Aussicht auf Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Aussicht auf Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Was Ihr an Würzburg vermissen würdet

Wir lieben die Heimat, doch manchmal erreicht man einen Punkt im Leben, an dem man mit dem Gedanken spielt, die Stadt zu verlassen oder gar aus beruflichen oder privaten Gründen zum Umzug gezwungen ist. Wir haben nachgefragt: Würdet ihr Würzburg vermissen, und wenn ja, was genau?

Die Menschen

Am häufigsten genannt wurden Familie und Freunde. „Weil es wichtig ist, mit wem, und nicht wo man ist“, wie Ibo es trefflich beschreibt. Es sind eben die Menschen, die unser Würzburg ausmachen, genauso wie die eigene Art der Würzburger und „die fränggische Schbrach“ laut Birgit.

Würzburger Originale

Nicht zu vergessen ist das Studentenleben. Auch wenn sie teilweise nur für wenige Jahre nach Würzburg ziehen und dann wieder wegziehen, haben Studenten einen ganz großen Einfluss auf das Stadtgeschehen und bringen auf jeden Fall frischen Wind in so manch angestaubtes Thema.

Das gute Essen

Ins Herz geschlossen haben die Würzburger wohl ganz besonders das Marktcafé Brandstetter, seine leckeren Hörnchen und Mürbebrezen. Seit 125 Jahren ist der Brandstetter ein nicht wegzudenkender Teil Würzburgs, der uns täglich mit den köstlichsten Backwaren beglückt. Und wer war nicht schon mal früh um fünf beim Brandstetter und hat sich Eier im Glas bestellt?

Marktcafé Brandstetter. Foto: Pascal Höfig

Marktcafé Brandstetter. Foto: Pascal Höfig

Außerdem würden Kerstin und Tamara den Wein vermissen oder den Kissinger Käsekuchen, wie Jutta, die seit 30 Jahren in Spanien lebt. Anastasia nannte die „Pizza von Locanda und den Ausblick auf die Marienfestung“, Carina das Leberkäsweck. Und viele Würzburg erleben-Fans sind sich bei einer Sache einig: die Bratwurst schmeckt hier so gut wie nirgendwo sonst. Unsere Würzburger Delikatessen sind einfach unverzichtbar.

Eine gute Wurst und ein wenig Senf. Mehr braucht man nicht für eine echte Würzburger Bratwurst. Foto: Katharina Bormann

Die Landschaft

Nico zieht in einer Woche weg und er wird die Kirchen vermissen, so seine Antwort auf unsere Frage. Würzburg wird nicht umsonst die Stadt der Kirchen genannt. Von der Festung aus kann man die meisten von oben betrachten und auch mal versuchen, alle zu zählen.

Der Weg hoch zur Festung ist zwar etwas anstrengend, aber der Ausblick ist die Mühe definitiv wert. Foto: Annika Betz.

Festungsblick. Foto: Annika Betz.

Genannt wurden auch die Grünflächen, beziehungsweise das wahrnehmbare Grün, das aber für viele Leser im Vergleich zu anderen Städten doch recht klein ausfällt. Was aber keiner bestreiten kann, nirgendwo scheint im Frühjahr die Magnolie so schön zu blühen, wie in Würzburg, was auch Christa liebt und vermissen würde.

Für viele Würzburger hat die Stadt eine angenehme Größe, sie ist überschaubar und auch die Ruhe ist ein wertgeschätzter Faktor. Im Gegensatz dazu nennt Joachim den allmorgendlichen Verkehrskollaps – der irgendwie auch zu Würzburg gehört und von den meisten aber wohl eher nicht vermisst werden würde. Ein Vorteil in puncto Verkehr: In Würzburg ist vieles fußläufig und ein Spaziergang ist oft auch ganz schön, denn „von überall sieht man die Festung und das meiste erreicht man in wenigen Schritten“, wie Dieter meint.

Frank hat „die Weinberge am meisten vermisst“. Würzburg ist nämlich diejenige Großstadt in Deutschland mit der größten Nähe zu Weinbergen. Diesen An- und Ausblick findet man also kein zweites Mal.

