Erste Lebkuchen in Volkach gesichtet. Foto: Dirk Flieger
Erste Lebkuchen in Volkach gesichtet. Foto: Dirk Flieger

Das hält Würzburg von Lebkuchen im August

Nicht oft gehen die Meinungen dermaßen auseinander wie bei diesem Thema: Lebkuchenverkauf im August. Zur Erinnerung: Am 1. August entdeckten wir die ersten Lebkuchen in Volkach. Wie das ankam? Wir haben nachgefragt und das sind eure Meinungen:

„Für Lebkuchen ist es nie zu früh“

Oft haben wir das Wort „endlich“ gelesen. Birgit findet den Lebkuchen-Verkauf toll und muss sich mal umhören, wann die in Würzburg zu kaufen sind. Lena hätte auch jetzt schon Lust drauf. Jimi und Steffi zieht es gleich „auf nach Volkach!“

Der wohl wichtigste Grund, so früh Lebkuchen zu kaufen, ist für die Würzburg erleben-Fans der Geschmack. Grundsätzlich schmecken Markus Lebkuchen das ganze Jahr. Er hat aber auch eine Freundin, die sie für ihn backt. Auch Joachim schmecken sie immer, nicht nur an Weihnachten. Gekauft werden Lebkuchen „zum Beispiel von mir, denn ich finde die das ganze Jahr über lecker“, outet sich Christian.

Es muss vielleicht nicht sein, aber schmecken tun sie allemal. Nadine wirft ein, dass sie jetzt wenigstens noch frisch seien. Es wird befürchtet, dass die Lebkuchen bis Weihnachten wieder vertrocknen. Also sollte man sie doch schon jetzt im August genießen.

Lebkuchen essen. Symbolfoto: Dominik Ziegler

Lebkuchen essen. Symbolfoto: Dominik Ziegler

Da kommt Festtagsstimmung auf! Darauf deutet der Vorschlag von Chris: „Wenn man zu den Lebkuchen wenigstens das Lied „Leise rieselt der Schnee“ spielen und laufen lassen würde. Dann käme jetzt vielleicht auch schon so etwas wie ein weihnachtliches Vorfreudegefühl auf.“

Doch gilt das gleiche Prinzip auch für andere Weihnachtsleckereien? „Am besten sind die Schokoweihnachtsmänner nach Weihnachten. Da sind sie um 50 % reduziert und schmecken gut!“, schwärmt Karl-Josef. Oder Maria, die gesteht: „Ich bin auch jemand der dann gern schon mal Baumkuchenspitzen oder so kauft. Ich könnte die das ganze Jahr über essen“

Geschichte des Lebkuchens

Die Geschichte des Lebkuchens spricht tatsächlich für einen Verkaufszeitpunkt schon früh im Jahr. Die ersten Lebkuchen waren in Nürnberg nämlich durchaus kein Weihnachtsgebäck, sondern wurden ganzjährig verspeist. Erst im Dreißigjährigen Krieg, als die Zutaten knapper wurden, begann die Tradition, Lebkuchen nur noch zum besonderen Anlass der Adventszeit auf den Tisch zu bringen.

Vier Monate zu früh

Doch die Mehrheit der Bevölkerung ist immer noch klar gegen den Verkaufsstart im Sommer. Selbst die Kirchen wettern gegen den Lebkuchenverkauf und prangern die Durchkommerzialisierung von Weihnachten an. Laut Kommentaren der Würzburg erleben-Fans sei es ein Witz, unmöglich und ohne Worte, so früh Lebkuchen zu verkaufen. Leser Roland meint dazu: „Ja ist denn heut schon Weihnachten. Bei gefühlten 38° sicherlich kein Genuss. Weihnachten ist noch so weit weg. So ein Schmarrn, jetzt schon mit Lebkuchen anzufangen“.

Außerdem provoziert der Wettbewerb der Supermärkte viele Konsumenten. „Es muss ja alles immer eher kommen“, schreibt Emil. „Höher, weiter, schneller, besser, früher…. es wird immer extremer“ ist die Meinung von Leserin Ursula.

Erste Lebkuchen im Supermarkt. Foto: Dirk Flieger

Erste Lebkuchen im Supermarkt. Foto: Dirk Flieger

Für viele Würzburger steht fest: „Lebkuchen kommen bei mir erst ab November in den Einkaufskorb.“ Oder man hat einfach feste Prinzipien, wie Wilma, bei ihr „gibts das grundsätzlich erst ab dem 1. Advent. BASTA!“ Was das genaue Datum angeht ist man sich wohl uneinig. Sicher ist, dass der Sommer, wo man Lebkuchen noch kühlen muss, damit sie nicht schmelzen, als Verkaufsstart viel zu früh ist.

Was sich nicht bestreiten lässt: Lebkuchen sind lecker. „Grausam. Aber das schlimme ist ja, dass die Dinger jetzt richtig gut schmecken. In vier Monaten sind sie alt und schmecken auch so“, meint Martin.

Darum verkaufen Supermärkte immer früher

Aber warum werden Lebkuchen eigentlich schon so früh verkauft? Drängen die Hersteller die Kunden zum sommerlichen Lebkuchen oder verlangen die Kunden danach? Laut Merkur distanziere man sich mit dem „Herbstgebäck“ noch von der Winterzeit, es seien noch keine Weihnachtsmotive darauf erkennbar und die Regale in den Supermärkten seien nicht dekoriert. Man wolle bei den Konsumenten eigentlich noch keine Weihnachtsstimmung hervorrufen.

Dann kommen noch die Lagerkosten dazu. Weihnachtsgebäck, dass wir im Winter verzehren, wird schon im Sommer produziert. Die Waren müssen gelagert und oft Temperaturen von über 30 Grad überstehen und daher umso intensiver gekühlt werden, damit die Schokolade nicht schmilzt.

Die Nachfrage ist da

„Die Händler haben festgestellt, dass es ab diesem Termin gut läuft“, heißt es dazu vom Handelsverband Deutschland (HDE). Angebot und Nachfrage regulieren nun mal den Markt. Die Kasse müsse stimmen und das sei das Hauptargument. Solange sie gekauft werden und in den Supermärkten gezielt nach Lebkuchen gefragt würde, müssten sie verkauft werden.

„Die Nachfrage ist im Zeitraum von September bis November größer als im Dezember“, begründet ein Sprecher von REWE den Verkaufsstart. In der Adventszeit und kurz vor Weihnachten würden die Kunden eher ihre eigenen selbst gebackenen Weihnachtsplätzchen verspeisen, heißt es.

Alternativen und Kompromisse

Ganz diplomatisch meint Würzburg erleben-Fan Tabea, man solle die Lebkuchen doch einfach das ganze Jahr verkaufen, dann höre das Theater auf. Roswitha schlägt kurzerhand einen Rollentausch vor: „nen tollen Glühwein und gebrannte Mandeln, im Winter dann easy gegrillt aber Sonnencreme nicht vergessen.“ Auch die Idee von Sarah ist toll: Lebkuchen im Sommer wenigstens als Eiscreme-Sorte zu verkaufen.

Letztendlich muss man aber auch sagen, dass die meisten der Kommentare offenbar dazu dienten, Freunde über diese Neuigkeit zu informieren. Sind das also doch Anzeichen einer aufkommenden Vorfreude auf Weihnachten, die man gerne mit seinen Liebsten teilt?

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