ganzen Welt und 25 Awards und Auszeichnungen – der in Würzburg produzierte Kurzfilm „Meer bei Nacht“ schlug nicht nur in Deutschland Wellen, sondern wurde auch auf internationaler Bühne in höchsten Tönen gelobt. Gerade in den USA hat sich das Projekt der Würzburger Filmemacherin einen Namen gemacht, nun wurde der Film sogar bei den „Independent Shorts Awards“ in Hollywood nominiert – und das ganze drei Mal. Unter anderem für die Hauptkategorie „Best Short of the Year“.

Kim Hertinger: Autorin, Produzentin und Regisseurin zugleich. Foto: Kim Hertinger.

Rund um das Korsakow – Syndrom

Der knapp 26-minütige Kurzfilm punktet nicht nur durch seine professionelle Produktion. Der Film schafft darüber hinaus Aufmerksamkeit und Verständnis für ein Thema, das sonst in der Gesellschaft kaum Gehör findet: das „Korsakow–Syndrom“. Eine spezielle Form der Amnesie, die häufig bei schwer alkoholkranken Menschen auftritt und Betroffene oft nicht mehr zwischen Fantasie und Realität unterscheiden lässt. Mit ihrer emotionalen Geschichte rund um den Theaterstar Frank Rokawsko gibt Hertinger Einblick in die Gedankenwelt eines Betroffenen, und geht gleichzeitig auf die oft schweren Konsequenzen für die Angehörigen ein.

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„Wunsch nach Aufklärung“

„Ich möchte Filme über Menschen machen, die in unserer schnelllebigen und gewinnorientierten Gesellschaft ignoriert und fallen gelassen werden“, so Hertinger. Die Würzburger Psychologiestudentin erfuhr 2016 zum ersten Mal vom Korsakow-Syndrom. „Meine Beschäftigung mit dieser oft unverstandenen und vorurteilsbelasteten Krankheit, sowie Schicksalsberichte von Betroffenen und Angehörigen weckten in mir den Wunsch nach Aufklärung“. So kam es, dass sie im Winter 2016 das Drehbuch zu „Meer bei Nacht“ entwarf.

Förderung durch Stadt Würzburg

Was als „Ein-Frau-Projekt“ begann, wurde schnell zu einer professionellen Produktion mit einem knapp 30-köpfigen Team. Filmschaffende und Künstler aus Würzburg und Umgebung schlossen sich Hertinger an und auch die Filmförderung des Fachbereichs Kultur der Stadt Würzburg begann das Filmprojekt tatkräftig zu unterstützten.

Deutsche Filmstars & Würzburger Locations

Die Rollenbesetzung hätte für das Würzburger Team nicht besser laufen können: professionelle Fernseh- und Filmdarsteller wie David Steffen, Peter Kotthaus, und Laura Bettinger wurden zur Traumbesetzung von „Meer bei Nacht“. Einheimische werden die Filmkulissen schnell wieder erkennen, denn gedreht wurde ausschließlich in Würzburger Locations, so z.B. im Theater Chambinzky und im Universitätsklinikum.

Theaterstar Frank Rokawsko

Peter Kotthaus spielt Theaterstar Frank Rokawsko. Foto: Kim Hertinger.

Regisseurin als „Best Director“ nominiert

„Aus dieser Zusammenarbeit sind nicht nur Freundschaften entstanden, sondern auch der Wunsch, Menschen zu helfen und etwas Großes zu schaffen“, resümiert Hertinger das Projekt. Und die Arbeit hat sich mehr als bezahlt gemacht: bei den Independent Shorts Awards diese Woche ist nicht nur „Meer bei Nacht“ als „Best Short of the Year“ nominiert. Auch Hertinger selbst wurde als Regisseurin, Produzentin und Autorin des Filmes als „Best Director Female“ nominiert, sowie der Komponist Jonas Göbel für die Filmmusik in der Kategorie „Best Orginal Score“.

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