Silvesterfeuerwerk. Foto: Pascal Höfig
Silvesterfeuerwerk. Foto: Pascal Höfig

Gibt es bald ein Böllerverbot in Würzburg?

Die Deutsche Umwelthilfe stellt formelle Anträge die Silvester Böllerei in 31 deutschen Städten zu beschränken. Ginge dieser Vorschlag durch, wären neben Stuttgart und Berlin auch die fränkischen Städte Würzburg und Nürnberg betroffen. Der Grund für das Verbot sei laut der Organisation die hohe Feinstaubbelastung.

DUH fordert Verbot für 31 deutsche Städte

In 31 deutschen Städten erreiche die innenstädtische Luft an Silvester eine Feinstaubbelastung von mindestens 20 µg/m3. Diesen Grenzwert hatte die Weltgesundheitsorganisation schon vor mehreren Jahren empfohlen, so die DUH. Gerade Menschen mit Atemwegsproblemen wie Asthma „flüchten zum Jahreswechsel aus ihren Wohnungen oder müssen sich dort regelrecht luftdicht verbarrikadieren“, so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Auch München und Passau wären betroffen

Neben Würzburg und Nürnberg wären auch die bayerischen Städte Passau und München vom Böllerverbot betroffen. Um dennoch ein Silvesterfeuerwerk in diesen Städten zu ermöglichen, schlägt die DUH ein professionelles Feuerwerk außerhalb der dicht besiedelten Innenstädte vor, welches die Luftqualität nicht in diesem Maße beeinträchtigt, so auf der Website der Umwelthilfe zu lesen.

5.000 Tonnen Feinstaub in einer Nacht

Innerhalb weniger Stunden würden auf einen Schlag circa 5.000 Tonnen giftiger Feinstaub in die Luft gelangen. Diese Menge sind in etwa 16% der jährlich im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge. Um das gewaltig zu reduzieren, fordert die DUH Luftreinhaltepläne für alle 31 Städte und klare Verbote für das kommende Silvester.

Strenge Verbote europaweit

Wirft man einen Blick in andere Länder, so herrschen dort schon länger Regelungen, die die Silvesterböllerei minimieren oder sogar verbieten. In Paris werden Feuerwerkskörper weder verkauft noch abgefeuert. In Dänemark und Slowenien ist der Verkauf, Besitz und das Abschießen von Raketen und Co. grundsätzlich verboten, so die DUH. In Australien und Neuseeland ist die private Böllerei komplett verboten.

„In Würzburg schwer umsetzbar“

Für die Stadt Würzburg sei dieses Verbot allerdings schwer umsetzbar, so berichtet der BR. Umwelt- und Kommunalreferent Wolfgang Kleiner halte die Forderung für nicht realisierbar. Zwar werde auch in der Verwaltung die Umweltbelastung nicht außer Acht gelassen, doch ein privates Böllerverbot bereits geprüft, so der BR, es werde keine rechtliche Grundlage gesehen. Sollte dennoch ein solches Verbot für Städte erlassen werden, müsse mit dem Widerstand der Bürger gerechnet werden. In Würzburg gebe es zudem schon konkrete Regelungen für die Silvesternacht. Seit mehreren Jahren gibt es bereits eine Sicherheitszone in der Innenstadt, rund um Alte Mainbrücke und Domstraße. Auch darf in der Nähe von Kirchen, Seniorenheimen oder Krankenhäusern kein Feuerwerk gezündet werden.

Eure Meinung ist gefragt!

Was würdet ihr zu einem Böllerverbot in Würzburg sagen? Fehlt ein Teil von der Silvesterstimmung oder geht hier die Umwelt und Gesundheit vor?

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