Bald könnten wir mehr und mehr E-Tretroller in Würzburg sehen. Foto: Sarah Willer.
Bald könnten wir mehr und mehr E-Tretroller in Würzburg sehen. Foto: Sarah Willer.

JuLis fordern: Innenstadt für E-Scooter frei geben

Seit Mitte Juni sind Tretroller mit Elektroantrieb (mit Straßenzulassung) auch auf den deutschen Straßen erlaubt. In vielen Großstädten flitzen die Scooter bereits durch die Gegend und auch in Würzburg soll es bald die elektrischen Roller zum Ausleihen geben. Mehrere Anbieter stehen mit der Stadtverwaltung in Verhandlung. Doch nicht überall dürfen die E-Scooter gefahren werden, in den Fußgängerzonen sind sie zum Beispiel tabu.

Hier ist ein E-Scooter in Würzburg erlaubt

Doch das gefällt den Jungen Liberalen Würzburg nicht so recht. Sie fordern jetzt in einer Pressemitteilung, dass die Stadt die Verwendung der elektrischen Tretroller in der Innenstadt legalisieren solle.

Fahrräder dürfen Tabuzone befahren

„Da Fahrradfahrer mit zuweilen höheren Geschwindigkeiten ungehindert die Tabuzonen befahren dürfen, ist dieses Argument fadenscheinig“, so der Vorsitzende der Jungen Liberalen Würzburg, Lucas von Beckedorff, zur Regelung der Stadt Würzburg. Gemäß der aktuellen Verordnung des Bundesverkehrsministeriums würden E-Scooter rechtlich wie Fahrräder behandelt. Um auch in Würzburg geltendem Recht nachzukommen, fordern die JuLis Würzburg die Zusatzschilder „Elektrokleinstfahrzeuge frei“ ergänzend zu den „Fahrräder frei“ Schildern in den Fußgängerzonen anzubringen. „Wir sehen in anderen Städten, dass E-Scooter einen guten Beitrag zur innerstädtischen Mobilität leisten. Für eine zukunftsfreudige Stadt wünschen wir uns, dass auch wir neue Verkehrsmittel ausprobieren anstatt sie kategorisch auszuschließen“, begründet von Beckedorff den Vorstoß.

Einige gute Regelungen geschaffen

Auf die Frage hin, welche Städte denn hier für sie Vorbild seien, heißt es, dass im Gegensatz zu Würzburg das Befahren der Fußgängerzone z. B. in München auch Radfahrern tagsüber nicht gestattet sei. In Würzburg ist das anders. Hier ist es Radfahrern erlaubt, die Fußgängerzone zu befahren. „Unserer Auffassung nach ist es gemäß §10 Absatz 3 der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung Städten gestattet, bestimmte Verkehrsflächen auch für E-Scooter freizugeben. Aktuell sind uns zwar in Deutschland keine Städte bekannt, wo E-Scooter die Fußgängerzonen legal benutzen dürfen, dafür hört man von teilweise chaotischen Zuständen, weil E-Scooter-Fahrer die Fußgängerzonen trotzdem benutzen oder die Scooter planlos in der Gegend umherstehen. Man kann fast den Eindruck gewinnen, die Stadtverwaltungen wurden von den E-Scootern überrascht.

Daher heißen wir es gut, dass die Stadt Würzburg auch in Zusammenarbeit mit der WVV schon einige gute Regelungen für die E-Scooter geschaffen hat und diese als Beitrag zu einem umweltfreundlichen Mobilitätsmix sieht. Was fehlt ist in unseren Augen eine für alle Verkehrsteilnehmer verträgliche Regelung für den Bereich der Fußgängerzone“, so Lucas von Beckedorff.

Gleichberechtigung von E-Rollern und Fahrrädern

Die Gleichberechtigung von E-Scootern zu Fahrrädern sehen die JuLis als essentiell für eine erfolgreiche Einführung in Würzburg. Der Innenstadtbereich sei nunmal von einer weitläufigen Fußgängerzone geprägt – solange dieser Teil den E-Scootern vorbehalten sei, könne man nicht von einer Ebenbürtigkeit von E-Scooter und Fahrrädern sprechen, heißt es.

Kontrollen werden notwendig

Doch wäre es nicht noch gefährlicher, wenn auch E-Scooter ungehindert mit 20 km/h durch die Stadt fahren? Müsste man nicht vielleicht woanders ansetzen, beispielsweise stärkere und vermehrte Fahrradkontrollen einführen? „Sie werden selbstverständlich notwendig, wenn die ersten E-Scooter durch Würzburg rollen – mit oder ohne Verbot in der Fußgängerzone, aber sie sind in unseren Augen nicht gefährlicher als Fahrräder“, so von Beckedorff .

„Wir als Julis sind der Überzeugung, dass Mobilität in der Stadt nur mit gegenseitiger Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer gelingt. Daher befürworten wir, dass die Polizei vermehrte Kontrollen im Innenstadtbereich vornimmt und die Verkehrsteilnehmer in der Fußgängerzone – ob Fahrrad- oder E-Scooter-Fahrer – für Rücksichtnahme auf Fußgänger sensibilisiert. Wir möchten nicht, dass E-Scooter durch die Fußgängerzone rasen dürfen – wir möchten, dass sie diese wie Fahrräder in Schrittgeschwindigkeit benutzen dürfen.“

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