Alter Hafen mit Blick auf die Steinburg in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Alter Hafen mit Blick auf die Steinburg und die Weinberge in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Die Residenz

Nicht wegzudenken aus Würzburgs Stadtbild ist die Residenz. Kleiner Reminder: unter Balthasar Neumann 1781 fertiggestellt, diente die Residenz als Sitz der Würzburger Fürstbischöfe, wie zum Beispiel Johann Philipp Franz von Schönborn. Nach dem zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut und restauriert, wurde sie 1981 als Weltkulturerbe ausgezeichnet. Darauf kann man schon mal stolz sein.

Die Residenz in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Die Residenz in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Schuster- und Rosengasse

Zu jeder Jahreszeit schön geschmückt, würde Helga die schöne Schustergasse vermissen. Jutta geht es ähnlich, sie vermisst die Rosengasse mit der Pietà der Madonna an der Hausfassade und den Stolpersteinen.

Schustergasse in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Schustergasse in Würzburg. Foto: Pascal Höfig

„Den Blick auf die Festung von meinem Fenster“

Da hatte Anja wohl viel Glück bei der Wohnungssuche! Der Blick auf die Festung vom eigenen Fenster aus ist unbezahlbar. Man kann das Bauwerk, die ältesten noch bestehenden Teile sind über 1.300 Jahre alt, zu jeder Tageszeit aus auch vom Main beobachten und bestaunen. Verständlich, dass man das vermissen würde.

Auch von der Festung auf die Stadt hinunter ist der Ausblick herrlich. Aus ca. 100 Metern Höhe blickt die Festung hinab auf unsere schöne Universitätsstadt mit ihren Kuppeln, Kirchtürmen und Brücken. Einen Spaziergang ist sie auf alle Fälle wert, wer faul ist, kann auch mit dem Bus fahren.

Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig

Festung Marienberg. Foto: Pascal Höfig

Würzburger Events

Auch verschiedene Veranstaltungen, die die Würzburger zusammenbringen, würde man vermissen. Anja nannte das Hofgarten Weinfest, das zu edlem Frankenwein, Bratwurst oder Flammkuchen und vielem mehr einlädt. Dieses Jahr stehen übrigens noch ein paar Veranstaltungen in Würzburg an: im August die Weinparade, Stramu von 06. bis 08. September und das Stadtfest am 13. und 14. September.

Herrliche Abendstimmung bei der Würzburger Weinparade. Foto: Pascal Höfig

Herrliche Abendstimmung bei der Würzburger Weinparade. Foto: Pascal Höfig

Heimatgefühl

Dieses „Gefühl von Heimat“, der „Wohlfühleffekt der Heimatstadt“ und die Erinnerung an Kindheit und Jugend verbinden einen auf ewig mit einer Stadt. Es ist oder war das Zuhause vieler Leser, zu dem sie – selbst nach 58 Jahren in Amerika wie Ursula – gerne zurückkehren würden.

Ramona schreibt: „Im Moment fühl ich mich hier (…) sehr wohl…. ja – Würzburg ist eine Wohlfühlstadt. Das würde ich sicherlich vermissen“. Wir stimmen da natürlich voll und ganz zu!

Alles oder nichts?

Bei ein paar Würzburg erleben-Fans lautete die Antwort auf die Frage, was man vermissen würde, allerdings schlicht und einfach „nichts“ und sie sind wohl froh, weitergezogen zu sein um Neues zu sehen und zu erleben. Die Mehrheit aber vermisst zumindest einzelne Orte oder wie Katrin einfach „ALLES… die schöne City, die Main-Anlagen, die schönen Biergärten, meine Stamm-Bars, die Wein-/Stadt-/Park-/Musik-Feste, die Aussichten,… und natürlich meine ganzen Freunde“ oder Marie-Luise „Alles und natürlich die Menschen, die ich liebe und das sind glücklicherweise eine ganze Menge“. Thomas „würde Wörzborch nie verlassen!!“ Das freut uns auf jeden Fall zu hören!

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